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Alfa Romeo MiTo MultiAir - Erster Test

Alfa Romeo MiTo 1.4 TB 16V MultiAir

Die elektrohydraulische Ventilsteuerung MultiAir soll die Motorentechnik revolutionieren. Erster Test im Alfa MiTo

Eckdaten
PS-kW135 PS (99 kW)
AntriebVorderrad, 5 Gang manuell
0-100 km/h8.80 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit207 km/h
Preis17.300,00 €

Die Motoren-Entwickler des Fiat-Konzerns dürfen sich ein wenig als verkannte Genies fühlen. Kaum jemand erinnert sich noch daran, dass sie Mitte der 80er Jahre im Croma den ersten Direkteinspritzer- Diesel auf die Straße schickten. Auch dass bei Fiat zehn Jahre später die bahnbrechende Common-Rail-Einspritzung zur Serienreife gelangte, ist nur noch Insidern bekannt.

Jetzt haben die Turiner wieder eine Entwicklung marktreif gemacht, der sie ähnliches Potenzial vorhersagen: Mit der elektrohydraulischen Ventilsteuerung MultiAir sollen Motoren bei weniger Verbrauch mehr leisten, früher ihr maximales Drehmoment zur Verfügung stellen und in der Kaltstartphase weniger Abgase in die Luft blasen.

Dabei werden die jeweils zwei Einlassventile pro Zylinder über eine elektronisch gesteuerte Hydraulik betätigt. So lassen sich Ventilhub und Öffnungsdauer deutlich besser als bei einer mechanischen Steuerung an die Lastzustände des Motors anpassen. MultiAir ist auch mit einem Diesel kombinierbar, wird aber zunächst nur bei Benzinern angeboten.

Als erstes geht jetzt der kleine Alfa Romeo MiTo mit der neuen Technik an den Start: Der 1.4 TB 16V MultiAir mit 135 PS ersetzt den bisher verfügbaren konventionellen 1,4-Liter-Vierzylinder mit 120 PS. Im nächsten Jahr soll eine Variante mit 170 PS folgen.

DREI MODI ZUR AUSWAHL
Soweit die Theorie. In der Praxis zeigt der Alfa zwei ganz unterschiedliche Wesen. Denn über den so genannten „dna“-Schalter auf der Mittelkonsole lassen sich die Charakteristik der Lenkung und des Motors sowie sein Ansprechverhalten einstellen. In den Modi „normal“ (n) und „all weather“ (a) arbeitet die Lenkung sehr leichtgängig und unpräzise, der Motor reagiert spürbar verzögert auf Gaspedalbefehle, und das maximale Drehmoment liegt bei nur 180 Newtonmetern.

Erst deutlich über 2000 Umdrehungen pro Minute legt der MiTo dann los, wie man es von einem Alfa Romeo erwartet. Bei höheren Drehzahlen wird der Motor aber laut, und jenseits der 5000 /min kehrt das Phlegma zurück.

Besonders wenn man den Empfehlungen der Schaltanzeige folgend früh die Gänge wechselt, geht es nur sehr zäh voran. Die verbesserte, aber immer noch hakelige Fünfgangschaltung trägt ein Übriges dazu bei, den Fahrgenuss zu trüben. Die Start-Stopp-Automatik funktioniert aber tadellos.

Ganz anders zeigt sich der Alfa, sobald man den dna-Schalter auf „d“ für „dynamic“ stellt: Das maximale Drehmoment erhöht sich auf 206 Newtonmeter, das Ansprechverhalten des Motors verbessert sich deutlich, die nun straffe Lenkung gibt genaue Rückmeldungen. Zwar ist die Schaltanzeige deaktiviert, aber der Motor hat jetzt auch im Drehzahlkeller mehr Mumm. So macht der MiTo Spaß.

Die Verarbeitung, die Qualität der meisten im Innenraum verwendeten Materialien, die Bedienung – von der etwas komplizierten Klimaautomatik einmal abgesehen – sowie die sehr guten Bremsen bereiten ebenfalls Freude. Auch der Preis ab 17 300 Euro erscheint angemessen. Schließlich kann man sich mit dem kleinen Italiener überall sehen lassen.

An der Tankstelle wird man jedoch öfter auftauchen, als einem lieb ist: Der Testverbrauch von 8,3 Liter Super ist keine Sensation. Der angegebene Normverbrauch von 5,6 Litern erscheint fast unerreichbar. Klaus Uckrow

Inhaltsübersicht

Autos im Test

Alfa Romeo MiTo 1.4 TB 16V MultiAir

PS/KW 135/99

0-100 km/h in 8.80s

Vorderrad, 5 Gang manuell

Spitze 207 km/h

Preis 17.300,00 €