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Kia Soul - Kecke Kiste

Kecke Kiste

Mit dem schicken und praktischen Soul trifft Kia den Geschmack der Zeit. Wir testen das moderne Crossover-Modell mit 128 PS starkem Turbodiesel

Eckdaten
PS-kW128 PS (94 kW)
AntriebVorderrad, 5 Gang manuell
0-100 km/h11.10 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit182 km/h
Preis19.225,00 €

Freundliche Blicke an jeder Kreuzung: Wo der neue Kia Soul im Großstadtdschungel auch auftaucht,
er trifft den Geschmack der Passanten und sorgt für Gesprächsstoff. Ein Auto mit Gesicht und starken Schultern, aber vor allem eines, das Interesse weckt. Zu Recht, denn die kecke Kiste aus Korea, die auf einer neu entwickelten Plattform basiert, ist nicht nur optisch ein Hingucker.

Bereits bei der ersten Kontaktaufnahme sammelt der Soul Punkte: Weit öffnende Türen und große Türausschnitte ermöglichen einen unbeschwerten Einstieg in den sehr großzügig geschnittenen Innenraum – vorn ebenso wie hinten. Hier fühlt man sich wohl.

Eine gute Verarbeitung, griffsympathische, mit Leder bespannte Kontaktflächen an Lenkrad und Schaltknauf sowie die nachts weiß strahlenden und gut ablesbaren Instrumente, die von rot beleuchteten Bedienelementen flankiert werden, schaffen eine hochwertige Atmosphäre. Die erhöhte Sitzposition und die dadurch gute Verkehrsübersicht nach vorn bringen Ruhe ins hektische Treiben auf verstopften Straßen. Nur die massive hintere D-Säule versperrt dem Fahrer die Sicht nach schräg hinten.

Das Einparken gelingt dank der beim Diesel-Soul serienmäßig in den hinteren Stoßfänger integrierten Einparkhilfe problemlos. Leider fällt der Rammschutz am Heck so wuchtig aus, dass zarte Naturen Mühe haben werden, schwere Einkäufe über die 78 Zentimeter hohe Ladekante zu hieven. Kleine Entschädigung: Unter dem ebenen Laderaumboden befi ndet sich ein sehr großer und in viele Einzelfächer unterteilter Stauraum.

Kultivierter Antrieb

Angetrieben wird der Soul von dem 1,6-Liter-Turbodiesel mit Common-Rail-Direkteinspritzung, der im deutschen Dieselkompetenzzentrum der Koreaner entwickelt wurde. Er gehört zu den derzeit kultiviertesten Vierzylinder-Selbstzündern. Leise und vibrationsarm übt sich das Triebwerk in Zurückhaltung und leitet dabei seine Kraft ausgesprochen gleichmäßig über das gut abgestimmte Getriebe an die Vorderräder.

Resultat: Beim Sprint von null auf Tempo 100 unterbot unser Testwagen die Werksangabe um 0,2 Sekunden. Auch der Testverbrauch fiel mit 6,6 Liter Diesel pro 100 Kilometer angemessen aus. Bis zu drei Prozent Kraftstoff soll auch die elektrisch unterstützte Servolenkung des Soul einsparen. Allerdings fehlt es ihr an einem mitteilsamen Lenkgefühl.

Schade eigentlich, denn auf kurvigen Strecken ist der Kia sehr zielsicher und agil unterwegs – und das, obwohl er 810 Kilogramm und damit 62 Prozent seines Gewichts auf der Vorderachse trägt. Dafür bietet die leichtgängige Lenkung in der Stadt viel Komfort. Mit geringem Kraftaufwand wuselt der Soul locker und beschwingt durch den dichten Verkehrsstrom.

Unser Testwagen war zwar mit üppigen 18-Zöllern ausgestattet (Ausstattung Spirit, 1500 Euro), federte aber Erschütterungen – etwa durch hervorstehende Kanaldeckel – erstaunlich souverän weg. Die üppige Bereifung ist noch aus einem anderen Grund eine Empfehlung: Sie steht dem Soul nicht nur gut, sie sorgt vor allem für hervorragende Bremswerte. Der Koreaner benötigte im Test lediglich 36 Meter, um aus Tempo 100 zum Stillstand zu kommen.

Hoher Grundpreis

Der neue Soul hat als 1.6 CRDi seinen Preis. Anders als beim Modell mit 1,6-Liter-Benziner, das es in vier Ausstattungen ab 14 980 Euro gibt, hat der Kunde beim Diesel nur die Wahl zwischen den beiden oberen Ausstattungen Vision (19 225 Euro) und Spirit (20 725 Euro). Hier bleiben dann kaum noch Wünsche offen. Doch bereits der Basis-Benziner erfüllt mit sechs Airbags, aktiven Kopfstützen, Isofix-Kindersitzhalterungen, ESP, Bremsassistent und elektrischen Fensterhebern mehr als nur die Grundbedürfnisse in puncto Sicherheit und Komfort. Zumal auch die fünfjährige Garantie ohne Kilometerbegrenzung bei allen Soul-Modellen obligatorisch ist.

Fazit

Mit dem neuen Kia Soul bekommt die koreanische Marke das Gesicht, das ihr bisher gefehlt hat. Aber der Soul ist nicht nur schick, sondern überzeugt auch mit viel Platz, einem sehr kultivierten Antrieb und viel Fahrspaß. Nur der hohe Grundpreis stört. Ein günstigere Diesel-Einstiegsvariante wäre daher wünschenswert.

Michael Godde

Inhaltsübersicht

Autos im Test

Kia Soul 1.6 CRDi

Kia Soul 1.6 CRDi

PS/KW 128/94

0-100 km/h in 11.10s

Vorderrad, 5 Gang manuell

Spitze 182 km/h

Preis 19.225,00 €