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Tage des Donners

Tage des Donners

Der neue Audi S8 verbindet Luxus und Sport. Zum weltweit ersten Mal kommt ein V10-Motor mit Benzindirekteinspritzung und 450 PS zum Einsatz

Eckdaten
PS-kW450 PS (331 kW)
AntriebAllradantrieb, permanent, 6 Gang Automatik
0-100 km/h5.50 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit250 km/h
Preis97.600,00 €

Ein dumpf grollender Schallteppich liegt über der Morgenruhe. Doch zu sehen ist nichts. Nur einen Wimpernschlag später, und der Verursacher ist ausgemacht. Ein silberfarbenes Projektil erscheint, um im nächsten Moment wieder im Nichts zu verschwinden. Für das akustische Feuerwerk ist kein Supersportwagen aus Bella Italia verantwortlich, sondern eine Luxuslimousine made in Germany. Oder besser gesagt beides: Wenn der neue Audi S8 im Juli 2006 seinen Einstand gibt, weht ein kleiner Hauch der Lamborghini-Tochter in ihm mit. Audi ließ sich bei der Konstruktion des Zehnzylinder-V-Motors zwar vom Sportwagen Gallardo inspirieren, doch im Wesentlichen wurde das Triebwerk neu konzipiert. So schöpft es seine Kraft aus 5,2 Liter Hubraum. Ebenso neu: Zum ersten Mal vereinen die Ingolstädter ein V10-Serientriebwerk mit der Benzin-Direkteinspritzung FSI. Das enorme Verdichtungsverhältnis von 12,5:1 und hohe Einspritzdrücke von bis zu 100 bar erlauben eine effizientere Verbrennung. Der S8 leistet 450 PS, das maximale Drehmoment von 540 Newtonmetern liegt bereits bei frühen 3500 Umdrehungen pro Minute an. Ein elektronisch geregeltes, zweistufiges Schaltsaugrohr sorgt zudem dafür, dass eine gleichmäßig hohe Kraftentfaltung über das gesamte Drehzahlband gewährleistet ist. Schon ein Tritt auf das rechte Pedal beweist, dass das Aggregat auf hohes Durchzugsvermögen ausgelegt wurde. Bereits ab 3500 Touren presst der V10 den S8 mit einem gleichmäßigem Schub vehement voran. Die ausschließlich lieferbare Sechsgang-Automatik mit sportlicherer Kennlinie schaltet schnell im S8 und fast ohne Zugkraftunterbrechung. Ebenso überzeugt die in der Mittellage um zehn Prozent direkter ausgelegte Lenkung, die aber noch einen Tick spontaner arbeiten könnte. Wie ein Pfeil schnellt der S8 davon. So katapultiert sich der Ingolstädter innerhalb von nur 5,5 Sekunden auf 100 km/h, nach 18,3 Sekunden erreicht die Tachonadel bereits die 200er-Marke. Der Vortrieb endet erst bei 250 km/h - der Audi ist elektronisch abgeregelt. Besonders beeindruckend ist im-mer wieder, welch imposante Klangkulisse der V10 erzeugt. Vom dumpfen Brabbeln über tiefes Grollen bis hin zu einem metallischem Hämmern kurz vor der Drehzahlgrenze von 7000 Touren reicht sein Repertoire, das er druckvoll in die Landschaft entlässt. Der Pilot hinter dem Drei-Speichen-S8-Volant bekommt von alldem nur die gedämpfte Variante mit. Mehr nicht. Unter Gaswegnahme benimmt sich der V10 wie ausgewechselt und schnurrt brav und leise wie ein herkömmliches großvolumiges Triebwerk aus dem Luxussegment. Eine neue Abstimmung in Richtung sportlich erfuhr die Adaptive Air Suspension (adaptive Luftfederung). Sowohl in Normal- als auch in Automatikstellung meistert der Athlet im Luxusgewand lange Bodenwellen immer noch vorzüglich und neigt einzig auf Querfugen zu stößigen Reaktionen. Insgesamt bleibt aber der Langstreckencharakter im S8 weitgehend erhalten. Wem das trockene, aber keinesfalls zu harte Fahrwerk nicht zusagt, kann auch zum 109000 Euro teuren A8 6.0 W12 greifen. Der gleich starke Zwölfzylinder ist zwar komfortabler, aber bei weitem nicht so dynamisch wie das S8-Triebwerk. Zudem leitet der permanente Allradantrieb des S8 die Kraft im Normalfall zu 60 Prozent an die Hinterachse weiter. So fährt sich der immerhin zwei Tonnen schwere Sportler überraschend agil und begeistert mit spontanem Einlenkverhalten. Nur bei zu forschem Kurventempo ist eine Untersteuer-Tendenz spürbar, ansonsten bleibt die Luxuslimousine lange neutral. Faszinierend auch, wie effektiv der S8 seine Kraft auf die Straße bringt, da die gute Traktion selbst aus engen Kehren ein sehr frühes Beschleunigen erlaubt. Optisch lässt sich die Potenz hingegen nur erahnen. Hier waren die Ingolstädter eher um Understatement bemüht. So gibt sich der Luxusliner als S8 gegenüber den herkömmlichen A8-Modellen lediglich durch einen Kühler-grill mit vertikalen Chromstreben und großen Lufteinlässen zu erkennen. Silbern eingefärbte Außenspiegel in Alu-Optik gehören ebenso dazu wie eine kleine Spoilerlippe und vier ovale Endrohre am Heck. Den sport-lichen Auftritt runden 20-Zoll-Alu-Räder und Reifen der Dimension 265/35 ab. Äußerst umfangreich fällt die Serienausstattung aus\\\" unter anderem mit Bi-Color-Leder, Navigationssystem, Bi-Xenon-Scheinwerfern mit Kurvenlicht und einem Bose-Sound-System. Unverständlich ist jedoch, dass Audi für die sehr gefragten Metalliclackierungen gleich 1000 Euro extra verlangt. Das dürfte die gut betuchte Klientel allerdings wenig stören. Und der Ausstattungsumfang lässt sich noch durch weitere Features wie die extrem leichten und äußerst standfesten Keramikbremsen für 8000 Euro oder etwa das High-End-Sound-System von Bang & Olufsen zu 6000 Euro noch erweitern.

Inhaltsübersicht

Autos im Test

Audi S8 5.2 FSI quattro

PS/KW 450/331

0-100 km/h in 5.50s

Allradantrieb, permanent, 6 Gang Automatik

Spitze 250 km/h

Preis 97.600,00 €