Familienautos bis 15.000 Euro im Test Dacia Duster 1.6 16V 4WD | Kia Venga 1.4 CVVT | Renault Kangoo 1.6 16V 105 | Skoda Fabia Combi 1.2 TSI

02.08.2012
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Selbst wenn man nicht mehr als 15.000 Euro für einen Neuwagen ausgeben will, ist die Auswahl riesengroß. Vier Konzepte im Vergleich: Welches taugt am besten für Alltag und Familie?

Es soll ja Leute geben, undenkbar für Autoverrückte, Statusbewusste und Weltverbesserer, die ein Automobil nicht danach aussuchen, wie schnell es auf der Nordschleife, prestigeträchtig in der Garageneinfahrt oder klimaschonend vor dem Kindergarten ist, sondern einfach nur danach, wie gut es ihre mobilen Bedürfnisse erfüllt.

Oft ist noch nicht einmal Finanzmangel der Grund für die automobile Zurückhaltung, sondern womöglich die Einsicht, dass es wichtigere Dinge im Leben gibt als Autos. Das Leben an sich zum Beispiel. Früher gab es dafür in Deutschland den VW Käfer. Doch seit die Preise für Wolfsburger Kompakte nicht mehr für alle Einkommensschichten volkstümlich sind, finden sich solche Angebote heutzutage gern bei Importeuren.

Besonders dann, wenn das neue Auto, bitteschön, nicht mehr als 15.000 Euro kosten soll. Bei Renault zum Beispiel. Der ehemalige französische Staatskonzern (bis heute hält Frankreich 15 Prozent der Unternehmensanteile) schickt gleich zwei Kandidaten ins Rennen: den Kastenwagen Renault Kangoo, geistiger und moralischer Erbe des Renault 4 Fourgonette, und den Dacia Duster, das Kampfpreis-Kompakt-SUV der rumänischen Tochterfirma.

Beide Renault-Produkte kommen mit 1,6-Liter-Benziner auf jeweils knapp über 100 PS. Nicht ganz so viele Pferdestärken gibt es bei der tschechischen VW-Tochter Skoda für etwa gleiches Geld: Der Skoda Fabia Combi mit dem aktuellen 1.2-TSI-Downsizing-Triebwerk hat 86 PS.

90 Pferde fährt der Kia Venga in seinem 1,4-Liter-Vierzylinder auf, verpackt in eine hübsche, schlichte One-Box-Form und versehen mit dem größten Trumpf der südkoreanischen Marke: volle sieben Jahre Garantie. Doch das ist nicht alles, was uns interessiert. Wir prüfen, welches der 15.000-Euro-Mobile den Alltag am besten bewältigt und im harten AUTO ZEITUNG-Vergleichstest die meisten Punkte sammelt. Los geht’s.

 

Karosserie

Es ist zwar eine Binsenweisheit, aber eine, die wahrscheinlich stimmt: Leute, die wenig Geld fürs Auto ausgeben wollen, bevorzugen Fahrzeuge mit großzügigem Raumangebot. Weil sie viele Kinder haben oder teure Hobbys, die allesamt keine größeren Investitionen für Transportmittel erlauben.

So gesehen müssten die alle den Renault Kangoo kaufen. Denn in puncto Raumangebot ist der kleine Franzose in diesem Test unschlagbar. Über 2,5 Kubikmeter Laderaum kann er bieten, da muss man schon mit schwerem Gerät anrücken, um den Kangoo hier zu überbieten. Dabei ist er nicht nur geräumig, sein Interieur ist zudem sehr wohnlich und zweckmäßig eingerichtet. Das meiste davon ist bereits in der Grundversion Authentique mit an Bord, etwa die asymmetrisch klappende Bank und die Schiebetür rechts.

Seit das ESP in allen Versionen gleich mit an Bord ist, fehlt nichts Wesentliches. Da der sympathische Franzose zudem noch übersichtlich eckig und ordentlich verarbeitet ist und eine recht hohe Zuladung verkraftet, kann ihm den souveränen Sieg im Karosseriekapitel keiner nehmen. Am nächsten kommt dem Renault hier der ebenfalls sehr geräumige, dennoch eine Klasse kleinere Kia Venga.

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Er ist auch praxisgerecht möbliert, hat serienmäßig einen variablen Ladeboden und eine ebenso klapp- wie verschiebbare Bank. Doch vor allem in der zweiten Reihe ist der Platz schon deutlich beengter als im Kangoo. Weiterer Pluspunkt des Koreaners: die ordentliche Sicherheitsausstattung. Er bietet serienmäßige Kopf- und Seitenairbags vorn, es gibt sogar ein Navi mit Tempolimit-Anzeige (Technik-Paket, 1.490 Euro), allerdings nur in der rund 4.000 Euro teureren Spirit-Version.

