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Ford Fiesta 1.6 TDCi

Brav war gestern

Mit angespitztem Design und dem Anspruch, Maßstab in Sachen Fahrdynamik zu sein, startet der neue Ford Fiesta am 11. Oktober bei den Händlern.


Eckdaten
PS-kW90 PS (66 kW)
AntriebFrontantrieb, 5 Gang manuell
0-100 km/h11.20 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit180 km/h
Preis15.575,00 €

Neben den letzten Ford-Neuheiten sah der Fiesta schon arg alt aus. Keine Rede von Kinetic-Design mit nach vorn drängenden Linien, die das Auto schon im Stand schnell wirken lassen. Stattdessen eher sachliche Kantigkeit mit einem Schuss ins Brave. Doch damit ist jetzt Schluss.

Der neue kleine Kölner wirkt fast wie eine verkleinerte Kreuzung aus dem Sport-Van S-Max und dem neuen SUV Kuga. Sanft geht die Motorhaube in die flach stehende Windschutzscheibe über, die Fensterlinie steigt nach hinten an und als Krönung gibt es ein Heck im Coupé-Stil, in das 295 bis 979 Liter Gepäck passen. Auch im Inneren ist der Fiesta auf hipp und cool getrimmt. Die Bedientasten für das übrigens sehr gut klingende CD-Radio und das Mobiltelefon, das gegen Aufpreis per Bluetooth-Schnittstelle integriert werden kann, sind V-förmig angeordnet hoch oben in der Mittelkonsole. Ältere werden dabei an Ghettoblaster denken und den Bedienungs-GAU befürchten.

Doch langsam, langsam: Die Bedienlogik ist sehr gut und selbst erklärend; der Blick in die Bedienungsanleitung ist nicht nötig, um den Klang einzustellen, Sender zu speichern oder Musik von iPOD & Co zu hören, die sich mittels einer optionalen USB-Buchse anschließen lassen. Größter funktionaler Mangel des Fiesta ist die katastrophale Übersichtlichkeit nach vorn und hinten. Kein geringes Problem für einen Kleinwagen, der naturgemäß viel in der Stadt bewegt und daher auch oft auf kleinstem Raum geparkt wird.

Immerhin: Ford hat das selbst erkannt und bietet gegen 455 Euro Aufpreis eine Einparkhilfe nicht nur für hinten, sondern auch für vorn an. Zwischen Aus- und Einparken macht der neue Ford dafür umso mehr Spaß. Das beginnt mit der sehr kommoden Sitzposition hinter dem nun in zwei Richtungen einstellbaren Lenkrad, setzt sich fort in geringen Bedienkräften für Pedale, Schaltung und die Lenkung und setzt sich nahtlos fort im sehr agilem Handling. Der Federungskomfort bleibt übrigens trotzdem erwähnenswert gut.

Für die erste Ausfahrt stand der Fiesta mit dem 90 PS starken 1,6 Liter-Diesel zur Verfügung.

Auch er gibt keinen Grund zur Klage, denn er vereint gute Laufkultur mit spontanem Ansprechen auch bei niedrigen Drehzahlen und reichlich Kraft. Die Werksangaben (0-100 km/h in 11,9 Sekunden, 175 km/h Spitze) klingen jedenfalls glaubwürdig. Man ist bei Bedarf sehr flott unterwegs – und laut Werksangaben auch sehr sparsam: der EU-Normverbrauch liegt bei nur 4,2 Liter Diesel. Mit zu diesem guten Wert trägt auch die Gewichtsdiät bei, die Ford dem neuen Fiesta verordnete.

Obwohl einige Kilo in die wirksame Schalldämmung flossen und die serienmäßige Sicherheitsausstattung sogar einen Fahrerknieairbag umfasst, soll der Neue gegenüber dem alten Fiesta um 40 Kilogramm abgespeckt haben und als 1.6 TDCI deutlich unter 1000 Kilogramm wiegen - wenn keine schweren Extras mit an Bord sind. Kein überflüssiges Fett auch in der Preisliste, die bei 11250 Euro für den Dreitürer-Benziner mit 60 PS beginnt: So kostet der gefahrene Fünftürer 1.6 TDCI 15250 Euro.

Michael Harnischfeger

» Bildgalerie vom neuen Fiesta

Inhaltsübersicht

Autos im Test

Ford Fiesta 1.6 TDCi

PS/KW 90/66

0-100 km/h in 11.20s

Frontantrieb, 5 Gang manuell

Spitze 180 km/h

Preis 15.575,00 €