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Mercedes G-Klasse: Historie

Kultiger Klettermax

Mit kantiger Karosserie und überlegenen Fahreigenschaften im Gelände präsentierte Mercedes 1979 das G-Modell. Das erste deutsche Offroad-Auto ist auch 30 Jahre später beliebt und äußerlich fast gleich geblieben, aber technisch ganz auf der Höhe der Zeit

Wie alle Offroad-Klassiker von Jeep bis Land Rover erblickte auch das Mercedes G-Modell als Kind des Krieges das Licht der Welt. 1972 initiierte Persien die Entwicklung eines militärischen Geländewagens bei Steyr-Daimler Puch und Daimler-Benz, damals zu 18 Prozent in persischer Hand.

EIN AUTO FÜR PÄPSTE, POTENTATEN UND TELE-DOKTOREN
Neben dem Schah-Heer signalisierte auch die Bundeswehr Interesse an einem neuen Geländewagen. Doch der Auftrag des Schah wurde storniert. Zunächst nicht interessiert war auch die Bundeswehr. Statt für den teuren Benz aus österreichischer Produktion entschieden sich die zuständigen Stellen zunächst für den VW Iltis . Also beschlossen die österreichisch-schwäbischen Partner eine zivile Produktion. Nicht ohne die norwegische, die argentinische und die schweizerische Armee zu beliefern. Erst 1990 wurde der G unter dem Namen Wolf doch noch zur Bundeswehr eingezogen.

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Zur wirtschaftlichen Rettung des Projekts fiel 1975 die Entscheidung der zivilen Serienfertigung am Standort Graz. Seit 1979 entstanden dort mit viel Handarbeit knapp 200.000 Exemplare des G-Modells. Absolute Geländetauglichkeit, Zugkraft und Langlebigkeit standen ganz oben im Lastenheft der G-Klasse. Kastenrahmen, starre Achsen, lange Federwege, große Bodenfreiheit, zuschaltbarer Allradantrieb, zuschaltbare Sperren für beide Achsen und Reduktionsgetriebe sind seit dem ersten Tag die herausragendsten technischen Merkmale des Offroaders.

Eine hohe Motorleistung stand ursprünglich nicht auf der Anforderungsliste. Mercedes nutzte schlicht den Pkw-Baukasten. 1979 gab es für den 230 G nur 90, für den 230 GE ganze 100 PS, der 240 GD begnügte sich mit 72 PS. Als Topmodell schaffte der 280 GE mit 150 PS immerhin 150 km/h Spitze und gönnte sich 22 Liter Normalbenzin auf 100 Kilometern. Mindestens 32.600 Mark kostete 1979 das Vergnügen, ein G-Modell zu bewegen. Geringe Stückzahlen sicherten Exklusivität, ständige Modellpflege technische Aktualität und prominente Kunden ein Top-Image.

Der Jubilar geht fitter denn je ins 31. Produktionsjahr. Mercedes feiert mit zwei Edition 30-Modellen das Jubiläum – einer robusten Variante für Weltenbummler und mit einer luxuriösen Version auf Basis des 388 PS starken G 500. Die Edition 30.Pur basiert auf dem G 280 CDI der Baureihe 461 und kostet mindestens 59.381 Euro. Der G 500 Edition 30 auf Basis des langen Station Wagon G 500 steht mit einem Grundpreis von 97.461 Euro in der Preisliste.