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Maserati Ghibli: Alt gegen Neu

Der Name der Preziose

Die Urversion des Maserati Ghibli steht längst im Rang eines großen Kunstwerks aus dem automobilen Hochmittelalter. Version III läutet mit einer radikalen Neuinterpretation die Renaissance des italienischen Gran Turismo ein

Vierzehn mittelalterliche Basiliken in ganz Italien stehen im Rang eines UNESCO-Weltkulturerbes, darunter auch die 1099 begonnene und 1184 geweihte Cattedrale di Santa Maria Assunta von Modena.

Beänden die Gralshüter der UNESCO auch über Automobile, so würde garantiert ein weiteres Highlight Modeneser Baukunst für schützenswert erklärt: der von 1966 bis 1973 gebaute Maserati Ghibli, die Inkarnation des prachtvollen Gran Turismo klassischer Bauart.

Einer von Giugiaros Geniestreichen

Fast 50 Jahre nach seiner ersten Präsentation hat diese Stilikone nichts von ihrer magischen Ausstrahlung verloren. Anders als die Kathedrale dürfte der Ghibli allerdings nicht allein der Stadt Modena gutgeschrieben werden, auch wenn der Hersteller Maserati dort seit langem zuhause ist.

Doch genau betrachtet wurden nur der Motor und das Fahrwerk tatsächlich in Modena entworfen und gebaut. Die Karosserie hingegen stammt aus Turin, denn sie wurde bei Ghia gezeichnet und bei Vignale gefertigt.

Der Formgeber war in jeder Hinsicht ein überragender Künstler, einer der talentiertesten Zeichner, die je den Bleistift spitzten, um ein Automobil zu entwerfen: Giorgetto Giugiaro. Vom ersten Bleistift-Strich bis zur fertigen Skizze vergingen nicht mehr als drei Monate.

Giugiaro war damals 26 Jahre alt und seit kurzem neuer Chefstilist der Carrozzeria Ghia. Das neue Maserati Coupé mit dem vorn eingebauten V8 war sozusagen sein Einstandsprojekt.

Das Fantastische am Ghibli ist die Kombination aus seiner unerhört schlichten Grundform und den lustvoll auf die Spitze getriebenen Proportionen.

Der Maserati ist so lang wie ein Ford Granada und so breit wie ein Mercedes 280 SE, aber flacher als ein Jaguar E-Type.

>>Hier geht's zu Teil 2

Karsten Rehmann