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Deutsche Sportwagen: Artega GT, RUF Rt und Wiesmann Roadster

Erste Liga

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Gerade die Kleinserien-Sportwagenhersteller sorgen für eine bunte Vielfalt: Artega, RUF, Wiesmann – drei inspirierende Alternativ-Vorschläge made in Germany

Intensiver Handschweiß durchfeuchtet den Alcantara-Bezug am Lenkrad. Genau dort, mitten auf dem Airbag-Cover, steht, wovor ich mich tatsächlich fürchte: drei schnörkelige, ineinander übergehende Buchstaben – RUF. Die Kenner sprechen das beinahe ehrfürchtig aus, schauen Newcomer dabei geheimnisvoll und lange an. Es gibt Porsche-Tuner. Und es gibt RUF.

BREMSFALLSCHIRM, BITTE!
Langsam schiebe ich das Metall in Richtung Bodenblech – und plötzlich gähnt da dieser grüne, beunruhigend unscharfe Tunnel vor der Windschutzscheibe. Zombie-Bäume stürzen in rasendem Tempo auf mich zu, ganze Maisfelder verwandeln sich in messerscharfe XXL-Rechen, Hecken versuchen sich mit langen Krallen den golden leuchtenden RUF-Porsche einzuverleiben, ein kleiner Hügel verwandelt sich schlagartig in eine senkrechte Wand.

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Erst als der RUF Rt 12 R wie besessen in die Kompression hineineinbrennt, meldet irgendeine Panikschaltung: „Fuß vom Gas!“ Das kommt bei mir an. Ich tauche wie aus einem Albtraum auf, kippe sofort Eiswasser in den bitterbösen 730-PS-Boxermotor, löschen, löschen, dann alle positive Energie in die gierig zupackenden Keramik-Scheibenbremsen – wo war nochmal der Knopf für den Bremsfallschirm!? Minuten später habe ich immer noch Ruhepuls 180 – einfach unglaublich, was ein so ruhiger, ausgeglichen wirkender Herr wie der Alois Ruf aus einem Turbo-911 macht.

Das ist nicht nur etwas Chip-Tuning, RUF ist kein Verdeler, sondern ein anerkannter Autohersteller mit eigener Entwicklungsabteilung. Heraus kommt ein Auto, das sich ansatzweise wie ein 911 anfühlt, aber geht und liegt wie ein DTM-Renner. Ach was – besser! Etwas unvorsichtig ans Gas, und es ist überhaupt kein Problem, den einen oder anderen Überholvorgang auf gerader Landstraße trotz Allradantrieb mit Schlupf an vier Rädern in leichtem Drift durchzuziehen. Könner haben hier das ultimative Nordschleifen-Tool mit brutalem Kick und genialem Fahrwerk – oder ein Performance-Gerät, um sich mit heftigen Adrenalin-Dosen selbst immer wieder ein höllisches Vergnügen zu bereiten.

Bei Selbstüberschätzung zeigt sich diese Boden-Boden-Rakete aber wenig kulant. Null Verhandlungs-Spielraum. Gut, dass es da für Liebhaber deutscher Exklusiv-Sportwagen noch mildere Sorten gibt. Einen Artega GT beispielsweise. Der kurze, breite Flachmann aus Norddeutschland favorisiert statt purer Leistungsexstase eher die Balance zwischen moderater Motorisierung und geringem Leergewicht: Ein „nur“ 300 PS starker Saug-V6 aus dem Volkswagen-Regal samt passender Doppelkupplungs-Schaltbox, das ganze Auto wiegt dank Alu-Spaceframe und Kohlefaser-Karosserie keine 1.300 Kilo.