Einzeltest - Daihatsu Trevis Flotte Kurzware

01.12.2006

Daihatsu schneidert Fahrzeuge in der Konfektionsgröße XS. Wie groß das Platzangebot im neuen, nur 3,40 Meter kurzen Trevis wirklich ist und was der Kleine sonst noch so kann, klärt der Test

Eckdaten
PS-kW58 PS (43 kW)
AntriebFrontantrieb, 5 Gang manuell
0-100 km/h14.4 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit160 km/h
Preis10.990,00€

Der ist aber putzig - Der spontane Kommentar einer Dame gilt dem neuen Daihatsu Trevis. Zugegeben, mit seinen chromeingefassten Rundscheinwerfern und dem markanten Chromkühlergrill schaut der japanische Kleinwagen drolliger drein als der Rest der Autowelt. Mit 3,40 Meter Aufbaulänge ist der Trevis rund einen halben Meter kürzer als ein VW Polo - ein entscheidender Vorteil beim täglichen Kampf um den knappen Parkraum in unseren Städten. Und diesen Vorteil weiß nicht nur die weibliche Kundschaft zu schätzen. Klein muss aber nicht gleich unbequem sein. Die Türen öffnen sehr weit - annährend rechtwinklig – und erleichtern so erheblich den Einstieg. Etwaige Vorbehalte gegenüber dem Sitzplatzangebot lösen sich in Wohlgefallen auf: Der Trevis wirkt innen größer, als er von außen aussieht. Selbst großgewachsene Personen finden auf den straff gepolsterten und im Lehnenbereich erfreulich großzügig geschnitten Sitzen ausreichend Platz. Die Sitzfläche hingegen könnte mehr Beinauflage bieten, und die Seitenführung sowie die Lendenwirbelunterstützung sollten besser sein. Der geringe Dacheinzug und die große Kopffreiheit vermitteln ein großzügiges Raumgefühl. Lediglich der geringe Abstand zur Tür und zum Sitznachbarn erinnert die Insassen an die Wagengröße. Erfreulich: Dienen die Fondsitze in dieser Fahrzeugklasse meist nur als Notbehelf, so sind die Platzverhältnisse im Trevis großzügiger: Bei Bedarf haben in der zweiten Reihe auch zwei Erwachsene ohne größere Zugeständnisse genug Bewegungsfreiheit. Das Auto ist sehr übersichtlich, dazu tragen auch die großen Außenspiegel bei. Beim Einparken schränken aber die beiden breiten C-Säulen die Sicht nach hinten ein. Einladend ist der Innenraum gestaltet: Die Materialien sind haptisch ansprechend und in freundlichen Farben gehalten. Zudem erleichtern viele Staufächer den täglichen Gebrauch des Trevis. Die Abdeckklappen wirken allerdings wenig hochwertig. Die Bedienelemente werfen keine Fragen auf und sind größtenteils griffgünstig platziert. Schlecht: Zum Einstellen der Heizungstemperatur muss man sich weit herüberbeugen. Das griffig in der Hand liegende kleine Momo-Lenkrad wartet mit einem integrierten Airbag auf. Airbag Nummer zwei ist vor dem Beifahrersitz installiert, weitere Lebensretter sind ebenso wenig lieferbar wie ein ESP. Das ist selbst für einen Kleinstwagen recht dürftig. Im Wagenheck wartet ein Kofferraum mit 167 Liter Ladevolumen auf die Einkäufe vom Supermarkt. Nach dem Umlegen der asymmetrisch geteilten Rückenlehne stehen 420 Liter Stauvolumen zur Verfügung – so verlieren Fahrten zu IKEA ihren Schrecken. Der Dreh am Zündschlüssel erweckt das 989-Kubikzentimeter-Motörchen zum Leben. Der Sound des Dreizylinders vermittelt einen Hauch von Sportlichkeit, der sich aber bereits in der ersten Kurve verflüchtigt. Die weiche Abstimmung des Fahrwerks mag zwar einen befriedigenden Fahrkomfort bieten, die Aufbauneigung abseits der Geraden ist aber respekteinflößend. Und in engen Kurven dreht das kurveninnere Rad schon mal durch und bittet quietschend um Gnade. Die schmalen Reifen bauen zudem wenig Seitenführungskräfte auf, sodass der Wagen bei höheren Kurventempi über das kurvenäußere Rad zum Kurvenrand schiebt. Stellt man seinen Fahrstil darauf ein und nutzt fleißig das gut zu schaltende Fünfganggetriebe, so gestattet der Trevis ein wieselflinkes Durcheilen des Stadtverkehrs. Die Bremsen lassen sich gut dosieren, der Bremsweg ist mit fast 42 Metern jedoch zu lang. Das können andere Stadtflöhe besser. Die Lenkung bietet bei niedrigen Geschwindigkeiten eine hohe Unterstützung und erleichtert so das Rangieren in Parklücken. Bei höheren Geschwindigkeiten geht die Unterstützung auf null zurück - die Lenkung gibt so eine gute Rückmeldung über den aktuellen Fahrzustand. Autobahnetappen legt der Kleine problemlos zurück, mit viel Anlauf läuft der Trevis auch mal 160 km/h laut Tacho. Die starken Windgeräusche empfehlen allerdings eher Richtgeschwindigkeit 130. Zudem vereitelt eine ausgeprägte Seitenwindempfindlichkeit die übermäßige Tempohatz. 10 990 Euro sind ein stolzer Preis. Dafür ist die Ausstattung umfangreich: CD-Player, Klimaanlage, Alu-Räder und Effektlackierung gibt es serienmäßig. Die Kosten für Versicherung und Steuer sind günstig. Mit einem Testverbrauch von 6,0 Litern übertrifft der Trevis die Werksangabe von 4,8 Litern deutlich, zählt aber immer noch zu den sparsamen Autos. Und zu den auffälligen: Dem Daihatsu schaut man gern hinterher.

Fazit

Klein, pfiffig und mit schmuckem Design – der Daihatsu Trevis ist ein Sympathieträger und taugt mit seinen knappen Abmessungen, der leichten Bedienbarkeit, erstaunlichem Platzangebot und ordentlicher Komfortausstattung sehr gut für den Alltag. Langstreckeneinsätze oder sportlich ambitioniertes Fahren liegen ihm weniger. Außerdem sind die Bremsen und die Sicherheitsausstattung verbesserungsbedürftig.

Technische Daten
Motor 
ZylinderR3
Hubraum989
Leistung
kW/PS
1/Min

43/58
6000 U/min
Max. Drehmom. (Nm)
bei 1/Min
91
4000 U/min
Kraftübertragung 
Getriebe5 Gang manuell
AntriebFrontantrieb
Fahrwerk 
Bremsenv: innenbel. Scheiben
h: Trommel
Bereifungv: 155/65 R 14
h: 155/65 R 14
Messwerte
Gewichte (kg) 
Leergewicht (Werk)790
Beschleunigung/Zwischenspurt 
0-100 km/h (s)14.4
Höchstgeschwindigkeit (km/h)160
Verbrauch 
Testverbrauch6l/100km (Normal)
EU-Verbrauch4.8l/100km (Normal)
Reichweitek.A.
Abgas-Emissionen 
Kohlendioxid CO2 (g/km)k.A.

Tags:

Wirkaufendeinauto

So verkauft man Autos heute!

Copyright 2017 autozeitung.de. All rights reserved.