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Ehrliche Haut

Skoda Yeti 2.0 TDI

Der cool gestylte Skoda Yeti ist ein Raumwunder mit vielen Überraschungen. Nach über 200 Fahrkilometern und einem ersten Geländetest steht fest: Das kompakte SUV hat das Zeug zum Hit

Eckdaten
PS-kW140 PS (103 kW)
AntriebAllrad, 6 Gang manuell
0-100 km/h10.40 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit190 km/h
Preisk.A.

Kennen Sie das gute Gefühl, einmal alles richtig gemacht zu haben? So wie damals beim Kauf dieses schwarzen Mountainbikes oder fünf Jahre später, als Sie gerade mit Tanja den vierwöchigen Abenteuerurlaub gebucht hatten? Wir wollen uns jetzt mal nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, aber möglicherweise bekommen Sie dieses Gefühl auch nach dem Kauf des neuen Yeti, mit dem Skoda Ende August erstmals in die Klasse der kompakten SUV marschiert.

Schon optisch wirkt der Tscheche wie aus einem Guss. Kein peinliches Kuhfängergehabe, keine Ich-fress-dich-Visage, keine gequälten Kurven, keine Schnörkel. Dafür eine gut proportionierte Stämmigkeit mit Anklängen an den Roomster, kurze Karosserieüberhänge (gut fürs Gelände), und ein paar feine Designblitze. Richtig, wir meinen zum Beispiel die Scheinwerferkombination mit den smarten Bullaugen, hinter denen Tagfahrlicht, Nebelscheinwerfer und das optionale Abbiegelicht lauern.

Und dann natürlich das ultimative Steilheck mit den extrem bündigen Leuchten, die vermutlich schon in der Steinzeit mit der Säule verschmolzen waren. Sicherlich resultiert die pralle Wirkung des Hecks auch aus ganz profanen Formattricks: Die Spurweite des Yeti übertrifft jene des Octavia vorn um zwei und hinten sogar um vier Zentimeter.

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Doch den größten Joker zieht der Tscheche im Innenraum. Obwohl er mit einer Außenlänge von nur 4,22 Meter den in vielen Bausteinen identischen VW-Kollegen Tiguan in der Länge um 20 Zentimeter und den Hauptkonkurrenten Nissan Qashqai noch um zehn Zentimeter unterbietet, überrascht er im Innenraum – auch dank des langen Radstands von 2,58 Meter – mit sensationell viel Platz. Selbst auf der Rückbank haben 1,93-Meter-Menschen wie der Autor noch genügend Knie- und Kopffreiheit. „Unser Yeti bietet im Klassenvergleich ein extrem großes Innenraummaß“, bestätigt Entwicklungsvorstand Eckard Scholz.

Der Innenraum ist vorbildlich Variabel
Dazu kommen in beiden Reihen große, orthopädisch gestaltete Sitze. Hinten lassen sie sich wie beim Roomster („VarioFlex“) längs um 15 Zentimeter verschieben oder ganz herausnehmen. Bei ausgebautem Mittelsitz sind die äußeren Rücksitze sogar in Querrichtung verstellbar – das bietet noch kein SUV-Konkurrent. Der große Kofferraum offeriert 510 bis zu 1760 Liter Ladevolumen bei ausgebauten Rücksitzen plus ein schlaues Befestigungssystem mit verschiebbaren Haken für Tüten und Picknickkörbe.

Besonderes Lob verdient die ungewöhnlich gute Übersichtlichkeit. Die Sitzposition ist sechs Zentimeter höher als in der Octavia- Limousine. Im Yeti rangieren Einparkmuffel auch deshalb stressfrei, weil die Karosserie genau zeigt, wo vorn und hinten Schluss ist. „Da haben wir lange dran gearbeitet“, grinst Scholz. Überhaupt, die Bedienung: Alles liegt im Blick, alles ist in Reichweite. Dazu gibt es viele Ablagefächer, und in die Türtaschen passen große Sprudelflaschen. Das optionale, sehr feine Lederlenkrad offeriert sportliche Griffmulden.

Zum Verkaufsstart kommen fünf Motoren. Den Benziner-Einstieg markiert ein neuer, vierzylindriger 1,2-Liter-TSI mit 105 PS, auf Wunsch mit siebengängiger DSGAutomatik. Darüber liegt der 1,8- Liter-TSI mit 160 PS. Später folgt noch ein 1,4-Liter mit 122 PS. Den Zweiliter-Common-Rail-Diesel gibt es in drei Leistungsstufen mit 110, 140 und 170 PS. In Sicht ist außerdem der neue 1,6-Liter-TDI des VW-Konzerns – er kommt bestimmt in der 90-PS-Version. Die Basismodelle haben Frontantrieb, alle anderen sind Allradler. Gefahren haben wir den 140-PSDiesel. Er schnurrt leise, hat genug Power für alle Aktionen des Alltags und dürfte, offizielle Daten folgen, auf 100 Kilometern mit gut sechs Litern auskommen.

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Der drehmomentstarke Selbstzünder passt gut zum Yeti, der, so unser Fahreindruck, ein gut trainiertes Handling und eine sensibel ausbalancierte Federung bietet: keine stuckrige 4x4-Härte, aber auch keine Schaukelei. Auf einer heftigen Offroad-Piste in den Wäldern Norwegens bewies der Tscheche, der eine Bodenfreiheit von 180 mm aufweist, auch Geländekünste. Steilauffahrten, tiefe Spurrinnen, fiese Schlammlöcher – kein Problem für den Yeti, dessen Name nicht umsonst an das Himalaya-Fabelwesen erinnert.

Dabei hilft ihm seine elektronisch gesteuerte Haldex-Kupplung, die das Drehmoment zu den Rädern mit der besten Traktion leitet: Auf trockener Straße werden bis zu 96 Prozent auf die Vorderräder übertragen, bei Bedarf geht die Kraft fast voll an die Hinterachse. Ein Druck auf die Geländetaste bewirkt zusätzliche Hilfe: Nun werden ABS, Antriebsschlupfregelung (ASR) und das elektronische Sperrdifferenzial (EDS) auf das Gelände angepasst, ASR erlaubt zum Beispiel ein höheres Schlupflimit. Aktiviert wird zudem der Bergabfahrassistent, der per Bremseingriff das Tempo konstant hält. Hardcore-Fans oder Förster können ein Schlechtwege-Paket ordern. Hier ist der Unterfahrschutz nicht aus Kunststoff, sondern aus Stahl. Hinzu kommt ein Schutz für die Hinterachse.

Natürlich gibt es auch Stellen, an denen die Tschechen ein wenig gespart haben: Der Schminkspiegel ist nicht beleuchtet, das Radio hat eine ältliche Stabantenne, die Handbremse ist noch was zum Ziehen und kein smartes Elektroknöpfchen wie im Tiguan. Der Yeti ist eben kein Yuppie, sondern eine ehrliche Haut. Doch spätestens bei der Preisansage ist das vergessen: Die frontgetriebene 105-PS-Version soll keine 20 000 Euro kosten.
Wolfgang Eschment

Inhaltsübersicht

Autos im Test

Skoda Yeti 2.0 TDI

PS/KW 140/103

0-100 km/h in 10.40s

Allrad, 6 Gang manuell

Spitze 190 km/h

Preis k.A.