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Geschärfter Blick - Peugeot 207 HDI FAP 110

Geschärfter Blick

Mit rekordverdächtigen 78 Zentimeter breiten Frontscheinwerfern hat der neue Peugeot 207 seine Käufer im Visier. Wie steht es um die übrigen Qualitäten?

Eckdaten
PS-kW109 PS (80 kW)
AntriebFrontantrieb, 5 Gang manuell
0-100 km/h10.10 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit193 km/h
Preis14.850,00 €

Wenn ein Kleinwagen wie der Peugeot 206 in der Jahresstatistik drei Mal in Folge (2001 bis 2003) den Titel des meistverkauften Autos in Europa holt und in Deutschland (2001 bis 2004) das meistverkaufe Import-Auto ist, sind die Erwartungen an seinen Nachfolger entsprechend hoch. Vor allem dann, wenn die Kleinwagenklasse nach Einschätzung von Peugeot in Europa weiter an Bedeutung gewinnt. Derzeit beträgt ihr Anteil bereits 33 Prozent. Um hier weiterhin gut aufgestellt zu sein, bleibt neben dem 207 der preisgünstige 206 vorerst weiter im Programm. Rein optisch besticht der 207 vor allem durch Größenwachstum. In der Länge um 21, beim Radstand um zehn, in der Breite um sieben und in der Höhe um fünf Zentimeter gewachsen, verspricht er ein besseres Platzangebot als der Vorgänger. Die erste Sitzprobe auf dem angenehm straff gepolsterten Gestühl bestätigt das. Es wird deutlich, dass der Begriff Kleinwagen angesichts des großzügigeren Raumgefühls hier eigentlich nicht mehr zutrifft. Auffallend sind das tiefe Armaturenbrett und die von der Nasenspitze arg weit entfernte Frontscheibe. Diese Architektur erinnert schon an einen Van. Im Fond jedoch haben groß gewachsene Leute - bedingt durch die nach hinten deutlich abfallende Dachlinie - wenig Kopffreiheit. Erfreuliche Entwicklung auch beim Interieur: Der teilweise spröde Hartplastikcharme des 206 wich spürbar hochwertigeren Materialien. Unter der Haube stehen zur Markteinführung in Deutschland am 6. Mai 2006 drei Motoren zur Wahl: ein 1,4 Liter großer Benziner mit 88 PS, ein 1,6-Liter-Benziner mit 109 PS und ein mit Rußpartikelfilter bestückter Diesel mit identischem Hubraum und gleicher Leistung. Ab September kommt als Einstiegsversion noch ein 1,4-Liter-Benziner mit 73 PS hinzu. Und zum Jahresende wird die Palette durch den neuen, aus der Kooperation mit BMW stammenden 1,5 Liter großen Benzin-Direkteinspritzer erweitert, der als Saugmotor 115 und turbogeladen 150 PS leistet. Zudem existiert für den 207 bereits ein gedrosselter 1,6 Liter großer HDi mit 90 PS. Ob dieser Diesel jedoch nach Deutschland kommt, ist noch ebenso offen wie der in diesem Fall angeratene Einsatz eines Rußpartikelfilters. Für die erste Ausfahrt stand uns der 109-PS-HDi zur Verfügung. Bei diesem Motor fällt auf, dass zunächst nichts auffällt, denn beim Dreh des Zündschlüssels fehlt das dieseltypische Startgeräusch. Im Leerlauf ist sein Nageln angenehm verhalten. Obwohl mit einem maximalen Drehmoment von 240 Newtonmetern bei 1750 /min gesegnet, passiert allerdings wegen einem verzögerten Ansprechen des Turboladers unterhalb dieser Drehzahl nicht viel. Per Overboost-Funktion lässt sich das Drehmoment unter Volllast kurzzeitig auf 260 Newtonmeter erhöhen. Oberhalb von 2000 /min gefällt der Motor mit kräftigem Durchzug und kultiviertem Lauf, beim Ausdrehen der Gänge dringen nur wenig störende Vibrationen in den Innenraum. Das Fünfgang-Getriebe lässt sich präziser schalten als das des Vorgängers. Laut Peugeot soll der 207 die 100-km/h-Marke nach 10,1 Sekunden passieren, die Spitze liegt bei 193 km/h. Den EU-Verbrauch geben die Franzosen mit 4,8 Liter Diesel pro 100 Kilometer an. Auf kurvenreichen Strecken gefällt der Peugeot mit seiner präzisen Lenkung. Da die Seitenneigung hier gering ist, wirkt das Auto sehr handlich. Der Eindrehtendenz des Hecks beim Gaslupfen in Kurven wirkt das ESP erfolgreich entgegen. Auch die Federung ist besser als beim Vorgänger. Lediglich auf Schlaglöchern wirkt der 207 etwas poltrig, was auch auf die 17 Zoll großen Räder des Testwagens zurückzuführen sein dürfte. Mit 73-PS-Motor und der Basis-Ausstattung Filou kostet der dreitürige Franzose 11 650 Euro. Der Aufpreis für vier Türen beträgt 700 Euro. Darüber rangiert die Ausstattungslinie Tendance unter anderem mit Klimaanlage und Kopf-Airbags. Den Parfümspender für duftende Innenraumluft gibt es ab dieser Version als Extra. Ab der Sport-Version kommen Sportsitze, Alu-Räder und ein ESP dazu (Aufpreis bei Filou und Tendance: 450 Euro). Die Topversion Platinum kennzeichnet unter anderem ein Glasdach, Reifendrucksensoren und 17-Zoll-Räder. Sport und Platinum sind im Gegensatz zu Filou und Tendance optisch an dem tiefer eingebetteten Markenlogo und einer den Kühlergrill leicht überlappenden Frontnase zu erkennen und gegen 150 Euro Aufpreis mit Kurvenlicht bestellbar. So ausgestattet, dürfte der 207 gute Chancen haben, die Blicke der potenziellen Käufer auf sich zu ziehen und die Peugeot-Erfolgsstory bei den Kleinwagen fortzuschreiben. Elmar Siepen

Inhaltsübersicht

Autos im Test

Peugeot 207 HDI FAP 110

PS/KW 109/80

0-100 km/h in 10.10s

Frontantrieb, 5 Gang manuell

Spitze 193 km/h

Preis 14.850,00 €