Die spärliche Sicherheitsausstattung wird dem Dacia Duster unter anderem in diesem Kapitel zum Verhängnis. Sie ist mehr als spärlich, kurz einem modernen Auto eigentlich nicht angemessen. Immerhin ist mittlerweile das optionale ESP für alle Varianten verfügbar, der gesamte Aufpreis zum Basismodell beträgt aber 2.400 Euro. Zu den schöneren Seiten des Dacia zählen etwa das ordentliche Raumangebot, die gute Übersichtlichkeit und die klare Bedienung. Wobei nicht unerwähnt bleiben sollte, dass wo so wenige Knöpfe zu verteilen sind, es nicht schwer sein sollte, diese ordentlich zu platzieren.

Bleibt der Skoda, der hier ein wenig unter Wert geschlagen wird. Unter seinesgleichen ist er ein Raumriese, in diesem Testfeld eher ein Karosseriezwerg. Das merken vor allem die Insassen, die im Fond Platz nehmen müssen. Der Knieraum fällt bescheiden aus, die Kopffreiheit ebenso – schnell wünschen sich die Passagiere zurück in die lichte Geräumigkeit des Kangoo. Einiges kann dennoch auch der Skoda gut: Er offeriert die beste Qualität und lässt sich am einfachsten und sichersten bedienen, das liegt an seinen VW-Genen.

KarosserieMax. PunkteSkoda Fabia Combi 1.2 TSIKia Venga 1.4 CVVTRenault Kangoo 1.6 16V 105Dacia Duster 1.6 16V 4WD
Raumangebot vorn10062707868
Raumangebot hinten10045647562
Übersichtlichkeit7048445549
Bedienung/ Funktion10085798082
Kofferraumvolumen10047288345
Variabilität10025454825
Zuladung/ Anhängelast8027313532
Sicherheit15068757036
Qualität/ Verarbeitung200152140145128
Kapitelbewertung1000559576669527

 

Fahrkomfort

Diese Gene zeigen sich ebenso beim Fahrkomfort, denn von Fahrwerksabstimmung verstehen sie was im Volkswagen-Konzern. Der Skoda Fabia Combi ist zwar straff abgestimmt, seine Federelemente sprechen mitunter etwas unwillig an, doch bei gröberen Unebenheiten federn sie willig ein und verlieren auch dann nicht an Contenance, wenn der Combi kombimäßig voll geladen ist.

Da der Skoda zudem mit die besten Sitze im Vergleich hat, landet er in diesem Kapitel ganz knapp zwischen dem Sieger Kangoo und dem Venga. Der gewinnt vor allem, weil er leer ganz gut federt, ihm ergonomisch kaum etwas vorzuwerfen ist und er seine Insassen deutlich weniger mit Fahrgeräuschen belästigt. Die Messwerte belegen dies.

Besonders der Renault und der Dacia nerven bei schneller Fahrt ihre Insassen mit Motor- und Windgeräuschen aller Art, gegen die auch Intensivbeschallung aus den bordeigenen Soundanlagen wenig ausrichten kann. Doch zurück zum Kia: Er zeigt sich von einer weniger feinen Seite, wenn die Zuladungskapazität ausgenutzt wird. Dann geraten Federn und Dämpfer an ihre Grenzen, schlagen gnadenlos durch und katapultieren beim Ausfedern die Fondbesatzung buchstäblich aus den Sitzen.

Da reagieren die beiden Renault-Mobile deutlich gelassener. Vor allem der Kangoo federt ähnlich gut, wie es früher der R4 konnte, und auch die hohe maximale Zuladung kann ihm dabei wenig anhaben. Wären die lauten Innengeräusche nicht, läge er im Komfortkapitel klar vorn, zumal auch sein Mobiliar zum Besseren gehört.

Hier wiederum kann der Dacia nicht mithalten: Sein Gestühl ist zu klein, mit optionalem, rutschigem Leder bezogen (600 Euro, nur bei Lauréate) und bietet nur minimalsten Seitenhalt. Überzeugender agiert das Fahrwerk. Noch ein wenig störrisch bei feinen Unebenheiten, wird es geschmeidiger, je gröber die Unebenheiten und je höher die Zuladung. Vor schlechten Straßen und schwerem Gepäck müssen sich Duster-Treiber nicht fürchten.

