Auto Fahrbericht Porsche 911 GT3 RS
Neuer Porsche 911 GT3 RS im ersten Fahrbericht
Porsche 911 GT3 RS
Aus AUTO ZEITUNG 4 / 2010
Süchtig nach Rennstrecken-Asphalt, knackig im Auftritt: Der neue Porsche 911 GT3 RS mit 450 PS sucht auch im Alltag immer die beste Linie
| Eckdaten | |
|---|---|
| PS-KW: | 450 PS (331 kW) |
| Antrieb: | 6 Gang manuell, Hinterrad, Sperrdifferential |
| 0-100 km/h: | 4.00 Sekunden |
| Höchstgeschwindigkeit: | 310 km/h |
| Preis: | 145871 € |
Kleiner könnte die Nische nicht sein. Das weiß auch Projektleiter Andreas Preuninger. Doch die Porsche RS-Kunden wollten es extremer, schneller. Die erste 997 GT3 RS-Generation war ihnen zu brav. Preuninger: „So haben wir haben die Rundstrecken-Tauglichkeit weiter verbessert und mussten dazu alle Register ziehen. Das Entwicklungsteam ist mit dem des 911 3.8 RSR-Rennwagens identisch.“
450 PS, 4,0 s bis 100 km/h
Der GT3 RS will das perfekte Auto für den Ausflug auf die Rennstrecke sein – ohne weiteren Optimierungsbedarf, abgesehen vielleicht von der 8711 Euro teuren Karbon-Keramikbremse. Die extrem leichte Lithium-Ionen-Batterie (1904 Euro, minus zehn Kilo) ist eher etwas für Technikfreaks.
Und doch taugt der heiße Elfer auch für die Stadt oder auch die Autobahn. Wer sich beim Anfahren an die geringe Masse des Schwungrades gewöhnt hat, das unüberhörbare Rasseln im Antrieb beim Auskuppeln akzeptiert und die hohen Bedienkräfte der Schaltung aufbietet, muss nur noch der Semi-Slick-Bereifung ein paar Kurven Zeit geben, bis sie ausreichend Grip aufbaut. Der aggressiv bellende Titan-Endschalldämpfer reitet akustisch oberhalb von 4000 /min Attacke, knapp vor der Grenze von 8500 Touren ist der Porsche deutlich früher zu hören als zu sehen.
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Innen geht es vergleichsweise ruhig zu, der 3,8 Liter-Boxer dreht blitzschnell hoch, die Beschleunigungsorgie auf der Autobahn verläuft unspektakulär – bis 310 km/h oder dem Einsetzen des Drehzahlbegrenzers. Beides geschieht nahezu gleichzeitig. Die Ursache liegt in der verkürzten Hinterachsübersetzung. Auch Gangrad Nr. Sechs ist kürzer übersetzt. Das mit adaptiven PASM-Dämpfern bestückte Fahrwerk gestattet den Insassen sogar ausreichenden Restkomfort.
Selbst im Sportmodus wird der RS nicht zum ultraharten Bock. Die Schlupfgrenze ist gut ertastbar, das PSM (ESP) greift spät ein. Preuninger: „Das Auto erreichte im Versuchsbetrieb eine Rundenzeit von 7.33 Minuten auf der Nordschleife. Unter 7.30 min sollten drin sein.“ 170 Kilo Abtrieb lasten auf dem Porsche bei Tempo 300, optimiert ist die Aerodynamik aber auf den Bereich um 230 km/h. Mehr Zahlen? Bis zu 1500 dieser Extrem-Elfer kann Porsche in diesem Jahr bauen. Und für rund 146.000 Euro können Sie mit ihm die Ideallinie suchen.
Holger Eckhardt

















































