Erste Elektro-LKW in Deutschland Speditionen nutzen erstmals Elektro-LKW

19.12.2016

Elektro-LKW erobern erstmals deutsche Straßen und Autobahnen. Nachdem schon seit einiger Zeit versucht wird, Autofahrern Elektromobilität als umweltschonende Alternative zum Verbrennungsmotor schmackhaft zu machen, satteln nun auch erste Speditionen auf elektrisch angetriebene Lastkraftwagen um.

Wenn durch das Allgäu ein Elektro-LKW stromert, dann ist das schon irgendwie ein Zeichen der Zeit, gilt doch der Landstrich in Oberschwaben gemeinhin als etwas verschlafen. Die verantwortliche Spedition Max Müller aus Opfenbach kann sich somit also auch ein wenig in einer Vorreiterrolle sehen. Ihr erster Elektro-LKW von E-Force fährt seit Anfang Dezember 2016 durch Süddeutschland und ergänzt die bereits sehr auf Umweltfreundlichkeit gepolte LKW-Flotte des Unternehmens, denn je zur Hälfte erfüllt der Speditions-Fuhrpark schon Abgasnorm Euro 6 und Euro 5. Mit dem Anspruch an einen modernen Fuhrpark hat Max Müller Jahre vor der gesetzlichen Pflicht auf Euro 5 gesetzt und 2012 als einer von 50 Betrieben in Europa den ersten Hybrid-Lkw von Mercedes Benz getestet. Auch bei der Elektromobilität ist die Allgäuer Spedition jetzt wieder unter den Pionieren. Mit seiner Spitzengeschwindigkeit von 87 km/h und einer Reichweite von 300 Kilometern ist der neue Elektro-LKW für die Auslieferung von Stückgut im Stadtgebiet der Lindauer Insel eingeplant. Pro Jahr soll der E-LKW statt 12.000 Liter Diesel etwa 40.000 kWh bei gleicher Leistung verbrauchen. Die Vorarlberger Kraftwerke liefern dazu ihren zu 90 Prozent aus erneuerbaren Energien erzeugten Strom an eine neu gebaute Stromtankstelle im Hof der Spedition. Dort laden die zwei Lithium-Eisenphosphat-Batterien, die den Motor mit 252 PS Dauer- und 408 PS Höchstleistung speisen, in maximal sechs Stunden auf.

E-Force One (Video):

 

 

Erste Elektro-LKW in Deutschland unterwegs

Die Technik für den Elektro-LKW stammt von der Schweizer E-Force One AG, welche im Rahmen der "Modellregionen Elektromobilität" mit insgesamt 96.381 Euro durch das Bundesministerium für Verkehr und Digitale Infrastruktur gefördert wird. Es ist der dritte Elektro-Lkw in Deutschland. Damit sind inklusive der Schweiz zehn E-Fahrzeuge im Speditionswesen unterwegs. So nahm die Berliner Hafengesellschaft Behala schon 2014 die erste batteriegetriebene Sattelzugmaschine mit voller Zulassung für den gewerblichen Güterverkehr in Betrieb. Der 44 Tonnen schwere Transporter soll sich für die Stadt trotz seiner hohen Anschaffungskosten von 230.000 Euro über seine Lebenszeit von 25.000 Betriebsstunden wirtschaftlich rechnen. Im Gegensatz zum E-Force-One-LKW beschleunigt der 140-kW-Siemens-Elektromotor – der auch in Stadtbahnen und der Industrie verwendet wird – das Fahrzeug aber lediglich auf eine Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h, was immerhin ideal für ein Mitschwimmen im Berliner Stadtverkehr sei. Etwas schneller ist da schon der dritte Elektro-LKW im Bunde, der für die Hintzen Logistik GmbH in Nordrhein-Westfalen unterwegs ist. Denn dieser ist mit einem 150-kW-Motor ausgestattet, der eine Maximalgeschwindigkeit von 88 k/mh bei 150 Kilometern Reichweite ermöglicht. Das Fahrzeug ist Teil eines Programmes der Europäischen Union zur Förderung des grenzüberschreitenden Handels zwischen Niederlande, Belgien und Deutschland. So baute das Unternehmen "E-Trucks Europe" den 22-Tonner, die Firma Triphase übernahm das Batteriemanagement und Hintzen Logistik zeichnete sich für die praktische Testphase verantwortlich. 

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