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Ferrari FXX K: In der Rennversion des La Ferrari in Fiorano

Extrem Fix

Die Formel 1 erscheint dagegen untermotorisiert und der LaFerrari geradezu preiswert: Der Ferrari FXX K tritt mit 1050 PS an und kostet rund 2,2 Millionen Euro. Er verkörpert das technisch Machbare

Rennen fahren und dabei Tempolimits einhalten müssen? Widersinnig! Zwangs-Boxenstopps? Lästig! Platzierungsgewichte? Ungerecht! Balance of Performance? Nicht ohne meinen Anwalt! Da lob ich mir das Kundensport-Programm von Ferrari: Die einzige Balance, die hier vielleicht interessiert, ist die eigene Work-Live-Balance oder jene, die beim jeweiligen Lieblings-Ferrari die Gewichtsverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse definiert. Ansonsten gilt: keine Vorgaben, keine Regeln, keine Homologationsauflagen.

Ferrari FXX K: Unterwegs im Supersportler mit 1050 PS

Das Bonmot von der freien Fahrt für freie Bürger – hier wird es trefflich auf den Punkt gebracht. Dass es in Zukunft aber wieder nur wenige Auserwählte sein werden, die die bei Rennveranstaltungen üblichen Gängeleien verachten und sich nebenher in den Zustand höchster automobiler Glückseligkeit hineinversetzen dürfen, ist eine der Ungerechtigkeiten, die einen an extremer Fahrdynamik interessierten Ferrari-Fan in den Trübsinn treiben kann.

Die zweite ist die, dass die Zeichnung eines Kaufvertrages für einen Ferrari FXX K ein Budget von mindestens 2,2 Millionen Euro erfordert. Und die dritte ist, dass selbst auf interessierte Nachfrage kein Exemplar mehr zu ergattern war. Das Kontingent von 40 in Handarbeit gebauten Autos sei leider schon erschöpft und die in Fiorano in Augenschein genommene Nummer 10 bereits so detailliert auf ihren Besitzer zugeschnitten, dass niemand anders mehr darin Platz finden könne.

Nun, die gelben Schnittmuster-Linien an dem Kevlar-Schalensitz offenbarten zwar noch Anpassungs-Bedarf an den späteren Eigner, und die Sitzpolster hatte dieser vorsorglich auch schon mit nach Hause genommen. Aber egal: Die Erfahrungen aus einem halben Dutzend beglückender Runden zuvor im straßenzugelassenen Pendant – dem gleichfalls nur in homöopathischen Dosen verteilten und ebenfalls ausverkauften La Ferrari – erlauben eine Hochrechnung von geradezu entwaffnender Logik: Mehr geht technisch nicht: Rien ne va plus.

Wer den La Ferrari je live erlebt hat, noch dazu auf der Ferrari-eigenen Strecke in Fiorano, für den ist der Begriff Fahrfaszination nicht mehr steigerbar. Was soll danach kommen? Eine noch atemberaubendere Formensprache? Oder noch mehr Leistung? Eine noch eindrucksvollere Soundkulisse? Noch mehr Emotionen? Atemberaubendere Fahrleistungen oder etwa noch schnellere Rundenzeiten?

Bis auf die roten Formel-1-Renner war in Fiorano kein Ferrari je schneller unterwegs als der Hybrid-Überflieger La Ferrari: 1.19 Minuten. Kein Wunder bei einer Systemleistung von 960 PS und einem Gewicht von nur 1365 Kilogramm. Und doch: Es geht noch schöner, schneller, lauter. Grandioser, respektabler und teurer auch. Die Formel dafür lautet FXX K.

„Das ist kein Sportwagen für die Straße und auch keiner, der in einer Rennserie mitfahren dürfte“, sagt Marco Fainello, der bei Ferrari für die Entwicklung aller GT-Rennfahrzeuge verantwortlich zeichnet, und erklärt, warum: „Der FXX K ist so etwas wie ein rasendes Testlabor, das wir zusammen mit unseren Kunden, die wir hier als Team-Mitglieder betrachten, betreiben und in dem wir uns im Team gemeinsam weiterentwickeln.“

Obwohl die technische Basis mit der des La Ferrari identisch ist, so der Antriebsstrang, das Chassis und wesentliche Teile der komplexen Hybrid-Technik, hat die auf die Spitze getriebene Weiterentwicklung aus dem FXX K ein neues Auto geformt: ein von auffälligen Längsfinnen sowie tiefen Lüftungs- und Diffusorschächten geprägtes Aerodynamik-Kunstwerk. Und nebenher ist der FXX K ein Anschauungsbeispiel in Sachen Hybrid-Technologie.

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Horst von Saurma