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Chrysler 300C Hemi

Stern-Fahrt

Chrysler startet mit einem neuen Flaggschiff durch. Mit Zylinderabschaltung und der Hilfe von Mercedes wollen die Amerikaner mit dem 300 C nach den Sternen greifen

Eckdaten
PS-kW340 PS (250 kW)
AntriebHeckantrieb, 5 Gang Automatik
0-100 km/h6.40 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit250 km/h
Preis51.000,00 €

Erfolgreiche Autos in Amerika waren stets ausladend groß und üppig motorisiert. Jetzt versucht Chrysler, mit genau diesem Konzept an alte Erfolge anzuknüpfen: Der Chrysler 300C Hemi ist knapp fünf Meter lang und wird von einem neu entwickelten V8-Motor mit 5,7 Liter Hubraum angetrieben. Der Beiname "Hemi" soll dabei an längst vergangene Zeiten amerikanischer Motorenkonstruktionen erinnern an jene Triebwerke, deren Brennräume sich wie Klostergewölbe über die Kolben spannten. Diese hemisphärischen Formen geben dem Konzept den Namen und gelten als gute Basis für eine spontane Kraftentfaltung. Doch das von den Amerikanern wegen seiner Durchzugsstärke und des satten Sounds geliebte Motorenkonzept geriet in den Jahren der Ölkrise in Vergessenheit, denn diese Triebwerke verbrauchten einfach zu viel. Mit neuer Technik will Chrysler den Durst zügeln, ohne die Tugenden der Hubraum-Boliden zu mindern. Die Basis stellt ein massiver Graugussblock mit einem Zylinderwinkel von 90 Grad dar. Dazwischen werkeln alte und moderne Technik Hand in Hand. Jeder Zylinder verfügt nur über zwei statt vier Ventile, eine einsame Nockenwelle dreht sich zwischen den Zylinderbänken, und lange Stößelstangen halten die Ventile, groß wie Taschenuhren, im Takt. Andererseits bemisst ein variables Saugrohr die optimale Luftzufuhr und zünden Doppelfunken das Gemisch. Und wird dem Motor nicht die volle Leistung abverlangt, dann schaltet ein elektrohydraulisches Regelsystem namens MDS (Multi Displacement System) kurzerhand die Hälfte der Zylinder ab. Dann arbeiten nur noch die zwei äußeren der rechten sowie die zwei inneren Zylinder der linken Reihe und schleppen die anderen vier mit. Ziel der Zwangspause: eine Senkung des Spritverbrauchs. Chrysler gibt sich optimistisch und nennt einen Verbrauch von nur 11,4 Litern auf 100 Kilometern. Bei unserer ersten Testfahrt mit Chryslers neuem Flaggschiff ging der 76-Liter-Tank allerdings bereits nach 370 Kilometern zur Neige. Das entspricht einem Verbrauch von immerhin rund 20 Litern pro 100 Kilometer. Immerhin: Vom Ein- und Ausschalten der Zylinder ist nichts zu merken. Beim Tritt aufs Gaspedal entfesselt der Motor eine enorme Kraft, die den 1,8-Tonner in 6,4 Sekunden auf Tempo 100 katapultiert. Der Chrysler 300C bietet bereits serienmäßig mit Lederausstattung, Audioanlage und Multifunktions-Lenkrad viel Komfort. Die Fünfstufen-Automatik stammt aus der Mercedes E-Klasse und sorgt dafür, dass ein Drehmoment von bis zu 525 Newtonmetern souverän auf die Straße gelangt. Die Antrittskraft lässt sich gut dosieren, übermotorisiert fühlt sich dieses Auto nicht an. Auch beim Fahrwerk kommen diesem Chrysler Daimler-Erfahrungen zugute. Das Hinterachs-Konzept stammt von der Mercedes E-Klasse. Es sorgt für Komfort und sichere Kurvenfahrt. Ein straffes Fahrwerk kann der Hemi aber nicht bieten. Statt lautem Blubbern ist beim Chrysler 300C ein angenehmer Sound angesagt: Beim Dahingleiten dringt ein gut gedämpftes sonores Säuseln ans Ohr, bei kräftigen Gasstößen bekennt sich der Chrysler markant zu seinen acht Zylindern.

Inhaltsübersicht

Autos im Test

Chrysler 300C Hemi

PS/KW 340/250

0-100 km/h in 6.40s

Heckantrieb, 5 Gang Automatik

Spitze 250 km/h

Preis 51.000,00 €