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Geht auch ganz einfach:

Porsche Boxster Spyder mit 320 PS im Fahrbericht Porsche Boxster Spyder

Mit dem Boxster Spyder holt uns Porsche die Leichtigkeit des Seins zurück. Ein puristischer Kurvenjäger für alle Sonn- und Feiertage

Eckdaten
PS-kW320 PS (235 kW)
AntriebHinterrad, Sperrdifferential, 6 Gang manuell
0-100 km/h5.1 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit267 km/h
Preis63.404,00€

Vor drei Jahren saßen sie in Zuffenhausen im Kreis und überlegten, wie sie den offenen Mittelmotorigen zurück zur wahren sportlichen Natur bringen könnten. „Wir sollen daraus einen puren Porsche machen“, sagte plötzlich jemand und erinnerte die Jungs an die luftigen Zweisitzer der 50er Jahre.

Und nun fahren wir diesen Porsche Boxster Spyder, ab Februar drittes Modell der Boxster-Reihe, der uns vorführt, wie die Alten früher um die Ecken zischten, bevor die mit tausend Gründen erklärbare Verfettung unserer Autos einsetzte. Glückwunsch, Porsche, mehr davon, rufen wir nach über 100 Testkilometern in kurvenreicher Umgebung. Nie hätten wir geglaubt, was die Dr.-Porsche-Diät und etwas Scharfmacherei für Auswirkungen auf den Boxster haben würden.

RICHTUNG MAGERMODEL
Aber der Reihe nach. Tatsächlich will uns Porsche mit dem Spyder, der für unbescheidene 63 404 Euro zu haben ist, zeigen, dass die Tradition des James-Dean-Autos, Stichwort 550 Spyder, nicht vergessen ist. Deshalb haben sie dieses Auto monatelang zum Magermodel heruntergehungert, bis sie bei 1275 Kilogramm ankamen.

Mit der Mütze haben sie begonnen. Statt des gut gefütterten Automatik-Verdecks findet sich unter der Heckklappe ein windschnittiges zweiteiliges Schirmchen mit Karbonrahmen, das sich mit wenigen Handgriffen händisch aufspannen lässt. Ohne das anknöpfbare Rückteil avanciert es zum coolen Sonnensegel. Die ganze Konstruktion spart insgesamt 21 Kilogramm – und zeigte sich in internen Tests sogar waschanlagenfest.

Weiter: Die Aluminiumtüren bringen 15, die schlanken Schalensitze zwölf, der um zehn auf 54 Liter verkleinerte Tank sieben und die filigranen 19-Zoll-Räder nochmal fünf Kilo. Klimaanlage? Raus damit, 13 Kilo. Keine Türtaschen, Cupholder nur auf ausdrücklichen Wunsch. Dazu flachere Scheiben, ein Kunststoff-Windschott, eine kleinere Batterie (60 Ah).

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Sogar das Radio haben sie eliminiert, der Sound des Motors muss reichen. Am Ende haben sie so 80 Kilo weggeputzt – das Äquivalent von vier vollen Reisekoffern. Weil der Spyder zudem den gegenüber dem Boxster S-Triebwerk um zehn PS stärkeren Sechszylinder des Porsche Cayman S nutzen darf, ergibt sich das sehr sportliche Leistungsgewicht von 3,98 Kilogramm pro PS. Und der für solche Feger ziemlich spannende Fahrzeugschwerpunkt sank gleich um 25 Millimeter.

Dazu gibt es ein verschärftes Fahrwerk: 20 Millimeter Tieferlegung gegenüber dem S-Modell, kürzere und steifere Federn, straffere Stoßdämpfer mit zusätzlichen Zuganschlagfedern zur Reduzierung seitlicher Karosseriebewegungen und eine Hinterachsquersperre für mehr Traktion und Stabilität.

Optischer Hammer sind die Hutzen auf dem durchgehenden Aluminium Heckdeckel, die an den Porsche Carrera GT erinnern. Eine spontane Idee des Designers Grant Larson. „Als wir das sahen, waren wir begeistert“, sagt Boxster-Baureihenchef Hans-Jürgen Wöhler. Zum Finale winkt ein fester Spoiler, der den Auftrieb an der Hinterachse nahezu ausgleichen soll. Unten sitzt ein Doppelendrohr à la 911 GT3.

Ähnlich zackig geht der Spyder durch die Kurven – mit Querbeschleunigung bis zum Abwinken. Wenn Sie dieses Auto ordern und den feineren Pedalerie-Steptanz beherrschen, bekommen Sie einen Sparringspartner auf Augenhöhe: Auf der Nürburgring-Nordschleife nimmt der Spyder dem Boxster S pro Runde zehn Sekunden ab, verraten die Porsche-Testfahrer hinter vorgehaltener Hand.

Dabei ist das Auto nicht übertrieben hart, und auch auf rauen Pisten haben seine Räder sehr soliden Bodenkontakt. Für den Ernstfall gibt es das mit vielen Funktionen aufgerüstete Antischleudersystem PSM. Es lässt sich für schöne Driftwinkel abschalten und greift ein, wenn wir an mindestens einem Vorderrad die ABS-Regelschwelle überschreiten.

Auch Vollspeed ist eine stürmische Herausforderung. Denn die Spitze von 267 km/h ist im Spyder nur offen zu erreichen, weil die Mütze nur Tempo 200 aushält. Wer es bequemer will, kann zum Beispiel die Schalensitze gegen gängige Sportsitze tauschen. Ohne Aufpreis gibt es auch das Audiosystem. Alle anderen Weichspüler, von der Klimaanlage bis zur Sitzheizung, kosten extra. Unsere Tipp: das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe für sehr schnelle Gangwechsel.

Wir hätten auch noch eine Idee zur Spyder-Diät: weg mit diesen nervigen, unpraktischen Stoffschlaufen, die drinnen als Türöffner dienen. Lieber klettern wir aus dem Auto. Wolfgang Eschment

Fazit

Technische Daten
Motor 
Zylinder6-Zylinder-Boxer, 4-Ventiler, Direkteinspritzung
Hubraum3436
Leistung
kW/PS
1/Min

235/320
7200 U/min
Max. Drehmom. (Nm)
bei 1/Min
370
4750 U/min
Kraftübertragung 
Getriebe6 Gang manuell
AntriebHinterrad, Sperrdifferential
Fahrwerk 
Bremsenv: innenbelüftete Scheiben
h: innenbelüftete Scheiben
Bereifungv: 235/35 ZR 19
h: 265/35 ZR 19
Messwerte
Gewichte (kg) 
Leergewicht (Werk)1275
Beschleunigung/Zwischenspurt 
0-100 km/h (s)5.1
Höchstgeschwindigkeit (km/h)267
Verbrauch 
Testverbrauchk.A.
EU-Verbrauch9.7l/100km (Super Plus)
Reichweitek.A.
Abgas-Emissionen 
Kohlendioxid CO2 (g/km)228

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