Möchten Sie auf die mobile Seite wechseln?

JA NEIN

Audi TT 3.2 Roadster

Wir haben geöffnet

Mit dem TT Roadster bringt Audi pünktlich zum Start der Cabriosaison einen starken Zweisitzer auf den Markt. Im Test die 3,2-Liter-Topversion mit 250 PS

Eckdaten
PS-kW250 PS (184 kW)
AntriebAllradantrieb, permanent, 6 Gang manuell
0-100 km/h6.00 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit250 km/h
Preis43.800,00 €

Audi setzt mit der zweiten Generation des TT Roadster gegen den Trend. Denn im Gegensatz zu vielen anderen Herstellern zählen die Ingolstädter beim Verdeck ihres offenen Zweisitzers weiterhin auf die klassische Stoffmütze. Die Vorteile des dreilagigen und gut isolierten Textilverdecks liegen klar auf der Hand: Nicht nur das Fahrzeuggewicht ist gegenüber Klappdach-Cabrios geringer, auch der Fahrzeugschwerpunkt sinkt in günstige Bodennähe. Zudem faltet sich das bogenförmige Dach Platz sparender zusammen – im Fall des von uns getesteten 3,2- Liter-Modells übrigens elektrohydraulisch und ohne umständliches Bedienen von Verschlusshebeln. Gleiches gilt für das Windschott, das im TT Roadster 3.2 ebenfalls elektrisch ein- und ausfährt. Innerhalb von zwölf Sekunden hat sich der Sportler seiner Mütze entledigt, die bündig in der Karosserie verschwindet und eine Persenning überflüssig macht. Die Metamorphose gelingt auch, wenn der Audi mit bis zu 30 km/h beispielsweise im Stop-and-go-Verkehr bewegt wird. Ohne Dach ermöglicht die weit nach hinten reichende Windschutzscheibe zusammen mit der tiefen Sitzposition ein weitgehend sturmfreies Reisen. Der Zweisitzer gewährt seinen Insassen dazu viel Bewegungsfreiheit, und die Sitze verwöhnen mit angenehm straffen Polstern und viel Seitenhalt. Lobenswert sind auch die hochwertigen Materialien und die saubere Verarbeitungsqualität. Der Karosserie-Mix aus Aluminium (58 Prozent) und Stahl (42 Prozent) ist solide wie eine Burg – nichts zittert, knarzt oder quietscht. Selbst offen wirkt der Luftikus noch wie aus einem Guss. Darüber hinaus glänzt er mit einer hohen Verwindungssteifigkeit, die im Vergleich zum Vorgänger nochmals spürbar zugelegt hat. Und das Fahrwerk vermittelt jene Genauigkeit, die der alte TT vermissen ließ – vor allem, wenn das adaptive Dämpfersystem namens Magnetic Ride für 1230 Euro beim Kauf gleich mitbestellt wurde. Damit verwandelt sich der offene Audi blitzschnell per Schalterdruck vom komfortablen Gleiter in einen dynamischen Sportler – je nachdem, was gerade gewünscht ist. Das funktioniert so: Im Öl der Stoßdämpfer schwimmen magnetische Eisenpartikel, die durch Anlegen einer elektrischen Spannung innerhalb weniger Millisekunden die Charakteristik der Dämpfer an jedem einzelnen Rad verändern können. So filtert das mit üppigen Federwegen ausstaffierte Fahrwerk in "Normal"-Position Unebenheiten gekonnt weg und hält derbe Schläge fast vollständig von den Insassen fern. Andererseits erlaubt der "Sport"-Modus eine überaus forsche Gangart, die der TT Roadster mit einem nahezu neutralen bis leicht untersteuernden Fahrverhalten beantwortet. Die Audi-Techniker haben den TT Roadster gegenüber seinem Vorgänger auch in der Lenkpräzision verbessert. Die elektromechanische Lenkung arbeitet sehr exakt und glänzt dank geschwindigkeitsabhängiger Servounterstützung auch bei hohem Tempo noch mit guter Rückmeldung. Die Kraftübertragung erfolgt im 3.2-Modell serienmäßig über alle vier Räder – der elektronisch geregelte Allradantrieb sorgt selbst auf nassem Untergrund noch für eine optimale Traktion. Der kompakt bauende V6 mit 250 PS stammt im Prinzip aus dem Vorgängermodell, erhielt jedoch eine neue Abstimmung. Auf Gasbefehle spricht er nun spontaner an und arbeitet jetzt bereits aus niedrigen Drehzahlen kraftvoller. Bei Bedarf sprintet der TT innerhalb von nur 6,4 Sekunden auf Tempo 100, die Höchstgeschwindigkeit wird bei 250 km/h elektronisch und sanft abgeregelt. Einziges Manko: Jenseits der 3500 Touren verliert der satt und sonor klingende Sechszylinder seine guten Manieren und wirkt mit zunehmender Drehzahl angestrengt laut. Dieser Bereich dürfte dem Ingolstädter jedoch beim offenen Reisen eher selten abverlangt werden – zumal der Fahrspaß insgesamt auch nicht zu kurz kommt. Dafür sorgt nicht zuletzt das knackige Sechsganggetriebe mit kurzen Wegen. » zum Audi TT-Video

Fazit

Im Vergleich zu seinem Vorgänger hat der neue Audi TT Roadster nicht nur optisch, sondern auch fahrdynamisch deutlich zugelegt. Er fährt sich jetzt leichtfüßiger und agiler und hat dank des adaptiven Dämpfersystems Magnetic Ride auch beim Komfort hinzugewonnen. Zu den weiteren Vorzügen des Ingolstädter Luftikusses gehören neben der hochwertigen Verarbeitung auch seine steife Karosserie. Zudem sorgt der bewährte quattro-Allradantrieb unter nahezu allen Fahrbahnbedingungen für beste Traktion.

Guido Borck

Inhaltsübersicht

Autos im Test

Audi TT Roadster 3.2 quattro

PS/KW 250/184

0-100 km/h in 6.00s

Allradantrieb, permanent, 6 Gang manuell

Spitze 250 km/h

Preis 43.800,00 €