So wie sich das auch für ein Auto gehört, das wie sein entfernter Vorfahre ARO 10 vermutlich konstruiert wurde, um Kleinfamilien und Nutztiere über üble Schotterstraßen zu transportieren. Und da wir schon beim ARO sind, hier noch etwas unnützes Wissen über rumänische Automobile: Der kleine Geländekraxler ARO 10 wurde in den frühen 80er-Jahren auf westlichen Exportmärkten unter dem Namen Dacia Duster vertrieben.

FahrkomfortMax. PunkteSkoda Fabia Combi 1.2 TSIKia Venga 1.4 CVVTRenault Kangoo 1.6 16V 105Dacia Duster 1.6 16V 4WD
Sitzkomfort vorn15085838578
Sitzkomfort hinten10052545858
Ergonomie150118115112115
Innengeräusche5026412223
Geräuscheindruck10071736860
Klimatisierung5018201814
Federung leer200120122125123
Federung beladen200125105128128
Kapitelbewertung1000615613616599

 

Motor und Getriebe

Der Dacia Duster aus den finsteren sozialistischen Jahren hatte immerhin eine weitere Gemeinsamkeit mit seinem modernen Nachfahren: einen Motor von Renault. Der 105 PS starke Vierzylinder fühlt sich im Duster jedoch etwas überfordert und schlapp an – nur dank seiner kurzen Übersetzung zeigt er einen Hauch von Temperament.

Er quält sich bis 160 km/h, wird dabei allerdings sehr laut und trinkfreudig – 8,8 Liter Super je 100 km genehmigt sich der Allradler auf der AUTO ZEITUNG-Verbrauchsstrecke. Sehr gut ist dagegen das eng gestufte, knackig schaltbare Sechsgang-Getriebe, dem man allenfalls einen etwas länger übersetzten Schongang wünscht. Etwas gesitteter zeigt sich das prinzipiell gleiche Triebwerk im Renault Kangoo.

Der hier 106 PS starke 16-Ventiler verbraucht im kastigen und schweren Kangoo überraschenderweise etwas weniger, sorgt zudem noch für bessere Fahrleistungen und läuft weicher sowie leiser. Doch beide Renault-Fahrzeuge haben im Antriebskapitel mit ihrem etwas betagten Triebwerk keine Chance gegen Kia Venga und Skoda Fabia, die beide mit moderneren Aggregaten antreten.

1,4 bis 2,3 Liter weniger Verbrauch sind für Neuwagenkäufer in der 15.000-Euro-Klasse ganz sicher noch viel mehr ein Thema als die bessere Laufkultur und die flotteren Fahrleistungen der nominell schwächeren Motoren aus Korea und Tschechien. Dass der Fabia am Ende die Antriebswertung vor dem Venga abschließt, liegt am niedrigeren Verbrauch, den besseren Fahrleistungen und den feineren Manieren des TSI-Motors. Groß ist der Rückstand der koreanischen Motorenbauer jedoch nicht mehr.

Motor und GetriebeMax. PunkteSkoda Fabia Combi 1.2 TSIKia Venga 1.4 CVVTRenault Kangoo 1.6 16V 105Dacia Duster 1.6 16V 4WD
Beschleunigung15090828281
Elastizität10064656764
Höchstgeschwindigkeit15037283123
Getriebeabstufung10074747278
Kraftentfaltung5024242823
Laufkultur10068726462
Verbrauch325258249222214
Reichweite251212139
Kapitelbewertung1000627606579554

 

Fahrdynamik

Da überrascht es auch nicht so sehr, dass sich die Kleinwagen von Skoda und Kia bei den fahrdynamischen Übungen ebenfalls sehr deutlich von der französisch-rumänischen Konkurrenz absetzen. Was nicht nur daran liegt, dass namentlich der Fabia hurtiger um den Handlingparcours und die Slalompylonen fegt, sondern vor allem daran, dass sie beide viel besser bremsen.

Besonders der Duster mit seinen SUV-Pneus legt eine mehr als bescheidene Bremsleistung hin. 42,5 Meter Bremsweg aus 100 km/h bis zum Stillstand sind einfach nicht mehr zeitgemäß. Immerhin zeigen sich die Dacia-Bremsen standfest – sie bleiben kalt wie heiß in gleich schlechter Verfassung. Der Renault Kangoo bremst zwar deutlich besser, büßt aber viele Zähler ein, weil ihn sein übertrieben diensteifriges ESP schon beim leisesten Anflug von dynamischer Kurvenfahrt sehr humorlos einbremst.

