Toyota Prius Plug-In-Hybrid im Fahrbericht Toyota Prius Plug-In-Hybrid

26.09.2011

Wie lebt es sich mit einem Hybrid, der an jeder Steckdose Strom tanken kann? Das ergründet ein Feldversuch mit 600 Toyota Prius Plug-in. In einem gaben wir schon Strom

Eckdaten
PS-kW99 PS (73 kW)
AntriebVorderrad, Stufenlose Automatik
0-100 km/h11.4 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit180 km/h
Preis30.000,00€

Kaum hat sich der Autofahrer mit der Technik eines Hybridautos vertraut gemacht, kommt schon der nächste Entwicklungsschritt auf dem Weg zum elektrischen Fahren der Zukunft – wann immer die auch beginnen wird.

Denn die heute käuflichen Hybridautos, bei denen ein Elektromotor und ein Benziner Hand in Hand arbeiten, leiden unter Umweltgesichtspunkten an dem Umstand, dass der Verbrennungsmotor die Akkus lädt. Dabei verbrennt er Erdöl und erzeugt Kohlendioxid. Beim Toyota Prius im Kosten-Nutzen-Vergleich der aktuellen Modellgeneration sind es nach EU-Norm 89 Gramm pro Kilometer. Gerade einmal zwei Kilometer rein elektrisch fahren kann dieser Hybrid, den Rest erledigt er im kombinierten Betrieb.

BIS ZU 20 KILOMETER REIN ELEKTRISCH FAHREN
Nun startet Toyota mit einigen Partnern in Japan, den USA und auch in Europa einen Feldversuch mit insgesamt 600 Prius Plug-in-Hybriden. Statt nur 1,3 Kilowattstunden (kWh) Ladekapazität wie beim Serien-Prius verfügen deren Akkus über 5,2 kWh. Zudem handelt es sich nicht um schwere und große Blei-Akkus, sondern um – relativ – leichte Lithium-Ionen- Akkus, die als 140-Kilogramm- Bündel im Heck unter dem Kofferraumboden liegen.

Sie sollen bis zu 20 Kilometer rein elektrisches Fahren ermöglichen und – ganz wichtig – an jeder Steckdose aufgeladen werden können (Plug-in heißt etwa: Stecker rein). 90 Minuten soll eine Komplettladung dauern, was dem Ganzen eine neue Dimension verleiht: Elektrisch zur Arbeit oder zum Einkauf, dort beim Parken Strom tanken und wieder rein elektrisch nach Hause, wo der Prius erneut an die Steckdose kommt. CO2-Ausstoß? Null. Für längere Strecken ist der konventionelle Benziner an Bord, dessen 98 PS in Kombination mit der Elektro-Power 136 PS Hybrid-Leistung ergeben – genug für (abgeregelte) 180 km/h Spitze.

20 Kilometer Reichweite sollen laut Untersuchungen in Frankreich, wo Strasbourg an diesem Feldversuch teilnimmt, zum Beispiel für 75 Prozent aller Autofahrten ausreichen. Kommt der Strom aus Wind-, Solar- oder Wasserkraft, ist die Vision vom sehr umweltfreundlichen Fahren schon greifbar. Bei Strom aus Kohle sieht es schlechter aus, und beim Stichwort Atomkraft wird es dann hochpolitisch.

Daher lieber zurück zur Technik des Prius Plug-in, denn die funktioniert sehr gut. Wer das Gaspedal nicht gefühllos ans Bodenblech tackert, fährt rein elektrisch an – und das mit spürbarem Druck im Rücken – und wieselt leise durch den Stadtverkehr, ohne auch nur ansatzweise ein Verkehrshindernis zu sein. Eine Anzeige im Cockpit informiert dabei auf Wunsch über die verbleibende Restreichweite im Elektrobetrieb, über den momentanen Kraftfluss zwischen Elektromotor, Verbrenner und Getriebe oder darüber, wie viel Prozent der Fahrstrecke allein mit Strom bewältigt wurden.

Denn wenn stärkere Beschleunigung gefordert ist oder das Tempo über 100 km/h steigt, schaltet sich der Benzinmotor automatisch zu, sorgt wie ein Turbo für zusätzliche Kraft und – für akustische Ernüchterung: Ein Ausbund an Laufkultur ist dieser rau klingende 1,8-Liter nämlich nicht, wie auch der Prius selbst bei Federung, Lenkung und Sitzkomfort Defizite hat. Etwas guten Willen vorausgesetzt, wird der Fahrer aber mit sehr niedrigen Verbrauchswerten belohnt: Auf der Test-Tour durch Strasbourg mit mehrfachem kräftigen Beschleunigen war die Batterie zwar schon nach etwa 16 km so leer, dass die Weiterfahrt nur im kombinierten Benzin-Elektro-Modus möglich war, in dem der Benziner die Akkus nur so weit lädt, dass alle elektrischen Funktionen des Autos (Klima, Navi, Licht) laufen. Doch der Bordcomputer zeigte einen Durchschnitt von unter vier Litern an (EU-Verbrauch 2,6 Liter Super, 59 g CO2).

Eine Komplett-Ladung des Akkus entspricht etwa 4,5 Kilowatt. Ein kW kostet bei günstigen deutschen Anbietern rund 14 Cent – macht im Idealfall 3,15 Euro pro 100 km. Das versöhnt mit dem Preis des Prius Plug-in. Denn der dürfte 2012 nicht unter 30.000 Euro liegen.
Michael Harnischfeger

Technische Daten
Motor 
Zylinder4-Zylinder, 4-Ventiler, Permanent-Magnet-Synchron-E-Motor
Hubraum1798
Leistung
kW/PS
1/Min

73/99
5200 U/min
Max. Drehmom. (Nm)
bei 1/Min
142
4000 U/min
Kraftübertragung 
GetriebeStufenlose Automatik
AntriebVorderrad
Fahrwerk 
Bremsenv: innenbelüftete Scheiben
h: Scheiben
Bereifungv: 215/45 R 17 W
h: 215/45 R 17 W
Messwerte
Gewichte (kg) 
Leergewicht (Werk)1500
Beschleunigung/Zwischenspurt 
0-100 km/h (s)11.4
Höchstgeschwindigkeit (km/h)180
Verbrauch 
Testverbrauchk.A.
EU-Verbrauch2.6l/100km (Super)
Reichweitek.A.
Abgas-Emissionen 
Kohlendioxid CO2 (g/km)59

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