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Porsche 911 Facelift: Mit Turbomotoren zur IAA 2015

(R)evolution

Ein Erlkönig, der schon jetzt die Gemüter kochen lässt. Während die einen auf die Standard-Kritik setzen, werden die Traditionalisten beim Porsche 911 Facelift 2015 auf eine harte Probe gestellt

Porsche-Kritiker werfen dem Aushängeschild aus Zuffenhausen vor allem eines vor: Der Elfer sieht immer gleich aus. Doch auch Porsche-Fans könnten beim 911 Facelift, das 2015 auf der IAA in Frankfurt Premiere feiert, die Nase rümpfen.

Porsche 911 Facelift: Premiere auf der IAA 2015

Von vorne wird das Porsche 911 Facelift kaum verwunderte Blicke auf sich ziehen. Die Schürze wird überarbeitet und eine leicht geänderte Grafik der LED-Tagfahrleuchten wird den Facelift-Elfer Tag und Nacht als frischestes Modell in der über 50-jährigen Geschichte erkennbar machen.

Ein wirkliches Wagnis geht der Sportwagenbauer mit dem neuen Heck ein. Über die Lüftung für den Motor und abgeklebten Heckleuchten lässt sich wenig treffliches sagen. Außer: Sie stecken noch in der Entwicklungsphase und werden sicherlich anders aussehen, als beim bisherigen Typ 991. Waschechten Traditionalisten werden vermutlich die zentral angeordneten Doppelendrohre aufstoßen, kennen wir ähnliche Abgasanlage doch eher aus den GT3-Rennern, die den reinrassigen Motorsport und weniger Prestige verkörpern.

Der Bruch mit klassischen Porsche-Tugenden steckt allerdings unter dem Blech. Da auch ein Sportwagenbauer nicht vor CO2-Vorschriften gefeit ist, muss sich auch Porsche etwas einfallen lassen. Zum Glück ist das Thema "Vierzylinder" vom Tisch, sechs Zylinder in Boxeranordnungen werden auch das Facelift Typ 991 überdauern. Nur werden sie nicht mehr den Sprit gierig in die Brennräume saugen, sondern mit Nachdruck verabreicht bekommen. Eine Revolution in der langjährigen Geschichte des Saug-Elfers. Einzig die rennsportnahen 3,8- und 4,0-Liter-Boxermotoren aus den Modellen GT3 und GT3 RS dürften weiterhin als klassiche Sauger ausgelegt sein.

Stellt sich die Frage, was aus den bisherigen Turbo-Elfern wird, wenn mit Einführung des Facelifts alle 911 "Turbos" werden. Denkbar ist die Verwendung von einem Turbolader für die Carrera-Derivate und Targas, während die Motoren in den "Turbos" über Biturbo-Technik verfügen. Bestätigt wurde seitens Porsche bisher nichts.

Wir vermuten, dass Porsche sich sein renoviertes Aushängeschild für das Heimspiel bei der diesjährigen IAA in Frankfurt vorbehält. Der Marktstart durfte Ende 2015/ Anfang 2016 erfolgen.

Michael Gorissen