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Porsche Panamera Turbo - Brückenschlag

Porsche Panamera Turbo

Kann ein luxuriöser Viersitzer gleichzeitig Sportwagen sein? Porsche gibt darauf mit dem Panamera Turbo eine schlüssige Antwort

Eckdaten
PS-kW500 PS (368 kW)
AntriebAllrad, 7-Gang-Doppelkupplung
0-100 km/h3.90 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit303 km/h
Preis135.154,00 €

Spätestens seit dem Cayenne wissen wir, dass man sich bei Porsche nicht nur auf den Bau höchst effizienter Sportwagen à la 911 versteht. Und jetzt der nächste Coup: Der neue Panamera soll sowohl die verwöhnte Luxusklientel bedienen, die bisher in A8, S-Klasse oder 7er unterwegs war, zugleich aber auch jene Dynamik bieten, für die der Name Porsche an sich steht.

Ein gewagter Spagat, der zu gelingenscheint. Bereits die erste Sitzprobe im ausladend proportionierten Panamera überzeugt auch anspruchsvolle Passagiere. Um auf den tief positionierten, sehr angenehm konturierten Einzelsitzen Platz zu nehmen, muss man sich zwar etwas tiefer verbeugen. Doch besonders im Fond verwöhnt der Panamera mit jener Bewegungsfreiheit, die auch Langstrecken zum Genuss werden lassen. Lediglich auf Schulterhöhe ist der Viertürer ein wenig eng geschnitten.

TASTENFLUT STATT INTEGRIERTEM BEDIENSYSTEM
So ganz leicht macht es der Panamera seinem Fahrer indes nicht. Der darf sich erst einmal mit der Schalterflut im Bereich der wuchtigen Mittelkonsole vertraut machen. Etwa 50 Tasten sind hier – zwar logisch gegliedert – angeordnet, da sind dann aber die virtuellen Tasten des Touchscreen-Systems noch nicht mitgezählt. Gut im Blick liegen dagegen die Rundinstrumente, von denen eines als kontrastreiches Multifunktions-Display ausgeführt ist, dessen Inhalt (Navi, Radio, Bordcomputer, Telefon) leicht über die Lenkradtasten abgerufen werden kann.

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Gestartet wird der – aus dem Cayenne stammende, für den Panamera aber optimierte – 4,8-Liter-V8-Turbo-Direkteinspritzer per Drehschalter links neben dem Lenkrad. Sportwagenfreunde werden den dumpf bollernden V8 lieben, aber der doch recht unrunde Leerlauf ist für eine Luxuslimousine schlicht unangebracht. Auch die wenig geschmeidig agierende Start-Stopp-Automatik und die etwas ruckelnde Gasannahme aus dem Stand repräsentieren nicht gerade die allerfeinste Art.

Hier, aber auch nur hier vermisst man vielleicht eine sanftere Wandlerautomatik, denn der Porsche verfügt über ein äußerst kompakt bauendes, wirkungsgradstarkes Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe, das von ZF eigens für den Panamera entwickelt wurde und das im Automatikmodus sowohl komfortabel als auch schnell schaltet. Nur selten fühlt sich der Fahrer genötigt, hier manuell einzugreifen.

Dass der Panamera ein paar reinrassige Sportwagen-Gene mit auf den Weg bekam, wird nicht nur beim Druck aufs rechte Pedal deutlich. Antritts- und Durchzugskraft sind über jeden Zweifel erhaben, verhelfen dem mit 1870 Kilogramm nicht einmal besonders schweren Auto zu fabelhaften Fahrleistungen – ständig begleitet von einem satten V8-Sound. Vergnügt stellt man fest, dass der Panamera umso besser funktioniert, je kurvenreicher und anspruchsvoller die Strecke wird.

Daran haben besonders die präzise Lenkung, die brachialen Karbon-Keramikbremsen (PCCB, 8711 Euro), die aktiven Stabilisatoren in Verbindung mit dem Sperrdifferenzial (PDCC, 4344 Euro), die adaptiven Dämpfer (PASM) und natürlich der intelligente Allradantrieb ihren Anteil. Wie sportlich es gerade sein darf, kann der Fahrer selbst regeln – über die Sport- oder Sport Plus-Taste (Sport Chrono Paket, 1892 Euro). Beides beeinflusst Gasannahme, Drehmoment (Overboost), Gangwechsel sowie die Dämpfer- und PSM-Kennung (ESP).

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Umsteiger aus dem Luxussegment hingegen würden von der elektronisch geregelten Luftfederung mit zwei schaltbaren Luftvolumina mehr Komfort erwarten. Trotz straffer Abstimmung werden Unebenheiten zwar gut herausgefiltert, ein leichtes Zittern der Vorderachse auf Querfugen, begleitet von deutlich wahrnehmbaren Poltergeräuschen schmälern jedoch den ansonsten guten Qualitätseindruck.

Fazit

Ohne Frage, der Panamera Turbo ist ein echter Porsche. Nach Art des Hauses hält er trotz üppiger Abmessungen ein auf öffentlichen Straßen kaum auszuschöpfendes Dynamikpotenzial bereit. Der Clou dabei: Man kann auch bequem zu viert verreisen – inklusive Gepäck. Der Panamera ist zwar kein hundertprozentiger Ersatz für eine Luxuslimousine, aber er stellt einen gelungenen Kompromiss
zwischen befriedigendem Komfort und Sportlichkeit dar.

Jürgen Voigt

Inhaltsübersicht

Autos im Test

Porsche Panamera Turbo

PS/KW 500/368

0-100 km/h in 3.90s

Allrad, 7-Gang-Doppelkupplung

Spitze 303 km/h

Preis 135.154,00 €