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Mercedes SL 500

Frisch gemacht

Man sieht es ihm kaum an, aber der Mercedes SL hat sein Wesen gewandelt. Äußerlich kaum verändert, geht der Luxus-Roadster mit einer komplett neuen Motorenpalette nun deutlich beherzter zur Sache.

Eckdaten
PS-kW387 PS (285 kW)
AntriebHeckantrieb, 7 Gang Automatik
0-100 km/h5.40 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit250 km/h
Preis102.544,00 €

Fast hätte es keiner mitbekommen, aber der SL ist nicht mehr ganz der Alte. Ab 11. März steht das geliftete Modell in den Showräumen, doch das merkt man erst auf den zweiten Blick. Vorn gibt es einen neuen Stoßfänger mit modifizierter Schürze, einen leicht geänderten Kühlergrill und Nebelscheinwerfer im Metallrahmen, hinten Leuchten im Klarglas-Design, dazu ein paar neue Leichtmetallräder das war es schon mit der Kosmetik. Viel mehr hat sich allerdings unter der langen SL-Haube getan. Vom Einstiegsmodell SL 350 (272 PS, V6, 81548 Euro) bis hin zum SL 600 (517 PS, Biturbo-V12, 134096 Euro) wird die Baureihe mit neuen oder modifizierten Motoren aufgerüstet. Lediglich der fulminante Biturbo-V12 im SL 65 AMG (612 PS, 206132 Euro) blieb unangetastet. Den größten Zuspruch innerhalb der SL-Palette dürfte nach wie vor der SL 500 bekommen. Und hier haben wir es mit einer kompletten Neuentwicklung zu tun: Der 5,5-Liter-V8 mit nunmehr 388 PS (Vorgänger: 5,0 Liter, 306 PS) läutet bei Mercedes - zunächst in der S-Klasse und im SL - das Zeitalter einer neuen V-Motorengeneration ein. Dreiventiltechnik und Doppelzündung sind damit in Zukunft passé. Stattdessen arbeiten die neuen Vierventil-V-Aggregate mit stufenlos variablen Steuerzeiten, Schaltsaugrohr und Tumble-Klappen im Einlass. Letztere verengen bei niedriger Drehzahl den Ansaugquerschnitt, um im Brennraum für eine effektive Gemischbildung und eine kraftvolle Verbrennung zu sorgen. Bei hohen Drehzahlen hingegen schmiegen sich die Klappen strömungsgünstig in die Saugrohrwandung und machen so den Weg für einen möglichst ungehinderten und großen Ansaugluftdurchsatz frei. Genug der Theorie, Ring frei zur ersten Proberunde. Bereits nach dem Start kündet ein wohlig sonorer, dennoch zurückhaltender V8-Sound von der neuen Kraft unter der Haube. Und die aufwändige Technik zeigt Wirkung: Im Gegensatz zum auch klanglich eher bescheidenen Vorgänger geht der neue SL 500 wesentlich spontaner zu Werke, reagiert bissiger auf Gaspedalbewegungen und stellt in nahezu jedem Drehzahlbereich mehr Kraft zur Verfügung. Zudem hat die neue, flink und sanft schaltende Siebengang-Automatik ihren Anteil am nun deutlich spritzigeren Charakter des SL 500. Gegen 290 Euro Aufpreis lässt sich das Getriebe auch manuell über Schaltwippen am Lenkrad betätigen. In der Praxis erweist sich diese Option jedoch als überflüssig, denn der schlaue Automat wählt je nach Gaspedalstellung und Drehzahl stets die passende Übersetzung. Zwar beherrscht auch der neue SL das entspannte und komfortable Schönwetter-Dahingleiten so gut wie sein Vorgänger, aber dank der direkter übersetzten Lenkung und dem verfeinerten ABC-Fahrwerk (Active Body Control) geht es nun beherzter und leichtfüßiger um die Ecken. Dabei minimiert das aktive Fahrwerk die Karosseriebewegungen auf ein Minimum, was der Kurvenstabilität zugute kommt. Sonst ist der SL, was die problemlose Bedienung und seine grundsolide Bauweise angeht, tatsächlich der Alte geblieben. Das gilt auch für die Preisgestaltung. Für die meisten Interessenten wird der SL 500 ein Traum bleiben, denn für dessen Erfüllung sind 102544 Euro zu entrichten. Im Vergleich zum Vorgänger sind das noch einmal 2146 Euro mehr, die allerdings durch die gestiegenen inneren Werte aufgewogen werden. Jürgen Voigt

Inhaltsübersicht

Autos im Test

Mercedes SL 500

PS/KW 387/285

0-100 km/h in 5.40s

Heckantrieb, 7 Gang Automatik

Spitze 250 km/h

Preis 102.544,00 €