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Die Blitz-Armada

Die Blitz-Armada

Opels Angriff in der Kompaktklasse läuft. Mit Ansprechendem Design, modernster Technik und moderaten Preisen sorgt die dritte Astra-Generation für Aufsehen. Die Kaufberatung stellt die aktuelle Flotte vor und hilft, das individuelle Modell zu finden

Eckdaten
PS-kW125 PS (92 kW)
AntriebHeckantrieb, 5 Gang manuell
0-100 km/h10.80 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit198 km/h
Preis17.010,00 €

Eine Rückschau auf das Werden und Vergehen beliebter oder auch glückloser Automobil-Baureihen zeigt eines deutlich: Wenn das Produkt stimmt, kommt auch der Erfolg. Stimmt es nicht, helfen selbst Null-Prozent-Finanzierungen, Gratis-Extras oder gewievte Marketing-Rochaden auf Dauer meist wenig. Ein Paradebeispiel für saubere Arbeit liefert derzeit die Adam Opel AG in Gestalt des neuen Astra ab. Gute Testergebnisse einerseits und die oft geäußerte Leser-Meinung – Tenor: "Der sieht einfach klasse aus" – sind eine deutliche Ansage. Deutlich wird auch Technik-Vorstand Hans H. Demant, der für seine Marke die "Technologieführerschaft in einer hochvolumigen Fahrzeugklasse" reklamiert, in der "viele Kunden davon profitieren". Und tatsächlich halten im neuen Astra zahlreiche Technik-Komponenten Einzug, die es andernorts gar nicht oder nur im Hochpreis-Segment gibt. Das mitlenkende Scheinwerfersystem AFL (Adaptives Fahrlicht) etwa samt Xenon-Lampen für Fern- und Abblendlicht. Gegenwärtig läuft der dritte Astra – noch in diesem Jahr sollen 200000 Einheiten verkauft werden – ausschließlich als Fünftürer vom Band. Im Herbst folgen der Kombi (Caravan) und im Frühjahr 2005 der Dreitürer (GTC) mit coupéähnlichem Dachverlauf. Sechs Motorvarianten sind zur Zeit im Angebot – vier Benziner (90 bis 170 PS) und zwei 1,7-Liter-Common-Rail-Diesel (80 und 100 PS). Der schwächliche Basis-Diesel mit 80 PS wird hauptsächlich in süd- und osteuropäischen Exportländern eine Rolle spielen. Hierzulande sollten Freunde des sparsamen Fortkommens zum 100 PS leistenden 1.7 CDTI greifen oder noch bis September warten. Dann wird der in Zusammenarbeit mit Fiat entwickelte 1,9-Liter-Selbstzünder ausgeliefert (Verkaufsbezeichnung: 1.9 CDTI), der hinsichtlich Kraftentfaltung und Verbrauchsverhalten endlich dem Wolfsburger Rudel diverser TDI-Golf die Stirn bieten kann. Über den Einbau eines umweltfreundlichen und Image fördernden Rußpartikelfilters ist in Rüsselsheim das letzte Wort noch nicht gesprochen und der Fahrzeugpreis nicht kalkuliert. Fest steht aber, dass der mit 120 und 150 PS erhältliche 1.9 CDTI die EU-4-Norm erfüllt. Die von uns bereits gefahrene 150-PS-Version liefert schon bei niedrigen Drehzahlen kraftvollen Schub und erlaubt eine ausgesprochen schaltfaule Fahrweise. Das ist angesichts des maximalen Drehmoments von 315 Newtonmetern auch kaum verwunderlich – an Bord eines Astra, der bislang beim Diesel nicht erste Wahl verkörperte, aber auf jeden Fall ein ganz neues Fahrgefühl. Einen weiteren motorischen Leckerbissen stellt unter den Otto-Aggregaten der 2,0-Liter-Turbo dar. Stramme 170 PS und der vibrationsarme, leise Motorlauf sprechen für den derzeit stärksten Benziner, der äußerlich nur am verchromten Auspuffendrohr erkennbar ist und bis auf die Basis-Version mit vier der fünf lieferbaren Ausstattungs- linien kombiniert werden kann. Allerdings sind mindestens 20900 Euro dafür zu entrichten und – laut Werksangabe – 9,1 Liter Super pro 100 Kilometer nachzutanken. Ein Wert, der in der Praxis erfahrungsgemäß um rund zwei Liter höher ausfallen kann. Die beiden mittleren Benziner stellen die vernünftigste Wahl dar. Im Prinzip reicht das 1,6-Liter-Modell mit 105 PS vollauf. Es verfügt über die Twinport-Technologie, die mithilfe einer variablen Einlasssteuerung den Verbrauch im Zaum hält. Der 1,6-Liter läuft kultiviert und erfreulich genügsam, und auch die mögliche Höchstgeschwindigkeit von 185 km/h sollte reichen. Etwas bessere Werte liefert der 1,8-Liter-Vierzylinder mit 125 PS, für den im Basis-Astra 550 Euro mehr bezahlt werden müssen. Der leicht bessere Durchzug und das insgesamt etwas niedrigere Drehzahlniveau stehen auf der Haben-Seite des 1,8-Liters, der als einziger mit einer Getriebe-Automatik lieferbar ist. Für den 1,6-Liter gibt es das automatisierte Schaltgetriebe Easytronic, das auf Grund deut-licher Schaltrucke und -pausen wenig harmonisch agiert. Der 90 PS leistende 1,4-Liter-Twinport schließlich ist eine mäßig durchzugsfreudige Antriebsquelle für ruhige Naturen. Jeder Astra verfügt über eine umfangreiche Sicherheitsausstattung samt ESP (siehe Kasten S. 67). Sie lässt sich in Bezug auf das Fahrwerk aber noch weiter verbessern: Hinter dem Kürzel IDS-Plus (Interactive Driving System) verbirgt sich ein aufwändiges Fahrwerkssystem, das durch die Vernetzung von ABS, Traktionskontrolle und elektronischer Dämpferregelung ein hohes Maß an Fahrsicherheit, Komfort und Fahrfreude bereithält. Ebenfalls empfehlenswert ist der Berganfahr-Assistent (HSA), der zum Aufpreis von 190 Euro das Zurückrollen des Fahrzeuges beim Anfahren am Berg verhindert. Wer auf Allerwelts-Extras wie Alu-Felgen und Metalliclack verzichten kann, sollte das ge-sparte Geld ins Adaptive Fahrlicht (AFL) investieren. Das Kurvenlicht und die gute Ausleuchtung der Fahrbahn durch Xenon-Technologie entlasten die Augen bei Nachtfahrten spürbar. Von den fünf zur Wahl stehenden Ausstattungslinien sind "Enjoy" und "Elegance" besonders interessant. Enjoy gefällt mit frischen Innenraum-Farben und enthält im Prinzip alles Wichtige. Elegance bietet samt Velours-Polstern viel fürs Auge und mit dem serienmäßigen Tempomat, Regensensor sowie automatisch abblendendem Innenspiegel auch Komfortables.

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