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VW Multivan 2.5 TDI

Kraft-Raum

Er gilt als Vorreiter aller Van-Klassen und zählt zu den Klassikern im VW-Programm: der Bulli. In der fünften Generation

Eckdaten
PS-kW174 PS (128 kW)
AntriebFrontantrieb, 6 Gang manuell
0-100 km/h13.10 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit188 km/h
Preis41.348,00 €

Er diente unter anderem der 68er-Protestgeneration als Transportmittel und günstige Unterkunft auf Rädern gleichermaßen: der VW Bus, liebevoll Bulli genannt. Über die Jahre und Modellgenerationen hinweg vom Typ T1 bis zum neuen T5 veränderte sich das einstige Kultmobil vom spärlich motorisierten Transporter mit Sitz- und Schlafgelegenheit hin zum vornehmen, PS-starken Shuttle-Bus und mobilen Büroraum der Management-Etagen.

In der aktuellen Generation leistet der VW Bus als T5 Multivan 174 PS, stemmt gewaltige 400 Nm Drehmoment auf seine Kurbelwelle und bringt knappe 2,4 Tonnen Leergewicht auf die Waage. Stärker und schwerer geht bei diesem Volkswagen einher mit größer und teuerer: Stattliche 4,89 Meter in der Länge misst heutzutage ein VW Bus - das sind Abmessungen von Luxusklasselimousinen.

Dabei fällt auf, dass nicht nur die äußeren Dimensionen stetig wuchsen. Auch die Preisspirale drehte sich gehörig mit. Bereits 41348 Euro in der Basisversion (Preis des T1-Bulli Kombi: 6350 Mark) verlangt VW für den starken Multivan-Diesel. Mit Zusatzausstattungen wie unser Testwagen ausgerüstet, lässt sich der Preis problemlos auf über 50000 Euro aufstocken. Was erhält der Kunde fürs Geld? Zunächst Altbekanntes: Der Multivan ist ein Muster an Variabilität. Kaum ein anderes Fahrzeug bietet derlei Möglichkeiten wie VWs Größter.

Ob als Transporter mit bis zu 4,5 Kubikmeter Laderaum durch Deinstallation der hinteren Einzelsitze und der Rückbank genutzt oder als luxuriöser Reisebus für bis zu sieben Personen plus Gepäck eingesetzt: Alles ist machbar. Ab Ausstattungs-Niveau Comfortline bieten die Wolfsburger den Multivan zudem mit einer zweiten Schiebetür auf der Fahrerseite an. Das erleichtert den täglichen Umgang mit dem großen VW. Unser Testwagen verfügte über zwei Schiebetüren. Wer auf die zweite Schiebeluke verzichtet, dem schreibt VW in der Comfortline-Ausstattung 348 Euro wieder gut.

Die beiden Schiebetüren geben im hinteren Passagierabteil den Blick auf zwei gegen die Fahrtrichtung drehbare Einzelsitze, einen mittig platzierbaren Tisch sowie eine 3er-Sitzbank frei. Das vorhandene, variabel über Schienen im Wagenboden anzuordnende Mobiliar verwandelt das hintere Abteil mühelos zum Konferenzraum. Und selbst nächtigen lässt es sich dort: Die Rückbank entfaltet sich, nach alter Bulli-Tradition, zu einem Bett, erfordert jedoch zwecks Umbau einen gehörigen Kraftaufwand. Insgesamt missfällt bei dem im VW-Werk Hannover gefertigten Multivan die eher durchschnittliche Bedienbarkeit und Qualität.

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Mit einigen einfachen Handgriffen geht hier gar nichts. Darüber hinaus fielen bei unserem Test-Exemplar, ganz VW-untypisch, nach festerem Zupacken Verkleidungen und Justierhebel ab oder ließen sich nur mit gehörigem Kraftaufwand bedienen: Premiumqualität sieht bei VW normalerweise anders aus.

Ablagen finden sich in der gesamtem VW-Kabine in Hülle und Fülle wieder: Unter der Sitzbank im Fond warten drei Schiebefächer mit Platz für Kleinkram auf. Wer diese Stau-Boxen entfernt, kann den gewonnen Freiraum als Durchreiche für Skier nutzen. Der verschiebbare Tisch nimmt dank im Fuß integrierter Becher- und Flaschenhalter Dosen und sonstige Behältnisse auf. Stauraum und Ablagen gibt es auch rund um den Fahrersitz.

In den beiden Front-Türen befinden sich großzügig dimensionierte, zweigeteilte Ablagen. Im oberen Bereich lassen sich Schlüssel und Handy verstauen, darunter Wasserflaschen und ähnliches. Das Armaturenbrett hält zudem zwei große Klappfächer für kleineres Stückgut sowie Becher- und Flaschenhalter parat. Fahrer und Beifahrer thronen hoch über der Straße auf komfortablen, gut konturierten Sesseln mit Armauflagen. Die Instrumente lassen sich bestens ablesen, alle Bedienelemente mühelos erreichen. Einzig zur Regelung der Radio-Einheit muss sich der Fahrer nach vorn strecken: Eine Lenkradfernbedienung für das Radio kostet extra. Große, elektrisch einstellbare Rückspiegel unterstützen die gute Gesamtübersichtlichkeit des Fahrzeugs.

Die Fahrwerksauslegung geriet sehr komfortabel - so sehr, dass die Karosserie nach Überfahren langer Bodenwellen deutlich nachwippt - empfindliche Naturen stören sich daran und fühlen sich an Schiffsfahrten erinnert. Kurze Stöße nimmt der Multivan gelassen hin, wenngleich sich auf groben Unebenheiten ein Zittern der Karosserie, mutmaßlich durch die optionale 235/55 R 17-Rad/Reifen-Kombination, vernehmen lässt (Serie: 215/65 R 16).

Bei hohem Autobahntempo folgt der VW stur der Richtungsvorgabe, ohne seinen Korpus in schnell durcheilten Kurven übermäßig weit seitwärts zu neigen. Der Multivan spielt auf langen Strecken das ganze Potenzial seines bulligen Antriebskonzepts aus. Antrittsstark und mit hohen Kraftreserven versehen, lässt sich der VW dank des kräftigen Motors zügig bewegen.

Dabei harmoniert er gut mit der manuellen Sechsgang-Box. Manch Autofahrer blickt gar zweimal in den Rückspiegel, wenn ihm der Multivan selbst bei hohen Autobahntempi nicht von der Pelle rückt. Die Höchstgeschwindigkeit von 188 km/h sowie 13,1 Sekunden für den Sprint von null auf 100 km/h können sich angesichts des stattlichen Gewichts sehen lassen. Überzeugend fällt auch die Bremsleistung des VW von 100 km/h bis zum Stillstand aus (kalt: 41,7, warm: 40,5 Meter). Mit einem Durchschnittsverbrauch von 10,0 l Diesel/100 km ermöglicht der Wolfsburger überdies große Reichweiten und schont den Geldbeutel.

Inhaltsübersicht

Autos im Test

VW Multivan 2.5 TDI

PS/KW 174/128

0-100 km/h in 13.10s

Frontantrieb, 6 Gang manuell

Spitze 188 km/h

Preis 41.348,00 €