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Tracktest VW Scirocco GT

Dauerläufer

Mit einem Klassensieg beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring sorgte der VW Scirocco GT 24 für Furore. Wir fuhren die 325 PS starke Neuentwicklung

Eckdaten
PS-kW325 PS (239 kW)
AntriebFrontantrieb, 6 Gang Direktschaltung
0-100 km/hk.A.
Höchstgeschwindigkeit263 km/h
Preisk.A.

Scirocco – dieser Name hat für die Motorsportler des VW-Konzerns einen besonderen Klang. Als das Ur-Modell 1974 auf den Markt kam, bescherte es den Wolfsburgern nicht nur ein sportives Image. Zum ersten Mal besaßen sie mit dem Coupé auch ein Auto, das auf der Rundstrecke motorsportliche Erfolge einfahren konnte. Der Käfer und seine luftgekühlten Verwandten hatten zuvor nie ernsthaft zum Rennwagen getaugt. Der Scirocco aber markierte für Volkswagen den Startpunkt im Tourenwagensport – mit dem ersten eigenen Markenpokal und zahlreichen internationalen Erfolgen in der Tourenwagen-EM.

Mehr als 30 Jahre später ist der Scirocco zurück, auch auf der Rennstrecke. Und noch vor dem offiziellen Verkaufsstart hat er den ersten sportlichen Härtetest bereits mit Bravour gemeistert. Mit drei neuen Scirocco GT 24 trat Volkswagen Motorsport im Mai beim traditionsreichen 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring an. In seiner Klasse feierte das Werksteam einen Doppelsieg, im Gesamtklassement reichte es für das bestplatzierte VW-Quartett Johansson/Gruber/Mutsch/Stuck sogar zu Platz elf vor zum Teil deutlich PS-stärkerer Konkurrenz.

Die Basis des Erfolgs bei die-sem Langstreckenklassiker ist die Zuverlässigkeit. Und obwohl die Ingenieure erst Ende Januar mit den Konstruktionszeichnungen für den Renn-Scirocco begonnen hatten, stellten sie bis zum ersten Roll-Out innerhalb von 75 Tagen ein zuverlässiges Auto auf die Räder. Das einzige defekte Teil bei allen Tests war eine Sicherung, die wir zu klein dimensioniert hatten, sagt Andreas Lautner, Technischer Direktor von Volkswagen Motorsport. Dabei konnte seine Mannschaft allerdings teilweise auf bewährte Komponenten zurückgreifen, die zum Beispiel bereits im Vorjahr im Golf GTI zum Einsatz auf dem Nürburgring gekommen waren.

Die Bedienungsfreundlichkeit ist ein weiterer entscheidender Faktor bei Langstreckenrennen, denn schließlich müssen sich alle Fahrer eines Teams im Wagen wohlfühlen. Das fängt bei der Sitzposition an, die sich im Scirocco mit wenigen Handgriffen auf die individuellen Bedürfnisse anpassen lässt.

Auf der Strecke überzeugt der Wolfsburger durch seine Berechenbarkeit: Er reagiert agil, aber stets gutmütig. In engeren Kurven zeigt er eine deutliche Neigung zum Untersteuern, während er schnellere Ecken sehr neutral umrundet. Neben der gelungenen Fahrwerksabstimmung kann speziell die Bremsanlage beeindrucken. Sie erlaubt extrem späte Bremspunkte, ist hervorragend dosierbar – und vermittelt dank ihres ABS-Systems zusätzliche Sicherheit auch unter schwierigen Witterungsbedingungen. Der drehmomentstarke Zweiliter-TFSI-Vierzylinder leistet 325 PS, die über ein Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe (DSG) auf die Vorderräder übertragen werden. Die Schaltung per Lenkradwippen sorgt für deutliche Arbeitserleichterung. Insgesamt präsentiert sich der VW Scirocco GT 24 als konsequent durchdachtes Langstreckenauto. In dieser Saison sind keine weiteren Einsätze geplant, doch der neue Scirocco wird seine sportlichen Fähigkeiten sicher noch häufiger unter Beweis stellen – der Name verpflichtet schließlich. Dieter Serowy

Links zum Thema:

Endlich da – Der neue VW Golf VI

VW Scirocco – Vergleich mit Ford Focus ST

24h-Rennen am Nürburgring im Nissan 350Z

VW Scirocco – Sportlich aus Niedersachsen

Inhaltsübersicht

Autos im Test

VW Scirocco GT 24

PS/KW 325/239

0-100 km/h in k.A.

Frontantrieb, 6 Gang Direktschaltung

Spitze 263 km/h

Preis k.A.