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Dritte Generation: Toyota Prius im Fahrbericht

Toyota Prius

Sparsamer, sicherer und durchzugsstärker: Die dritte Generation des Hybrid-Trendsetters Toyota Prius soll alles besser können

Eckdaten
PS-kW99 PS (73 kW)
AntriebVorderrad, Stufenlose Automatik
0-100 km/h10.40 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit180 km/h
Preis24.950,00 €

Es ist schon erstaunlich: Während die deutsche Vorzeigemarke Mercedes gerade die ersten Gehversuche in Serie mit einem Mild-Hybrid unternimmt, präsentiert Toyota dieser Tage bereits die dritte Generation seines Voll-Hybrids Prius. Mehr als 1,2 Millionen Exemplare haben die Japaner seit 1997 weltweit verkauft, vor allem in Japan und den USA. Mit dem neuen Modell will der weltgrößte Automobilhersteller nun auch hierzulande den Schritt vom Nischenprodukt hin zur Massenware schaffen.

Bei der ersten Begegnung mit dem „Prius 3.0“ sind die zahlreichen Detailverbesserungen auf Anhieb spürbar. Besonders großes Augenmerk wurde auf den Antriebsstrang gelegt – immerhin 90 Prozent der verbauten Komponenten sind vollkommen neu. So auch der im Vergleich zum Vorgänger um 0,3 auf 1,8 Liter vergrößerte Benziner, der 99 PS leistet und in Kombination mit dem 82 PS starken Elektromotor eine Systemleistung von 136 PS schafft. Der Ottomotor wird dabei im Atkinson-Zyklus betrieben. Vereinfacht bedeutet dies, dass die Einlassventile später als gewöhnlich schließen und die Ladungswechselverluste im unteren Teillastbereich somit geringer ausfallen, was den Wirkungsgrad verbessert.

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Die in Folge des geringeren Kompressionsverhältnisses ausgeprägte Durchzugsschwäche bei niedrigen Drehzahlen wird durch die Unterstützung des Elektromotors kompensiert. Tatsächlich wirkt der neue Prius dank seines größeren Hubraums deutlich kräftiger und sorgt für vollkommen ausreichende Fahrleistungen (null bis 100 km/h in 10,4 Sekunden, 180 km/h Spitze). Eine schöne Begleiterscheinung der Hubraumvergrößerung: Das Drehzahlniveau konnte gesenkt werden, sodass es im Innenraum nun ruhiger zugeht.

ELEKTROFAHRT BIS 45 km/h
Besonders leise wird es, wenn von den vier wählbaren Fahrprogrammen der neue Elektromodus aktiviert wird. Dann fährt der Toyota Prius bis 45 km/h rein elektrisch. Nach spätestens 1,6 Kilometern ist damit jedoch Schluss; dann muss der Benzinmotor wieder aktiv werden. Der EU-Verbrauch liegt bei nur 3,9 l/100 km. Mehr als bei gewöhnlichen Antriebskonzepten hängt der tatsächliche Verbrauch stark vom Einsatzgebiet und vom individuellen Fahrstil ab.

Während der Testfahrten meldet der Bordcomputer Werte von unter drei Liter, solange das Gaspedal nur gestreichelt wird. Ruft man mehr Leistung ab, schnellt die Anzeige rasch auf über sechs Liter hinauf. Der Wunsch, den Prius sportlicher zu bewegen, kommt aber ohnehin kaum auf. Das widerspricht nicht nur dem Charakter dieses Fahrzeugs, es macht auch schlicht keinen Spaß. Dann nämlich drängt sich der Motor akustisch in den Vordergrund, das komfortabel abgestimmte Fahrwerk müht sich, die Karosseriebewegungen in Grenzen zu halten, und der Fahrer rutscht auf den seitenführungsarmen Sitzen hilflos hin und her, während er mit der an Rückmeldung geizenden Lenkung die nächste Kurve anpeilt.

Wer sich damit nicht anfreunden mag, sollte die Finger von dem Japaner lassen. Dafür wurde bei vielen alltagsrelevanten Disziplinen gezielt nachgebessert. Das Kofferraumvolumen wuchs um 30 auf 445 Liter, die Ladeöffnung ist angenehm groß und der Boden absolut eben – prima. An die Fondpassagiere hat Toyota ebenfalls gedacht. Die für den hervorragenden cw-Wert von 0,25 erforderliche, stark abfallende Dachlinie wurde so gestaltet, dass nun auch Personen bis 1,85 Meter genügend Kopffreiheit haben – zumindest auf den beiden äußeren Plätzen.

VIEL HIGHTECH-LUXUS
Im neuen Prius gibt es gegen Aufpreis einige Ausstattungsdetails, die bisher allenfalls in der Luxusklasse anzutreffen waren. Dazu zählen unter anderem ein Headup-Display (in allen Modellen Serie), LED-Frontscheinwerfer, Einparkassistent sowie ein Solarschiebedach, das den Betrieb der Lüftung im Stand ermöglicht.

Auch beim Thema Sicherheit bietet der Prius Außergewöhnliches: Ein Pre-Crash-System soll ebenso wie die radargestützte Abstandsregelung Unfälle verhindern oder zumindest abmildern. Die elektronisch gesteuerte Bremsanlage kooperiert bei Bedarf mit der zusätzlich bremsenden Elektromaschine. Dadurch verringert sich der Verschleiß; allerdings lässt sich die Bremse nur mäßig dosieren.

24 950 Euro kostet der verbesserte Prius in der Basisversion, 600 Euro weniger als bisher, ausstattungsbereinigt sogar 2400. Gute Voraussetzungen für den Schritt aus der Nische. Alexander Lidl

KLUGES ZUSAMMENSPIEL

Der Prius ist als leistungsverzweigter Voll-Hybrid ausgelegt. Somit fährt er je nach Fahrsituation komplett elektrisch, wird vom Benzinmotor angetrieben – oder beide Motoren sorgen gemeinsam für Vortrieb. Der Antrieb besteht im Wesentlichen aus dem 99 PS starken Ottomotor (Atkinson-Zyklus), dem 60 kW (82 PS) leistenden Elektromotor (Synchronläufer mit Permanentmagnet), einem Generator, einer 202-Volt-Hochleistungsbatterie (Nickel-Metallhydrid), dem stufenlosen Automatikgetriebe samt Reduktion für den Elektromotor, dem Energiemanagement sowie der Leistungsverzweigung. Sobald der Verbrennungsmotor ineffi zient arbeitet, wird er abgeschaltet – sofern es der aktuelle Fahrzustand erlaubt.

Inhaltsübersicht

Autos im Test

Toyota Prius

PS/KW 99/73

0-100 km/h in 10.40s

Vorderrad, Stufenlose Automatik

Spitze 180 km/h

Preis 24.950,00 €