Fahrbericht BMW 2er Cabrio: Premium unter freiem Himmel Ein würdiger Nachfolger?

30.01.2015

Im ersten Fahrbericht muss sich das neue BMW 2er Cabrio 2015 beweisen – wie gut ist den Münchnern der neue Stoffdach-2er gelungen?

Was will das BMW 2er Cabrio sein?
BMW bleibt beim neuen 2er-Cabrio den eigenen Traditionen treu. Die Bayern setzen bei der Ablöse des 1er-Cabrios auch weiterhin auf Dynamik als Identifikationsmerkmal. Dem von uns gefahrenen 228i Cabrio gelingt dabei der Spagat zwischen mitreißender Leistung und zeitgemäßer Effizienz ausgesprochen emotional.

 

Fahrbericht BMW 2er Cabrio: Premium unter freiem Himmel

Das neue 2er Cabrio ist nicht nur der Nachfolger des 1er-Cabrios, sondern auch der legitime Erbe des 02-Cabrios, das Ende der 60er-Jahre bereits die Grund-DNA der Baureihe formte. Der offene BMW verkörpert mit seiner athletischen Formensprache mit knappem vorderen Überhang, langer Motorhaube und markanter Schulterlinie den Premiumanspruch im Kompaktsegment nun noch intensiver.

Dazu hat BMW nicht nur das Design präsenter gestaltet, dem Innenraum mehr Größe gegeben, sondern auch die Technik auf ein neues Level gehoben. BMW will sich unter anderem mit der Kombination aus Effizienz und ausgeprägter Sportlichkeit gegen die Konkurrenz behaupten. Gegenüber dem Vorgängermodell reduzieren sich trotz teilweise gesteigerter Leistung die Verbrauchs- und Emissionswerte um bis zu 18 Prozent. Vor allem der quirlige 228i mit 245 PS und einem Durchschnittsverbrauch von gerade einmal 6,8 Litern auf 100 Kilometern richtet sich dabei an den sportlichen Fahrer, der sein Geld lieber in Extras als in Kraftstoff investiert.

Was ist das BMW 2er Cabrio wirklich?
Das 2er Cabrio ist ein BMW durch und durch. Kein mit optischen Tricks emotionalisierter Fronttriebler, sondern ein Hecktriebler in reinster Form. Ja, auch allen Kritikern zum Trotz: Die Vierzylinder-Turbos sind die bessere Wahl. Sie nehmen dem 2er zum einem die Kopflastigkeit und verleihen ihm dadurch eine beeindruckend agile Leichtigkeit auf der Vorderachse. Kein anderes Auto seiner Klasse folgt so verbindlich jedem Lenkimpuls. Zum anderem interpretieren die aufgeladenen Motoren den kernigen Charakter des legendären M10-Motors mit dem Know-How der Neuzeit. Nur am lauen Klang des Vierzylinders, der sowohl in der Limousine als auch im Cabrio etwas zu kurz kommt, muss BMW noch etwas komponieren.
 
Die Leistungsausbeute des aufgeladenen Vierzylinders passt hingegen. 245 PS und bullige 350 Newtonmeter schon ab 1250 Touren lassen sich jederzeit lustvoll übers Gaspedal dirigieren. Lediglich 6,5 Sekunden benötigt das 228i Cabrio für den Sprint von 0 auf Tempo 100 und begnügt sich erst bei elektronisch begrenzten 250 km/h mit dem Vortrieb. Dass der Verbrauch von gerade einmal 6,8 Litern auf 100 Kilometern dabei mit dem 61 PS schwächeren 220i (6,5 Liter / 100 km) nahezu identisch ist, zeigt das Potenzial der neuen Motorengeneration.

Den vollen Genuss der Technik erfährt man natürlich nur mit offenem Verdeck. Knappe 20 Sekunden genügen und das extra gedämmte Stoffdach mit optimiertem Geräuschkomfort faltet sich flach in den Kofferraum – auch während der Fahrt bis Tempo 50. Die Sitzposition ist tief, die Ergonomie perfekt und der Wind strömt angenehm sanft durch den Innenraum. Der Komfort passt ebenso: BMW bleibt auch beim 2er Cabrio bei einer straffen Grundnote, setzt aber dafür Bestnoten in Sachen Ansprechverhalten.
 
Im Vergleich zum 1er Cabrio ist der offene 2er in der Länge 72 mm und in der Breite um 26 Millimeter gewachsen. Die besseren Platzverhältnisse im souverän verarbeiteten Innenraum resultieren aber aus dem um 30 Millimeter gestreckten Radstand.
 
Dem eigenen Premiumanspruch wird BMW auch bei den Assistenzsystemen gerecht. Allen Modellen vom Einstiegsmodell 218i bis hin zum M235i verfügen über die neue intelligente Vernetzung. BMW bietet für das 2er Cabrio erstmals das neue Navigationssystem Professional an, das über eine fest ins Fahrzeug verbaute SIM-Karte ohne anfallende Gebühren die Navigationsdaten „over the air“ regelmäßig mehrmals im Jahr aktualisiert. Selbst der intelligente Notruf ist nun serienmäßig mit an Bord.
 
Optional gibt es eine ganze Armada von nützlichen Helferlein, auf die der Vorgänger noch nicht zugreifen konnte. Die radarbasierte Geschwindigkeitsregelung mit „Stopp & Go Funktion“ ist ebenso erhältlich wie der neue Parkassistent, der nun auf zwölf statt zehn Sensoren zurückgreifen kann und auf Tastendruck den Fahrer bei längs oder Quereinparken mit den erforderlichen Lenkbewegungen unterstützt.

Wer sind die wichtigsten Wettbewerber?
Die Gegner im Premiumsegment sind schnell ausgemacht. Erster Rivale ist natürlich das Audi A3 Cabrio, das in seiner zweiten Auflage dem Kompaktstummelheck Adieu gesagt hat, und nun mit schickem Stufenheck à la 2er Cabrio im BMW-Revier wildert. Auch der geräumige Opel Cascada strebt ins Premiumsegment und nach solventer Kundschaft. Bei Mercedes hingegen klafft noch eine Lücke, die frühestens 2018 mit einer offenen Version auf A-Klasse-Basis geschlossen wird.

Wer soll das BMW 2er Cabrio kaufen und was kostet es?
Jung und dynamisch, mit Leidenschaft fürs Fahren unter freiem Himmel lautet die Formel für die Zielgruppe des BMW 2er Cabriolets. Allerdings muss auch die Portokasse der anvisierten Kundengruppe üppig gefüllt sein: Bereits das Dreizylinder-Einstiegsmodell 218i mit 136 PS kostet in der Basisversion 32.200 Euro, der stärkere 220i ist ab 35.350 Euro zu haben. Der einzige Diesel (220d) startet bei 38.050 Euro und das Topmodell M235i wechselt für 49.100 Euro den Besitzer. Der von uns gefahrene 228i steht mit 39.550 Euro in der Preisliste. Die Serienausstattung aller Modelle fällt mit Leichtmetallrädern, CD-Radio mit USB-Schnittstelle, Bluetooth-Freisprecheinrichtung, intelligentem Notruf, Klimaautomatik und vielem mehr dafür auch erfreulich umfangreich aus.

Ab wann ist das BMW 2er Cabrio zu kaufen?
Schon am 28. Februar steht das BMW 2er Cabrio in den Verkaufsräumen der BMW-Händler.

Weitere Eindrücke vom BMW 2er Cabrio lesen Sie in der nächsten AUTO ZEITUNG

Michael Godde

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