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Toyota Avensis

Die sanfte Tour

Toyota hat sein europäisches Flaggschiff zart überarbeitet. Den weiteren Verkaufserfolg des Euro-Japaners sollen ein verfeinertes Design, gesteigerte Fahrdynamik und der neue 126 PS starke Turbodiesel garantieren

Eckdaten
PS-kW126 PS (93 kW)
AntriebFrontantrieb, 6 Gang manuell
0-100 km/h10.60 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit200 km/h
Preis25.700,00 €

Konsequenter geht es nicht: Der Avensis wurde in Frankreich konzipiert, in Belgien entwickelt, seit 1998 läuft er in England vom Band und die Diesel-Motoren werden in Polen gefertigt. Ein echter Europäer also. Und über 1000 Teile sind seit dem Verkaufsstart verändert worden.

Doch man muss schon genau hinsehen, um die optischen Modifikationen des aktuellen Facelifts zu entdecken. Die Frontpartie des neuen Avensis wirkt großflächig, weniger zerklüftet als beim Vorgänger. Markante Linien führen nun von der Motorhaube bis ans untere Ende der Frontschürze. Die Nebelscheinwerfer wirken größer und prägnanter. Viel wichtiger sind jedoch die technischen Entwicklungen unter der Blechhaut.

An erster Stelle steht hier der neue 2,0-Liter-Turbodiesel. Die Ingenieure griffen auf Erfahrungen mit dem 177 PS starken D-CAT-Motor zurück, selbst der Aluminium-Motorblock stammt vom 2,2 Liter großen Bruder. Die Common-Rail-Direkteinspritzung arbeitet mit Betriebsdrücken von 1700 bar, die neuen Einspritzdüsen sorgen für eine besonders feine Zerstäubung des Dieselkraftstoffs. Eine zusätzliche fünfte Düse im Auslasskanal fettet bei Bedarf das Abgasgemisch an und leitet damit den Reinigungsprozess im Rußpartikelfilter ein.

Beim Fahren fällt der niedrige Geräuschpegel auf. Allerdings kann der 126-PS-Motor bei Spritzigkeit und Drehfreude nicht ganz überzeugen, speziell unterhalb von 2000 Umdrehungen. Die gleichmäßige Kraftentfaltung und Laufruhe gefallen dagegen. Die 300 Newtonmeter Drehmoment liegen knapp unter dem Niveau der gleich großen TDI-Motoren von VW. Neu abgestimmte Stoßdämpfer und dickere Stabilisatoren vorn sowie elastischere Lagerbuchsen an der Hinterachse lassen den Avensis komfortabler abrollen, auch auf schlechten Wegstrecken. Gleichzeitig merkt man dem Fahrwerk die neue Straffheit an.

Selbst die Karosserieneigung hält sich bei flotter Kurvenfahrt in engen Grenzen. Allerdings war unser Testwagen auch mit breiten 17-Zoll-Rädern ausgerüstet. Erfreulich: Die Lenkung vermittelt genügend Rückmeldung von der Straße und damit ein sicheres Gefühl - eine verstärkte Lenkungshalterung und stabilere Gelenke in der Lenksäule sind dafür verantwortlich. Allerdings: Wer den Avensis Combi zügig bewegen will, muss sich mit dem zeitweise sperrig zu schaltenden Getriebe anfreunden.

Gewöhnungsbedürftig nicht nur optisch ist hier auch der lange Schalthebel. Neun serienmäßige Airbags, darunter ein Knie-Airbag für den Fahrer, wiegen die Avensis-Insassen in Sicherheit. Weiterhin überzeugen können Qualitätsanmutung und Verarbeitung. Ein in das Audio-System integriertes Navigationssystem gibt es jetzt alternativ zur großen Lösung mit 16:9-Bildschirm.

Sogar für die Kopfstützen lässt sich zur Unterhaltung der Fondpassagiere ein DVD-System ordern. Bereits in der Basisausstattung gibt es ein CD-Radio mit acht Lautsprechern samt Lenkradbedienung. Und der günstige Einstiegspreis von 25 700 Euro macht den geräumigen Combi erst recht attraktiv.

Holger Eckhardt

Inhaltsübersicht

Autos im Test

Toyota Avensis 2.0 D-4D Combi

PS/KW 126/93

0-100 km/h in 10.60s

Frontantrieb, 6 Gang manuell

Spitze 200 km/h

Preis 25.700,00 €