E-Sportler: Audi e-tron gegen Tesla Roadster Audi e-tron und Tesla Roadster Sport

09.07.2010

Die Elektromobilisierung ist in vollem Gang – Audi stellt mit der bildschönen Sportwagenstudie e-tron einen emotionalen Botschafter neben den schnellen Tesla. Das Duo zeigt, dass Elektroautos alles andere als langweilig sind

Seien Sie ehrlich! Was glauben Sie, wie diese Autos klingen? Wie ein blubbernder V8? Ein kreischender Vierzylinder? Nach schrillem Turbopfeifen? Doch Vorsicht, wir haben bei dieser Aufnahme nichts dergleichen gehört – nur das Rauschen des Fahrtwindes, das leise Abrollen der Reifen und vereinzelt ein paar Regentropfen, die von der Außenhaut der Allianz-Arena in München auf die Windschutzscheibe fielen. Keine Frage, die Welt wirkt aus einem Elektroauto völlig anders. Irgendwie idyllischer. Doch diese zwei Sportwagen sind alles andere als harmlos.

Bei Bedarf lassen sie jeden Gegner beim Ampelstart stehen – ganz ohne Getöse und Gebrüll. Von der amerikanischen Firma Tesla Roadster Facelift: E-Sportler 2.5 ist uns dieses Konzept bereits bekannt. Die Entwickler aus dem Silicon Valley nutzten den Lotus Elise als Basis, entwarfen eine eigene Karosserie aus Kohlefaser und pflanzten einen kräftigen Elektromotor auf die Hinterachse. Als Energiespeicher dient eine etwa 450 Kilogramm schwere Batterie aus gut 6800 handelsüblichen Lithium-Ionen-Akkus. Ein Rezept, das beim Kunden ankommt. Tesla verkaufte trotz des Preises von durchschnittlich rund 100.000 Euro weltweit bereits 1200 Fahrzeuge.

Klar, dass auch Audi eine Antwort auf den Elektroflitzer geben will. Auf Basis des R8 präsentierten die Ingolstädter auf der IAA 2009 und der Detroit Motor Show 2010 zwei reine Elektro-Studien namens e-tron. In hellem Blau lackiert, trifft die kleinere von beiden nun das erste Mal auf den Tesla Roadster. Die kompakte Statur verteilt sich auf eine Länge von 3,93 Metern und eine Breite von 1,79 Metern. Genau die richtigen Proportionen für einen Sportwagen, vor allem weil die Audi-Studie gerade 1,22 Meter hoch ist. Und im Gegensatz zum Tesla haben selbst Großgewachsene im e-tron ordentlich Platz. Sein Inneres ist komplett mit feinstem Leder und solidem Aluminium gespickt. Im Tesla ist hingegen Verzicht angesagt: Knapp geschnittene Sitze, ein kleines Lenkrad sowie viel Karbon und Metall schaffen hier Rennsportatmosphäre.

TESLA: GEWALTIGER ANTRITT

Die Bedienung ist bei beiden denkbar einfach. Zündschlüssel drehen und kurz auf das O.K. der Elektronik warten. Beim Tesla signalisiert ein Piepton die Bereitschaft, im Audi fährt einem der Getriebewählhebel aus der Mittelkonsole entgegen. Der Rest funktioniert wie bei einer Automatik. „D“ für vorwärts – „R“ für rückwärts – aber jeweils mit nur einer festen Übersetzung. Weil die Audi-Studie ein nicht voll funktionsfähiges Einzelstück ist, darf in diesem Vergleich nur der Tesla zeigen, was Hochspannung wirklich bedeutet.

Wer – ohne sich vorher ans Lenkrad zu krallen – beherzt aufs Gaspedal tritt, riskiert heftige Schläge in den Nacken. Der Antritt ist gigantisch und lässt auch bei höheren Geschwindigkeiten nicht nach. Nur ein Surren des Antriebs ist bei Volllast zu hören – der Rest ist Beschleunigung pur. Durch das hohe Gewicht an der Hinterachse scheint der Roadster mit dem Asphalt verzahnt zu sein – der Vorwärtsdrang der gelben Flunder hat absolutes Suchtpotenzial. In kurzen 3,7 Sekunden ist laut Tesla Landstraßentempo erreicht. Das schaffen sonst nur Supersportwagen vom Schlage eines Mercedes SLS AMG mit 571 PS.

Die Leistungsangabe der E-Maschine wirkt da mit 288 PS eher schmächtig. Im Audi sind es sogar nur 204 PS, die für  Beschleunigungswerte von 5,9 Sekunden sorgen sollen. Von 60 bis 120 km/h soll der e-tron dank Einganggetriebe nur 5,1 Sekunden benötigen. Der rund 400 kg schwere Akku im Audi speist dabei gleich zwei Elektromotoren. Die sitzen jeweils an einem Hinterrad, und die Elektronik variiert das Antriebsmoment zwischen beiden Rädern. Dieses so genannte „Torque Vectoring“ soll ein besonders dynamisches Fahrverhalten ermöglichen. Bei der Reichweite hat der Amerikaner die Nase vorn. Die Energie der 55-Kilowattstunden-Batterie reicht für etwa 340 Kilometer (Audi e-tron: 248 Kilometer). Dann muss der nur als Roadster erhältliche Tesla für gut dreieinhalb Stunden an die Steckdose.

Allerdings muss für solch relativ kurze Ladezeiten ein spezieller Hochspannungsanschluss zur Verfügung stehen. An einer herkömmlichen 230-Volt-Steckdose dauert das Tanken deutlich länger. Wer sich um die Haltbarkeit des Batteriepacks sorgt, sollte in der Aufpreisliste die Service-Option ankreuzen. Für 9.200 Euro bekommen Tesla-Besitzer dann sieben Jahre nach Auslieferung eine neue Batterie für ihren Roadster.

Klare Preisvorstellungen gibt es bei Audi noch nicht. Wahrscheinlich wird es auch nur den um 30 Zentimeter längeren e-tron (IAA 2009) als Elektroauto geben. Eine Kleinserie davon ist jedenfalls geplant und soll bis 2012 bei der quattro GmbH in Neckarsulm entstehen. Was aus dem kürzeren e-tron wird, steht noch nicht fest. Denkbar wäre ein kleiner Mittelmotor-Sportler unter dem R8. Ob als R4 oder R6, mit oder ohne Elektroantrieb – der hellblaue e-tron hat uns in jedenfalls schon elektrisiert.
Markus Schönfeld

Technische Daten
Motor 
ZylinderZwei Asynchron- Elektromotoren auf der Hinterachse
Hubraumk.A.
Leistung
kW/PS
1/Min

150/204
k.A.
Max. Drehmom. (Nm)
bei 1/Min
2650
k.A.
Kraftübertragung 
Fahrwerk 
Bereifungv: 235/35 R 19
h: 255/55 R 19
Messwerte
Gewichte (kg) 
Leergewicht (Werk)1350
Beschleunigung/Zwischenspurt 
0-100 km/h (s)5.9
Höchstgeschwindigkeit (km/h)200
Verbrauch 
Testverbrauchk.A.
EU-Verbrauchk.A.
Reichweitek.A.
Abgas-Emissionen 
Kohlendioxid CO2 (g/km)k.A.

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