Fahrbericht: Audi RS 3 2015 mit 367 PS Fünfzylinder-Konzert

17.04.2015

Erster Fahrbericht: Der neue Audi RS 3 Sportback 2015 greift mit 367 PS und Allradantrieb nach der Kompaktsportler-Krone

Was will der Audi RS 3 Sportback sein?
Die sportliche Speerspitze im Kompakt-Segment und damit ein ernstzunehmender Gegner für den Mercedes A 45 AMG. Letzteres ahnt man bereits beim Blick aufs Datenblatt: Mit 367 PS überflügelt der RS den AMG nun um 7 PS.

Was ist der Audi RS 3 Sportback wirklich?
Konzeptionell bleibt der Audi RS 3 2015 der Linie des Vorgängers treu: Es gibt ihn nur als fünftürigen Sportback, den Antrieb übernimmt ein 2,5-Liter-Fünfzylinder-Turbo. Dieser hat an Leistung zugelegt, dank Modifizierungen an Einspritzung, Luft- und Abgasführung erfüllt er nun auch die Euro 6 Abgasnorm und verbraucht nach EU-Norm zehn Prozent weniger (8,1 Liter Super Plus / 100 km).
Entscheidend am sportlichsten aller Audi A3 ist aber die neue Plattform: Von der überaus leicht bauenden MQB-Basis für Fahrzeuge mit quer eingebauten Motoren innerhalb des VW-Konzerns profitiert auch der RS 3 und bringt 55 kg weniger auf die Waage als sein Vorgänger. Doch nicht nur das allein verleiht dem Audi mehr Agilität, auch der neu abgestimmte quattro-Allradantrieb mit stärker heckorientierter Kraftverteilung im per Drive Select-Schalter anwählbaren dynamic-Modus sowie die über Bremseingriff geregelte radselektive Momentenverteilung sorgen für ein verblüffend leichtfüßiges und präzises Fahrverhalten.

 

Fahrbericht: Audi RS 3 2015 mit 367 PS

Dazu trägt auch die mit zunehmendem Lenkwinkel direkter übersetzte Progressivlenkung bei. Schnelle Richtungswechsel und High Speed-Kurven hat man damit schnell und problemlos im Griff, ohne dass der kompakte Kraftbolzen dabei nervös oder gar instabil wirkt. Auf der Rennstrecke von Vallelunga in der Nähe von Rom bereitet der RS 3 jedenfalls viel Vergnügen, wobei ein Großteil der Freude auf den herrlich kehlig klingenden Fünfzylinder zurückfällt, der zudem nicht mit Kraft geizt. Bereits knapp über 1000 Touren zieht der Sportback kräftig durch um bei 1625 /min bereits sein Drehmomentmaximum von beträchtlichen 465 Nm zu erreichen, das bis 5500 Umdrehungen anhält. Da ist es fast schon Nebensache, welcher Gang des schnell und ruckarm schaltenden Siebegang-Doppelkupplunggetriebes (S tronic) gerade aktiv ist, genügend Schub liefert der Antrieb immer.
Der Vortrieb endet bei maximal 250 km/h, wer 1500 Euro draufzahlt ist mit dem RS 3 bis zu 280 km/h schnell. Und wo wir schon mal bei den längsdynamisch relevanten Extras sind: Als einziger seiner Klasse verfügt der Audi RS 3 über besonders standfeste und extrem leichte Karbon-Keramik-Bremsen an der Vorderachse, was allerdings mit 4500 Euro zu Buche schlägt. Dabei ist der Audi RS 3 alles andere als eine kompromisslose Rennstreckenfeile, wie wir auf den desolaten Asphaltdecken rund um Rom feststellen konnten. Die sportlich straffe Abstimmung lässt sich natürlich nicht verleugnen, einen Großteil der Teerflicken und Verwerfungen verarbeitet der Audi dennoch recht gelassen. Zudem bietet Audi auch adaptive Dämpfer (magnetic ride, 980 Euro) an.
Der durchzugsstarke Fünfzylinder spielt natürlich auch hier seine Stärken aus, kann meist im großen Gang bei niedriger Drehzahl bewegt werden, was auch dem Spritkonsum zugute kommt. Um den Normverbrauch von 8,1 l/100 km zu erreichen, ist aber schon sehr viel Selbstdisziplin nötig, denn der herrliche Sound beim Hochdrehen des Fünfzylinders führt ständig in Versuchung. Um den Sound zu genießen, braucht man noch nicht mal die per Klappensteuerung fast schon unverschämt fett klingende Sportabgasanlage (850 Euro), die Standardversion reicht bereits. Ansonsten bringt der RS 3 fast alle Tugenden eines A3 mit: sehr gute hochwertige Verarbeitung, leichte Bedienbarkeit, viele Sicherheits-Features, erwachsenes Infotainment-Angebot, genügend Platz für die Passagiere. Nur der Kofferraum fällt mit 280 Liter etwas klein aus, kann aber durch Umklappen der Fondlehnen auf bis zu 1120 Liter vergrößert werden.

Wer sind die wichtigsten Wettbewerber?
Zum engeren Kreis der Mitbewerber zählt neben dem Mercedes A 45 AMG auch der BMW M135i xDrive. Ein vielversprechendes Duell dürfte sich der RS 3 künftig mit dem Ford Focus RS liefern, der zwar nunmehr vier statt fünf Zylinder bekommt (2,3-Liter-Turbo), seine 320 PS aber dann wie die Konkurrenz auch auf alle vier Räder verteilt.

Wer soll den Audi RS 3 Sportback kaufen und was kostet er?
Allein der beträchtliche Preis von 52.700 Euro grenzt die potenzielle Klientel auf die Besserverdiener mit überschaubarem Transportbedarf ein. Denn die Platzverhältnisse sind zwar gut, aber der RS 3 bleibt ein Kompaktklasseauto. Ansonsten muss der Käufer kaum Einbußen in der Alltagstauglichkeit hinnehmen. Wer das letzte Quäntchen an Sportlichkeit will, muss nochmal ein paar Tausender drauflegen für die breiteren Vorderräder (255/30 R 19 statt 235/35 R 19), die Sportabgasanlage, die Karbon-Keramikscheiben, die Sportschalensitze, die Vmax-Anhebung und einiges mehr.

Wann ist der Audi RS 3 Sportback zu kaufen?
Im Konfigurator gibt es den RS 3 Sportback schon jetzt, beim Händler ab Juni. Also: Bestellen ab sofort, Anfassen erst im Sommer.

Weitere Eindrücke lesen Sie in der nächsten AUTO ZEITUNG

Jürgen Voigt

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