Einparkassistenten im Test: 7 Systeme im Vergleich Parken oder Parken lassen

11.10.2013

Schlaue Parkassistenten erleichtern das Einparken. Dazu vermessen sie die Parklücke und übernehmen das Lenken. Un­ser Test zeigt, wie gut das funktioniert

Autos werden immer größer und die Karosserien un­übersichtlicher. Doch Parkraum wächst nicht mit. Im Gegenteil, nicht nur in Innenstäd­ten werden große Parklücken sel­tener. Und viele Autofahrer fühlen sich maßlos überfordert, wenn es darum geht, in kleine Parktaschen zu rangieren. Für Abhilfe sorgen clevere Assistenten.

Sie vermessen per Ultraschalltechnik oder Kurz­wellenradar die Parkbuchten und  kurbeln dann das Auto fast selbst­ständig auch in kleine Lücken. Gas geben muss allerdings weiter der Fahrer. Wie gut das funktioniert, soll unser Praxistest zeigen. Dazu wählten wir sieben aktuelle Fahr­zeuge mit optional eingebautem Parkassistenten aus. Das kostet natürlich Aufpreis. Im Test reich­te er von 595 Euro beim Skoda Superb Combi bis 1990 Euro beim Hyundai i40.  


Einparkassistenten im Test: Teure Gehilfen


Audi verlangt für den eigentlichen Parkassistenten im A6 stattliche 1170 Euro Aufpreis. Allerdings ist er nur in Kombination mit dem Fahrerinformationssystem mit Farbdisplay und MMI Radio plus  oder der MMI Navigation plus be­stellbar. Das verteuert die Ausstat­tung enorm. Summa summarum sind also mindestens 2250 Euro fällig. Viel Geld für eine schlichte Einparkhilfe. Dafür bekommt man dann aber auch ein System, dasüberzeugend funktioniert und in unserem Test Sieger wurde. Doch der Reihe nach: Alle geprüf­ten Systeme erfüllen ihre Aufgabe und sind all jenen zu empfehlen, die nicht gerne einparken – oder nicht gut einparken können. Aller­dings sollte man die Bedienung in aller Ruhe erproben und dann eine gewisse Gelassenheit entwickeln.

Denn wenn der elektronische Co­pilot das Einparken übernimmt, dann arbeitet er mit maximalem Lenkeinschlag und fährt dicht auf. Für Insassen und Außenstehende ist großes Autokino angesagt. Also: Wer auf Stellplatzsuche geht, sollte das den Parkassistenten durch Tastendruck wissen lassen und dann nicht schneller als mit Tempo 30 an den parkenden Au­tos vorbeirollen. Sensoren scannen während dessen freie Lücken ab. Finden sie eine, dann fordert der Parkautomat auf, den Rückwärts­gang einzulegen und die Hände vom Volant zu nehmen. Wie von Geisterhand wirbelt das Lenkrad und wählt den richtigen Einschlag der Vorderräder – das Auto denkt und lenkt, der Fahrer gibt Gas und bremst. Doch auch dazu wird er via Display aufgefordet. Bei engen Parktaschen braucht der Parklenk­assistent, wie ihn VW und Skoda nennen, sogar drei oder vier Züge, bis das Auto richtig steht. Dennoch gibt es Unterschiede.


Parallel Parken


Für unsere Test­-Parklücke wählten wir die Normgröße von 6,10 Me­ter Länge und 2,20 Meter Breite. Während die Testautos von Audi, BMW, Ford, Mercedes und VW sie bereits beim ersten Anlauf erkann­ten, schaffte es der Skoda Superb Combi erst beim zweiten Versuch. Der Hyundai i40 fuhr sogar drei­mal vorbei, ehe es klappte. Auf Anhieb funktionierte es bei die­sem Auto nur bei auf 6,30 Meter vergrößerter Parkbuchtenlänge. Natürlich bewerteten wir auch, wie das Auto nach abgeschlosse­nem Parkmanöver in der Parkta­sche steht. Hier leistete sich nur der Ford Focus einen Patzer und fuhr mit einem Rad auf den Bordstein auf. So etwas kann Schäden an Reifen und Felgenkante nach sich ziehen – also Punktabzug. Bei diesem Längseinparken sollte das abgestellte Auto möglichst parallel zum Bordstein stehen. Und: Der Gesetzgeber lässt es zu, dass Politessen Knöllchen verteilen, wenn Vorder­ oder Hinterräder weiter als 40 Zentimeter von der Straßenbe­grenzung entfernt stehen.

Erfreulicherweise gehen sie bei den von unseren elektronischen Helfern eingeparkten Fahrzeugen leer aus. Alle Autos standen kor­rekt. Besonders exakt schafften es der BMW 5er Touring, der Skoda Superb Combi und der VW CC. Beim Münchener sind Vorder­ und Hinterreifen nur jeweils drei Zen­timeter vom Randstein entfernt, beim Tschechen ergeben sich vorn neun und hinten sieben Zentimeter Abstand. Auch der VW CC steht gut (vorn 5 cm, hinten 10 cm). So präzise schaffen es viele Autofah­rer nicht. Die weiteste Entfernung leistete sich mit 31 cm (vorn) und 22 cm (hinten) der Hyundai i40. Aber auch das ist noch okay. Bei der Ausrichtung, also dem Schräg­stand des Autos in der Parklücke, brillieren alle. Bei keinem ist die Differenz zwischen Vorder­ und Hinterrad zurBordsteinkante grö­ßer als zehn Zentimeter. Parken unter erschwerten Bedin­gungen simulierten wir mit einem am Straßenrand stehenden Fahrrad. Das erkannten alle Parkassistenten.

Bei niedrigen Hindernissen wie Pflanzkübeln warnt nur der VW CC recht spät. Durch die Rück­fahrkamera kann der Fahrer das abererkennen und eingreifen. Alle Hersteller erwähnen im Kleinge­druckten, dass kleine Hindernisse eventuell nicht erfasst werden. Beim Ausparken unterstützen nur drei Anlagen: Bei VW und Audi brach der Assistent jedoch früh­zeitig ab, der Mercedes brauchte vier Züge und schloss nicht mit paralleler Fahrtrichtung ab. Hier besteht also Nachholbedarf. Auch das Quereinparken unter­stützen nur wenige Systeme. In unserem Test konnten es VW und Audi. Allerdings brauchten sie vie­le Züge und holten so weit aus, dass es auf befahrenen Straßen bei fließendem Verkehr nicht immer praktikabel ist.

Unser Fazit

Clevere Parkarkassistenten bugsieren auch große Autos in enge Lücken. Im Test überzeugte das System im Audi A6, dicht gefolgt von denen in VW CC, Mercedes ML und 5er BMW. Die günstige Anlage im Skoda erkennt nicht jede Parklücke, der Ford parkte auf dem Bordstein ein. Der Hyundai i40 benötigt sehr große Lücken und wird nur Siebter.

Holger Ippen

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