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BMW 640i Cabrio vs. BMW K 1600 GTL 2012: Open Air im Motorrad oder Cabrio

Hart am Wind

Meilen fressen, Fahrtwind um die Nase, satten 6-Zylinder-Sound im Ohr – das geht bei BMW nicht nur mit dem Cabrio, sondern auch auf zwei Rädern ...

Was für ein Dampfer! Wie wir mit der K 1600 GTL auf die Uferpromenade unten an der Mosel rollen, werden die stolzen Ausflugsschiffe beinahe etwas blass um den Bug – und beim dort raucherpausierenden Biker-Clan löst das Schlachtschiff sofortige Schreckensstarre aus. Irgendwer kramt verstohlen nach Kruzifix und Knoblauch-Gebinde: 350 Kilogramm schwer, mit gewaltiger Vollverkleidung und großen Koffern, Xenon-Kurvenlicht, Traktionskontrolle, Bordcomputer, Stereoanlage, Verstelldämpfung und – Achtung, festhalten! – 160 PS starkem 1,6-Liter-Reihensechszylinder ist die BMW K 1600 GTL ein wahres Feindbild für aufrechte Bike-Puristen.

Sechszylinder sind im Motorradbau eben echte Exoten: Baubreite und Gewicht behindern Schräglagenfreiheit und Handling. Dass BMW sich nun trotzdem an dieses heiße Eisen gewagt hat, passt ins Selbstverständnis der Marke: BMW-Motorräder stehen für technische Sonderwege, für einen Mix aus dickschädligen Traditionen und waghalsigen Innovationen. Mit großer Zähigkeit hat man sich vom wertkonservativen Herrenfahrer-Image weggerobbt und dabei unterwegs bestimmt kein Fettnäpfchen, aber auch keinen Geniestreich ausgelassen. Inzwischen ist BMW die erfolgreichste Motorrad-Marke der Welt, in nahezu allen Klassen vertreten – und immer noch kein bisschen Mainstream. Deshalb also der Sechszylinder. Because we can!

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Was die BMW K 1600 GTL außerdem noch zu einer typischen BMW macht? – Dass sie hervorragend fährt. Rangieren oder Knochenbrecher-Manöver wie „Wenden in einem Zug am Berg“ fordern zwar noch höchste Konzentration, sobald das hoch aufragende Trumm aber etwas schneller als Schritttempo fährt, ist die Kippeligkeit völlig weggeblasen. Stabil und mit strammem Strich fegt diese Hightech-Schrankwand dahin, und in Sachen Schräglagenfreiheit dürfte Otto-Normalmotorradfahrer psychologisch deutlich früher am Ende sein als die Fußrasten seiner K 1600 am Asphalt.