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Rolls Royce Phantom Drophead Coupé: Luxus Cabrio auf Deutschland Tour

Reif für die Insel

Bild 1 / 15

Erinnerungen an einen Traumsommer: auf der deutschen Alleenstraße im Rolls-Royce Drophead Coupé von Rügen nach Berlin

Der große, rote Wagen zieht beinahe geräuschlos im Schritt dahin. Nur das sanfte Trippeln der üppigen Reifen auf dem Kopfsteinpflaster des Ostseebads Sellin ist zu hören. Ein paar Meter noch, dann haben wir das Ende der Wilhelmstraße erreicht: Eine hohe Klippe fällt hier steil ab hinunter zur Ostsee. Die Abenddämmerung hat mit violettem Schimmer eingesetzt, im Restaurant auf der pittoresken Seebrücke beginnen gerade die ersten Lampen zu leuchten. Was für ein herrlicher Abend!

DIE LETZTEN TAGE DES CABRIO-SOMMERS
Immer noch liegt ein Hauch der Hitze des Spätsommers in der Luft, über den Klippen gehen gerade die ersten Fledermäuse auf die Jagd, und das flanierende Publikum starrt verwundert dem gigantischen Cabriolet nach, als es den schmalen Abstieg zur Promenadenstraße unten am Strand einschlägt.

Nachdenklich schauen wir hinaus auf die ruhig daliegende Ostsee, in der Ferne strahlen weiße Schiffe in der untergehenden Sonne. Ein ganzer Sommer liegt hinter uns, zum Abschied sind wir noch einmal quer durch die Republik bis hier hoch nach Rügen gefahren. Im wohl emotionalsten Cabriolet der Welt: Wenn sich der Wind im enormen Interieur des Rolls-Royce Phantom Drophead Coupé verfängt, hat man alle vier Sitzplätze voller Sehnsucht und Reiselust. Diese Yacht fürs Festland sollte bei Depressionen, Liebeskummer oder auch nur aufkommendem Herbst-Blues auf Rezept verschrieben werden können.

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Langsam beginnen wir zu frösteln, die Dämmerung setzt ein. Gut, dass wir noch einen Termin haben, bei dem uns mit Sicherheit warm werden wird – deshalb ab nach Alt Reddevitz! Wenige Kilometer in Richtung Südosten queren wir die Insel und klingeln in der Mönchguter Hofbrennerei von Thomas Kliesow. Es ist bereits dunkel, als wir in seinem Keller landen und gespannt ein Glas „Pommerscher Greif“ in der Hand drehen: Whisky aus Rügen.

Am nächsten Morgen fahren wir aus unserer Pension noch einmal hinüber, bei strahlendem Sonnenschein rollt das Drophead Coupé knirschend auf dem Kies vor dem Mönchgut aus. Während der Führung durch die Brennerei schielen wir verstohlen auf den goldgelben Whisky, allerdings müssen wir uns mit der Erinnerung an die Probe vom Vorabend begnügen. Don’t drink and drive – heute soll es noch bis Berlin gehen, da lassen wir den Schnaps lieber stehen.

DEUTSCHLAND VON DER SCHÖNEN SEITE
Und dann ist es so weit: Surrend faltet sich das enorme Stoffdach zusammen und verschwindet im Heck, die lange Motorhaube zeigt in Richtung Westen. Ein letztes Mal spritzt der Kies der kleinen Wirtschaftswege von den Hinterrädern, dann biegen wir auf die Deutsche Alleenstraße ein: Beginnend auf Rügen, zieht sich diese Straße über 2900 Kilometer quer durch die Bundesrepublik bis an den Bodensee. Immerhin ein paar Kilometer weit wollen wir den endlosen Baumreihen folgen, bevor wir am Abend in Berlin unsere Fahrt im noblen Rolls-Royce beenden.

Wie erwartet ist das Drophead Coupé ein genialer Begleiter für diese Strecke: Der riesige Rolls-Royce Phantom will keineswegs in den Hintergrund treten und alle Eindrücke der Reise Land und Leuten, Wind und Wetter überlassen – er drängt sich unterhaltsam und dramatisch in den Vordergrund. Am Ende der Motorhaube fliegt uns der „Spirit of Ecstasy“ voraus, und dieser Geist der Ekstase hinterlässt in seinem Kielwasser tatsächlich nichts als emotionale Höhepunkte.