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Auto Fahrbericht Gib mir die Kugel

Fiat 500

Fiat 500
Fiat 500

In schnell angegangenen Kurven...

Knutschkugel nannten die deutschen Fans den legendären, zwischen 1957 und 1975 gebauten Fiat Nuova 500. Jetzt ist die Kugel zurück – mit Frontantrieb, mindestens 69 PS und zu Preisen ab rund 10500 Euro
Eckdaten
PS-KW: 69 PS (51 kW)
Antrieb: Vorderrad, 5 Gang manuell
0-100 km/h: 12.90 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit: 160 km/h
Preis: 10500 €

Zugegeben, in Deutschland hatte es der Nuova 500, so genannt, weil schon sein Vorgänger mit Beinamen Topolino 500 hieß, zeitlebens schwer. Gegen den kaum teureren VW Käfer hatte der 500 mit seinen zwei Zylindern und 13,5 bis 18 PS wenig Chancen. In Italien freilich war das anders. Dort übernahm er die Rolle des einheimischen Familien- und Volkswagens. Er war für Millionen der große Schritt von der Vespa oder der Moto Guzzi Galletto zum Automobil. Und er lehrte Generationen von Autofahrern das gefühlvolle Schalten unsynchronisierter Getriebe, denn mit solchen Kleinigkeiten hielt sich der geniale Fiat-Konstrukteur Dante Giacosa nicht auf. Dafür liebt Italien den 500 bis heute so sehr, dass angeblich rund 600000 Autos immer noch unterwegs sind. Der Neue scheint so mühelos in die Rolle seines legendären Vorgängers zu schlüpfen wie Fabio Cannavaro in die des klassischen italienischen Defensivkünstlers. Dafür sprechen die vielen Rufe, bewundernden Blicke, gezückten Fotohandys und Menschenaufläufe, wo immer der neue 500 dieser Tage in Turin auftaucht. Dafür sprechen auch die 25000 Vorbestellungen allein aus Italien. Den Interessenten reichte es womöglich schon, dass der neue 500 dem alten so gleicht wie eine hübsche Tochter der etwas in die Jahre gekommenen, aber immer noch attraktiven Mutter. Ein Hauch von Retro, ausgewogen und frisch, sodass das Erbgut zart durchscheint, ohne sich ungebührlich aufzudrängen. Drei Motoren zum Start Was der neue 500 freilich nicht geerbt hat, ist die Heckmotor-Architektur. Er basiert auf einer überarbeiteten Panda-Plattform, und die Motorenpalette hält vorerst zwei Benziner sowie einen Turbodiesel bereit. Die Basisvariante ist ein 1,2 Liter großer Vierzylinder aus der Fire-Familie mit 69 PS. Die reichen, wie eine erste Ausfahrt in und um Turin zeigte, für den urbanen Betrieb voll und ganz aus. Der kleine Benziner hängt gut am Gas und gibt sich im Übrigen angenehm kultiviert. Für einen Hauch mehr Schub sorgt der 1,3-Liter-Diesel mit 75 PS. Ende der Fahnenstange ist vorläufig der 1,4-Liter-Benziner mit 100 PS. Wenig Überraschendes auch beim Fahrwerk. Die Lenkung mit dem bei Fiat obligatorischen City-Modus ist sehr leichtgängig, das Fahrwerk eher komfortabel als straff. In schnell gefahrenen Kurven ist der 500 ein braver Untersteuerer, der auch bei abrupten Lastwechseln auf Kurs bleibt, auch wenn – wie in diesem Fall – kein ESP an Bord ist (Serie nur bei 100-PS-Version). Viele Gründe also, um sich im Cockpit richtig wohlzufühlen. Ein MP3-Radio ist schon in der BasisVersion mit dabei, die Sitze sind zwar klein geraten, aber bequem, das Zentralinstrument liegt gut im Blick, und das in Wagenfarbe lackierte Instrumentenbrett erfreut Auge wie Herz. Ab Oktober soll der 500 nach Deutschland kommen. Die Preise werden zur IAA bekannt gegeben, doch die Preisliste wird vermutlich bei etwa 10500 Euro beginnen. Heinrich Lingner

Autos im Test


Fiat 500
Fiat 500
PS/KW 69/51
0-100 km/h in 12.90s,
Vorderrad, 5 Gang manuell
Spitze 160 km/h
Preis 10500 €
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