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Volvo XC60 D5-Diesel im Einzeltest

Fein und Cross zubereitet

Elegant gekleidet und mit hohem Nutzwert steigt der Volvo XC 60 ins  Kompakt-SUV-Segment  ein. Im Test der 185-PS-Diesel mit Automatik

Eckdaten
PS-kW185 PS (136 kW)
AntriebAllradantrieb, autom. zuschaltend, 6-Stufen-Automatik
0-100 km/h9.80 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit200 km/h
Preis37.850,00 €

Trotz hohen Spritpreisniveaus und rückläufiger Verkaufszahlen halten die Deutschen den hochbeinigen und mehr oder minder geländetauglichen SUV die Stange. Das betrifft aber nur die Kompakten mit überschaubaren Abmessungen und weniger die dicken Brocken, zu denen auch der Volvo XC90 zählt. Da kommt der kleinere, aber ähnlich gestylte und auf Anhieb als Volvo identifizierbare XC 60 gerade noch zur rechten Zeit, denn vom demnächst debütierenden Audi Q5 über Mercedes GLK bis hin zum VW Tiguan ist das Segment bereits dicht besetzt.

Wie bei Volvo üblich, erwirbt man auch mit dem XC60 D5 (185-PS-Fünfzylinder-Diesel), den es in der getesteten Automatikversion ab 37850 Euro gibt, ein sehr solides, gut verarbeitetes Auto. Die Karosserie wirkt steif, nichts klappert oder ächzt, und innen erfreut man sich an blitzsauber verarbeiteten, hochwertigen Materialien. Als spontan vertrauensbildende Maßnahmen registriert der Fahrer weite Einstellbereiche für Sitz und Lenkrad sowie eine weitgehend selbsterklärende Bedienung. Nur wer in die Details der navigations- und menügeführten Fahrzeug-Systemeinstellungen eintauchen will, sollte schon mal das Bedienungshandbuch zur Hilfe nehmen.

Bequem Reisen auf etwas zu schmalen Sitzen
Aufgrund der weitreichenden Einstellbereiche findet man zwar schnell eine angenehme Sitzposition, jedoch könnten die vorderen Sessel etwas breiter ausfallen und mehr Seitenhalt bieten. Hinten sind Mitreisende bequem untergebracht, sofern Fahrer und Beifahrer ihre Sitze nicht allzu weit nach hinten gefahren haben.

Traditionsgemäß legt man bei Volvo großen Wert auf Sicherheit, was man auch dem XC 60 anmerkt. Das betrifft nicht nur den hohen passiven Crash-Schutz der Passagiere, auch auf der Aktivseite haben die Schweden investiert. So bringt der Schwede DSTC (ESP) und Bremsassistent serienmäßig mit. Darüber hinaus gehört auch das neue City-Safety-System obligatorisch dazu. Dieses überwacht per Laser-Sensorik bei einer Fahrgeschwindigkeit bis 30 km/h den Abstand zum Vordermann und leitet im Notfall selbsttätig eine Bremsung ein, um einen Aufprall zu verhindern. Gegen Aufpreis (2050 Euro, ab Ausstattung Kinetic) lässt sich das Sicherheitspaket erweitern: um einen Spurhalteassistenten (akustische Warnung bei Verlassen der Fahrspur), ein aktives Geschwindigkeits- und Abstandsregelsystem sowie die optische Überwachung des toten Winkels (BLIS). Wer sich durch diese Systeme bevormundet fühlt, kann sie natürlich auch abschalten.

Hoher Sicherheitsstandard, auch beim Bremsen
Zusätzlich einkalkulieren sollte man die hintere Einparkhilfe für 550 Euro, denn nach hinten ist der XC 60 nur schwer überschaubar. Einen weiteren Sicherheitsgewinn offenbart der Bremsentest. Kalt wie warm verhelfen die gut dosierbaren Stopper dem Volvo zu respektablen Bremswegen um die 35 Meter aus 100 km/h. Statt mit serienmäßigen 17-Zöllern trat der XC 60 allerdings mit der größeren 18-Zoll-Bereifung (235/60 R 18) zum Test an.

Darunter leidet der Komfort jedoch nicht. Unter den Kompakt-SUV zählt der XC60 zu den Sanftmütigen, die ihre Passagiere selbst auf üblen Pisten in Ruhe lassen. Die dynamischen Qualitäten halten sich dafür in Grenzen, denn der relativ indirekt übersetzten Lenkung fehlt es an Rückmeldung und Präzision. Dennoch folgt der Volvo auch bei höheren Geschwindigkeiten stur dem eingeschlagenen Kurs, und selbst bei Nässe ist Traktionsverlust dank des bei Schlupf automatisch per Haldex-Kupplung zuschaltenden Allradantriebs kein Thema.

Der recht brummige Fünfzylinder-Turbodiesel lässt seine 185 Pferde zwar kräftig antraben, allerdings erst, wenn die 2000 Touren überschritten sind. Die daraus resultierende Anfahrschwäche kann auch die etwas träge schaltende Sechsgangautomatik nicht ganz kaschieren. Zudem fällt der Testverbrauch mit 10,0 Liter Diesel auf 100 Kilometern unzeitgemäß hoch aus.

Fazit

Der jüngste Volvo zählt nicht gerade zu den Sonderangeboten, und in puncto Antriebscharakter und Verbrauch ist der D5 mit der Automatik vielleicht nicht die erste Wahl. Alles andere hakt der XC60 jedoch souverän ab: Sicherheit, Raumangebot und Qualität – alles bestens. Und dass Volvo statt einer sportlichen eine komfortbetonte Abstimmung bevorzugt, ist nur positiv. Mit einem SUV muss man schließlich keine Rennen gewinnen.

Jürgen Voigt

Inhaltsübersicht

Autos im Test

Volvo XC 60 D5

PS/KW 185/136

0-100 km/h in 9.80s

Allradantrieb, autom. zuschaltend, 6-Stufen-Automatik

Spitze 200 km/h

Preis 37.850,00 €