Das mag passend sein für französische Landbriefträger und deutsche Grundschullehrerinnen, doch es ist bereits in einigermaßen zügig genommenen Autobahnausfahrten lästig. Immerhin ist der Kangoo so eingebremst mustergültig fahrsicher. Doch auch Skoda und Kia sind da nicht oder kaum schlechter. Am meisten Fahrspaß bietet der agile Fabia, dem deutlich anzumerken ist, dass er auch viel stärkere Motoren verträgt.

FahrdynamikMax. PunkteSkoda Fabia Combi 1.2 TSIKia Venga 1.4 CVVTRenault Kangoo 1.6 16V 105Dacia Duster 1.6 16V 4WD
Handling15050412038
Slalom10060554346
Lenkung10062555655
Geradeauslauf5035313033
Bremsdosierung3020181516
Bremsweg kalt15092837627
Bremsweg warm15096897526
Traktion10036343265
Fahrsicherheit150115111115100
Wendekreis2018141513
Kapitelbewertung1000584531477419

 

Umwelt und Kosten

Bleibt die nicht ganz unwichtige Frage nach dem Geld. Denn wer in dieser Klasse auf Autoschau geht, kann oder will nicht mehr fürs Automobil ausgeben als unbedingt nötig. Was jedoch nicht ganz so einfach ist, wie es auf Anhieb scheint. Beispiel Duster: Der Dacia ist für unfassbar günstige 12.890 Euro zu haben, inklusive Allradantrieb.

Das ist nur die halbe Wahrheit. Denn das dringend empfohlene ESP gibt es nur für 300 Euro extra und ab der 1.800 Euro teureren Ambiance-Ausstattung. Überhaupt ist fast keines der Extras für das Basismodell erhältlich, was bei der AUTO ZEITUNG-Normaussattung zu absurden 4.400 Euro Aufpreis führt.

Ähnliches auch beim Kia Venga, doch dessen Preisliste ist so übersichtlich und kurz, dass die Orientierung viel leichter fällt. Bei ihm sind Optionen ebenfalls zu nicht immer nachvollziehbaren Paketen geschnürt, die den Koreaner unnötig verteuern. Vollends unverständlich wird die Aufpreispolitik beim Kangoo.

Sondermodelle und Standardversionen vermengen sich in der kurzen Preisliste zu einem derartigen Wirrwarr, dass man am liebsten das Autohaus wechselte. Da der Franzose zudem am teuersten ist, den höchsten Wertverlust hat und nicht besonders sparsam ist, landet er im Kostenkapitel am Schluss.

Etwas besser zieht sich der Dacia aus dieser Affäre, bei ihm sorgen die höchsten Benzinkosten für Abzüge. Viel günstiger fällt da die Bilanz des Skoda aus, der nicht nur sparsam unterwegs, sondern auch wertbeständig, günstig in Steuern und Versicherung sowie bei den Werkstattkosten ist. Als unschlagbar erweist sich allerdings der Kia, der mit seiner Garantie mächtig punktet, die saubersten Abgase hat und auch in den anderen Kriterien sehr gut abschneidet.

Kosten/UmweltMax. PunkteSkoda Fabia Combi 1.2 TSIKia Venga 1.4 CVVTRenault Kangoo 1.6 16V 105Dacia Duster 1.6 16V 4WD
Bewerteter Preis675337335317355
Wertverlust5036343137
Ausstattung250100
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung5028452819
Werkstattkosten2015141214
Steuer1010988
Versicherung4037373536
Kraftstoff5542403635
Emissionswerte2590918182
Kapitelbewertung1000595606548586

 

Fazit

Klarer Sieg für den Skoda Fabia, alles wie erwartet also? Nicht ganz, der Sieg des kompakten Tschechen-Kombis fällt zwar überzeugend aus, doch der Kia Venga zeigt erneut, dass VW-Chef Winterkorn richtig liegt: Die nächsten Hauptkonkurrenten auf dem Weltmarkt kommen aus dem Hyundai-Konzern. Mit etwas mehr Feinschliff beim Fahrwerk und reichhaltigeren Ausstattungsoptionen läge der Venga noch besser im Rennen. Der Skoda Fabia überzeugt mit feinerem Fahrwerk und gediegener Qualität. Dacia Duster und Renault Kangoo zeigen, dass der französische Konzern dringend an seiner Motorenpalette arbeiten muss. Sympathiepunkte können der rustikale Rumäne und der familienfreundliche Franzose zwar sammeln, die zählen aber beim Vergleichstest nicht.

Gesamtbewertung

Max. PunkteSkoda Fabia Combi 1.2 TSIKia Venga 1.4 CVVTRenault Kangoo 1.6 16V 105Dacia Duster 1.6 16V 4WD
Summe50002980293228892685
Platzierung1234

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