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JA NEIN

BMW 730d

Mehr als nur Kosmetik

Der facegeliftete 7er hat optisch klar gewonnen. Da fällt zunächst kaum auf, dass eine Fülle motorischer und fahrdynamischer Innovationen auch dem 730d einen spitzenplatz in der Luxusklasse beschert

Eckdaten
PS-kW231 PS (170 kW)
AntriebHeckantrieb, 6 Gang Automatik
0-100 km/h8.50 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit235 km/h
Preis61.500,00 €

Sicher, der deutlich gefälligere Auftritt des überarbeiteten Flaggschiffs aus München schmeichelt dem bislang beim 7er nicht verwöhnten Auge. Die wahren Neuerungen entziehen sich jedoch dem Blick, und andere Sinne müssen das Ergebnis deutscher Ingenieurskunst wahrnehmen. Und da gibt es genug zu spüren: So tritt der von vormals 218 auf nun 231 PS erstarkte Diesel-Reihensechszylinder des 730d noch souveräner an und lässt mit 520 Nm (vorher 500) und dem damit derzeit höchsten Drehmoment aller Sechszylinder-Diesel-Luxuslimousinen zu keiner Zeit Zweifel an einer mehr als ausreichenden Motorisierung des nominell schwächsten 7er aufkommen. Mehr Leistung, mehr Verbrauch? Ja und nein. Während der Dieselkonsum im EU-Zyklus von 8,5 auf 8,2 Liter je 100 Kilometer sank, stieg er auf der Normstrecke der AUTO ZEITUNG von 10,0 auf 10,4 - was angesichts der harmonischen und jederzeit präsenten Leistungsentfaltung aber immer noch Vorzeigecharakter besitzt. Immerhin hat der ausschließlich mit Sechsgang-Automatik lieferbare 730d mit einem Leergewicht von gut zwei Tonnen zu kämpfen. Dafür darf der 730d jetzt als Saubermann gelten, denn mit Schadstoffklasse EU 4 und serienmäßigem Dieselpartikelfilter sieht dessen Fahrer dem Drohgespenst etwaiger Fahrverbote für Dieselfahrzeuge entspannt entgegen. Doch nicht nur abgastechnisch hat dieser Vorzeige-Diesel zugelegt: Die Common-Rail-Kraftstoffeinspritzung der dritten Generation erfolgt über Piezo-Injektoren, was bis zu fünf Einzeleinspritzungen pro Arbeitstakt ermöglicht und zu einem noch exakteren und schnelleren Einspritzvorgang führt - und neben anderen motorischen Eingriffen wie angepasster Turbinengeometrie zur Mehrleistung von 13 PS. Tiefer unten wartet der moderne Selbstzünder nun mit einem Aluminium-Kurbelgehäuse auf, das das Motorengewicht um 25 Kilogramm senkt. Dadurch wird auch die Vorderachse entlastet, was sich positiv auf Achslastverteilung und Fahrdynamik auswirkt. Das äußert sich so: Die überarbeitete Achskinematik und die an der Hinterachse um vierzehn Millimeter verbreiterte Spur bescheren dem neuen Siebener nun eine Fahrdynamik, die in dieser Fahrzeugklasse immer noch Erstaunen auslöst. Zwar reicht die Qualität der Dynamikbausteine Lenkungsansprechen, Fahrzeugreaktion, Handling und Kurvenwilligkeit nicht an die des Fünfer-BMW heran, doch wird niemand einen Siebener ernsthaft über einen Rennparcours scheuchen wollen. Wer allerdings die wie bei unserem Testwagen installierte Aktivlenkung inklusive Wankstabilisierung (BMW-Slogan: Dynamic Drive) ordert, könnte zumindest theoretisch dieses Tabu brechen. Etwas erhöhte Lenkkräfte und eine wirksam unterdrückte Seitenneigung in Kurven lauten die Attribute dieser 3200 Euro teuren Fahrwerksoption. Doch die wahren Fahrwerksqualitäten des neuen 7er, nicht nur die des 730d, liegen woanders: im entspannten und die Sinne verwöhnenden Dahingleiten und, ja, im Kurvengenießen der zurückhaltenden Art. Bereits das Serienfahrwerk bietet diesen gelungenen Kompromiss aus Komfort und Dynamik.

Inhaltsübersicht

Autos im Test

BMW 730 d

PS/KW 231/170

0-100 km/h in 8.50s

Heckantrieb, 6 Gang Automatik

Spitze 235 km/h

Preis 61.500,00 €