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Faszination Auto: Lancia Thema in Boston

Born in the USA

Der Chrysler 300 C soll jetzt ja ein Lancia Thema sein. Wir versuchen, das bei einer Stadttour durch Boston zu erfahren. Dort, wo Amerika anfängt

Brief ans deutsche Fiat-Hauptquartier: „Ihr lieben Fiat- und Lancia-Leute, natürlich verstehen wir theoretisch so ungefähr, weshalb aus dem Chrysler 300 C ein Lancia Thema werden musste: Fiat übernimmt Chrysler, irgendwo zwischen Turin und Auburn Hills schieben Vertriebs-Experten aus Italien und den USA ihre Planungen der nächsten fünf Jahre übereinander und stellen fest, dass nach dem Ende des ätherisch-intellektuellen Thesis ein großer Lancia fehlt. Also: 300 C für die USA, Lancia Thema für Europa.

Strich gezogen, und die Zahl darunter ist sogar schwarz. – Moment mal, sagt dann bestimmt der Kollege, der immer alles besser weiß: Ein Chrysler und ein Lancia? Wie soll das denn gehen? – Stille im Raum. Eine Kugelschreibermine wird nervös ein- und ausgeklickt. Irgendwo in einer Jackett-Tasche beginnt penetrant ein stumm geschaltetes Handy zu vibrieren. Die Alternativen fehlen jedoch, und deshalb wird beschlossen. – Aber jetzt mal so unter uns: Ein Lancia ist der 300 C doch garantiert nicht geworden.

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Dem quillt das typisch-Amerikanische doch aus jedem Knopfloch! Oder würdet Ihr Euch etwa trauen, einen Thema in die USA zu stellen, damit wir nachsehen können, ob sich der umgestrickte Italo-Western-Held nicht doch nach ein paar Sekunden wieder restlos assimiliert?“ Minuten später die Antwort der Lancia-Truppe im E-Mail-Fach: „Klar! Washington oder Boston? Wir hätten gerade ein Auto drüben …“

TYPISCH AMERIKANISCH? – WAS SOLL DAS EIGENTLICH GENAU SEIN?
Fehdehandschuhe, bei denen man sich sicher ist, auf jeden Fall zu gewinnen, nimmt man natürlich besonders gern auf. Ein paar Wochen später sitzen wir im Flugzeug nach Boston. Es soll dort ja eine vitale italienische Community geben. Vielleicht hilft das dem Lancia, ein paar Runden länger im Ring zu bleiben. Niemand soll sagen, wir hätten dem Wagen nicht ein paar Chancen gelassen, uns zu überzeugen.

Der Thema erwartet uns am Flughafen, wirkt mit den angepfeilten Scheinwerfern und dem zart feingerippten Kühlergrill gleich richtig elegant. Die bullig starrenden Rundscheinwerfer der ersten 300 C-Generation, die sich um einen überzeichneten Grill mit grobem Karo-Gitter gruppiert hatten, machten ja innerhalb einer Millisekunde klar, dass es hier um Muskeln ging und Überholprestige.