Möchten Sie auf die mobile Seite wechseln?

JA NEIN

Eine Frage der Ehre

Eine Frage der Ehre

Fahrkomfort

Wer hätte vor Jahren gedacht, dass ein Ferrari das Kapitel Komfort gewinnen würde. Jetzt ist es so weit. Sein Fahrwerk bügelt Unebenheiten geradezu sensationell für einen Sportwagen aus. Der Turbo stuckert bei Bodenwellen an der Vorderachse, und der Gallardo lässt nahezu alle Schläge deutlich durchkommen. Zum Komfortplus trägt auch die geringste Geräuschkulisse im Innenraum des F430 bei sowie die überaus gute Ergonomie. Der Turbo bietet wiederum die besten Sitze und somit den besten Sitzkomfort. Der Lambo überzeugt mit einer guten Klimatisierung.

FahrkomfortMax. PunkteFerrari F430Porsche 911 Turbo SLamborghini Gallardo
Sitzkomfort vorn1509510091
Sitzkomfort hinten100-10-
Ergonomie150126110102
Innengeräusche50103-
Geräuscheindruck100766169
Klimatisierung50202428
Federung leer2001119081
Federung beladen2001119081
Kapitelbewertung1000549488452
Bewertung aller Fahrzeuge ansehen

Motor & Getriebe

So unterschiedlich wie die Ansicht der Kunden zu diesen Marken ist auch die Auffassung der drei Hersteller, welches Motorenkonzept das richtige ist. Sechs-, Acht- oder Zehnzylinder – Turbo oder Sauger? An Leistung mangelt es keinem dieser drei Triebwerke. Im Detail weisen sie folgende Daten und Werte auf: Der Sechszylinder Boxer mit 3,6 Liter Hubraum des Porsche 911 Turbo S aktiviert mittels Bi-Turbo-Aufladung 450 PS. Damit hat er zwar die nominell geringste Power in diesem Vergleich, diese liegt aber schon bei 5700 Umdrehungen der Kurbelwelle an – deutlich früher als bei der italienischen Konkurrenz. Auch in Sachen Drehmoment liegt der Stuttgarter ganz vorn. Seine 620 Newtonmeter aktiviert er schon bei 3500 Umdrehungen. Da können Ferrari (465 Nm bei 5250 Umdrehungen) und Lamborghini (510 Nm bei 4500 Umdrehungen) nicht mithalten. Die meisten PS und den mit fünf Litern größten Hubraum bietet der V10-Zylinder des Gallardo. 500 PS stehen bei 7800 Umdrehungen an. Über diese Drehzahlen kann der V-Achtzylinder des F430 nur lachen. Stolze 8500 Touren zeigt der Drehzahlmesser, wenn das Triebwerk seine volle Leistung von 490 Pferdestärken aktiviert. Wer denkt, die beiden Allradler von Lamborghini und Porsche zeigen dem heckangetriebenen Ferrari ihre Rücklichter bei den Fahrdisziplinen, sieht sich getäuscht. Der mit vielen Raffinessen aus der Formel 1 ausgestattete F430 bestimmt hier eindeutig die Szenerie. Mit dem roten Drehknopf (Manettino) am Lenkrad kann der Pilot zwischen den Positionen Ice, Wet, Sport und Race wählen. Zudem kann der Fahrer erstmals bei einem Achtzylinder von Ferrari die eingebaute Stabilitätshilfe und die Traktionskontrolle ausschalten. Die Dämpfer werden ebenso wie das Sperrdifferenzial, das erstmals in einem Serienauto eingesetzt wird und von der Formel 1 abgeleitet ist, beaufsichtigt. Alle Daten von Motor, Getriebe, Traktionskontrolle und Dämpfer werden an das E-Diff weitergeleitet – so kann optimaler Vortrieb ohne Schlupf an den angetriebenen Hinterrädern erzeugt werden. CST (ESP) ausschalten, den linken Fuß auf die Bremse, ersten Gang mit der rechten Wippe des sequenziellen F1-Getriebes einlegen, kurz an der linken Wippe ziehen, die Drehzahl auf 4200 Umdrehungen bringen und den linken Fuß von der Bremse nehmen. Mit voll durchgetretenem Gaspedal schießt der Ferrari wie vom Katapult abgefeuert unter ohrenbetäubendem Lärm vorwärts. Die Elektronik regelt über die Kupplung dabei so feinfühlig die auf die Hinterräder abgegebene Kraft, dass kein schwarzer Strich auf dem Asphalt zurückbleibt, weil die Räder nicht einmal durchdrehen, während der F430 davoneilt. Ganze 3,8 Sekunden vergehen, bis 100 km/h erreicht sind, und nach 12,2 Sekunden liegen bereits 200 km/h an. Das Wechseln der Gänge über die Wippen erfolgt hierbei so schnell, dass kaum ein Schaltruck zu spüren ist. Bis hin zur Höchstgeschwindigkeit von 316 km/h lässt der Vortrieb kaum nach, so gleichmäßig ist die Leistungentfaltung. Die 4,1 Sekunden des Porsche sind allerdings ebensowenig zu verachten wie die 4,2 Sekunden, die der Gallardo benötigt, um aus dem Stand Tempo 100 zu erreichen. Doch die Art, wie dies geschieht, kann beileibe mit der Performance des Ferrari nicht mithalten. Während der mit einer manuellen Sechsgang-Schaltbox ausgerüstete Turbo beim Anfahren kräftig mit der Hinterachse trampelt, hören sich die mechanischen Geräusche, wenn es beim Gallardo zum Kraftschluss kommt, so an, als würde etwas abreißen. Es gibt keinerlei Anfahrhilfen. Aufs Gaspedal treten und los. Die Wippenschaltung des Lambo reagiert nicht so schnell wie die des 430 und ist nicht so optimal abgestimmt. Die Turbo-Schaltbox gefällt zwar mit einer exakteren Führung, doch die Geschwindigkeit, mit der die Gänge gewechselt werden müssen, bereitet Probleme. Wer viel leistet, hat auch viel Durst. Am genügsamsten gibt sich der Porsche mit 16,7 Litern pro 100 Kilometer. Der Gallardo gönnt sich satte 19,6 Liter, und der F430 schluckt 18,4 Liter.

Motor und getriebeMax. PunkteFerrari F430Porsche 911 Turbo SLamborghini Gallardo
Beschleunigung200197194193
Elastizität0---
Höchstgeschwindigkeit200186177179
Getriebeabstufung100959085
Kraftentfaltung50504745
Laufkultur100908886
Verbrauch200567344
Reichweite5016913
Kapitelbewertung900690678645
Bewertung aller Fahrzeuge ansehen

Inhaltsübersicht

Autos im Test

Ferrari F430

PS/KW 489/360

0-100 km/h in 3.80s

Heckantrieb, 6 Gang sequentiell

Spitze 316 km/h

Preis 138.700,00 €

Porsche 911 Turbo S

PS/KW 500/368

0-100 km/h in 4.10s

Allradantrieb, permanent, 6 Gang manuell

Spitze 307 km/h

Preis 142.248,00 €

Lamborghini Gallardo

PS/KW 500/368

0-100 km/h in 4.20s

Allradantrieb, permanent, 6 Gang manuell

Spitze 309 km/h

Preis 142.100,00 €