Drei kompakte SUV von Audi, BMW und Mercedes im Vergleichstest Gut aufgestellt

08.08.2011
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Audi kämpft auf jedem Terrain. Das neue Kompakt-SUV Q5 soll jetzt den Rivalen BMW X3 und Mercedes GLK das Revier streitig machen

Dass Audi den Markt der Kompakt-SUV nicht der Konkurrenz überlässt, war abzusehen. Schließlich haben sich die Ingolstädter auch mit dem quattro-Antriebskonzept den Weg in die Premiumliga deutscher Autohersteller geebnet. Doch während BMW schon seit Jahren mit dem X3 erfolgreich Geld verdient und Mercedes mit dem GLK erst kürzlich nachgelegt hat, ist es nun an Audi, den Beweis anzutreten, ob man mit den Allradlern im Kompaktformat mithalten kann. Wir testen die Dreiliter-Sechszylinder-Turbodiesel von Audi, BMW und Mercedes in den Automatikversionen.

 

Karosserie

Qualität hat im Hause Audi einen besonders hohen Stellenwert. Die Sorgfalt, mit der sämtliche Bauteile des Q5 zusammengefügt sind, und die hohe Materialgüte beeindrucken. Aber auch BMW und Mercedes bieten nur wenig Raum für Kritik. Vor allem der X3 überzeugt immer wieder mit seiner enorm steifen Karosserie, die sich durch nichts erschüttern lässt. Der neue Mercedes GLK rangiert zwischen den beiden Bayern – dank steifer Karosserie und sorgsamer Verarbeitung. Als letzter auf der Bühne erschienen, hat der Audi nicht nur qualitativ die Nase vorn, sondern sammelt auch fleißig Zähler in den meisten anderen Kriterien. Seine deutlich opulentere Innenbreite gibt Fahrer und Beifahrer ein luftigeres Raumgefühl als im BMW und im Mercedes.

Mehr zum Thema: Das große SUV & Geländewagen Special

Steile Scheiben sorgen auch im Mercedes GLK für reichlich Kopffreiheit, und der tiefe Fußraum bietet selbst großen Personen die Möglichkeit, ihre Beine auszustrecken. Aber der Mercedes ist schmaler als seine Konkurrenten. Dadurch rücken die Sitze sehr nah an Türen und B-Säulen. Hinten fällt der Knieraum etwas geringer aus als im BMW oder im Audi. Aber auch der Q5 verschenkt im Fond Punkte.

Sein stark abfallendes Dach limitiert die Kopffreiheit. Am Schluss ist es der BMW X3, der hier den Passagieren die besten Platzverhältnisse gewährt. Beim Verstauen von sperriger Ladung überlässt er aber dem praktischen Audi das Feld. Nur für den Q5 gibt es optional eine um zehn Zentimeter verschiebbare Rücksitzbank (200 Euro) sowie einen vorklappbaren Beifahrersitz (150 Euro), der den Transport von langen Gegenständen erlaubt. Ferner ist der Kofferraum schlichtweg der größte. Lediglich die Zuladung fällt gut 100 Kilogramm geringer aus als die des kantigen GLK (544 Kilogramm).

Gleichstand herrscht zwischen Audi Q5 und GLK bei der Funktionalität. Die Menüführungen sind logisch aufgebaut, und die Bedienung über zentrale Drehregler gelingt nach kurzer Eingewöhnung intuitiv. Das System des BMW ist indes veraltet und umständlich. Das neue, sehr gute iDrive wird es erst ab der nächsten X3-Generation (Ende 2010) geben. Mit dem Modellwechsel will BMW auch die Sicherheitsausstattung des X3 dem hohen Niveau von Q5 und GLK anpassen.

KarosserieMax. PunkteAudi Q5 3.0 TDI quattroMercedes GLK 320 CDI 4MaticBMW X3 xDrive30d
Raumangebot vorn100787573
Raumangebot hinten100666467
Übersichtlichkeit70535653
Bedienung/ Funktion100909088
Kofferraumvolumen100564549
Variabilität100484338
Zuladung/ Anhängelast80374435
Sicherheit150107106101
Qualität/ Verarbeitung200186181178
Kapitelbewertung1000721704682

 

Fahrkomfort

Sportlichkeit steht im Lastenheft jedes BMW-Modells weit vorn – so auch beim X3, was er auf unseren Komfort-Teststrecken mit seinem steifbeinigen Abrollverhalten dokumentiert. Selbst auf scheinbar ebenen Autobahnbelägen belästigt der Münchener seine Insassen mit Nickbewegungen. Zum Ausgleich war der Testwagen mit den perfekt konturierten Komfortsitzen ausgestattet, die jedoch saftige 1950 Euro extra kosten.
Dennoch hapert es mitunter bei der Sitzposition, weil das Lenkrad des BMW X3 zu weit rechts sitzt und sich nicht weit genug einstellen lässt.

Trotz adaptiver Fahrwerksregelung (insgesamt 2400 Euro) muss auch der Audi im Komfortkapitel Federn lassen. Zwar rollt er geschmeidiger ab als der X3, wippt beim Überfahren von Bodenwellen und schlecht eingepassten Kanaldeckeln aber unangenehm stark mit dem Heck nach. Eine Q5-Eigenart, die mit zunehmender Beladung verstärkt auftritt.

Der Mercedes GLK bügelt Stöße und Wellen wesentlich gelassener aus und erfreut zudem mit den leisesten und unaufdringlichsten Geräuschen im Innenraum. Seine Polster erweisen sich ebenfalls als bequem, jedoch gerieten die Lehnen etwas zu kurz. Auch die Bank im Fond ist durchaus bequem gestaltet, doch hier mangelt es an Knieraum.

FahrkomfortMax. PunkteAudi Q5 3.0 TDI quattroMercedes GLK 320 CDI 4MaticBMW X3 xDrive30d
Sitzkomfort vorn150128126130
Sitzkomfort hinten100727272
Ergonomie150133134132
Innengeräusche50374338
Geräuscheindruck100808278
Klimatisierung50403932
Federung leer200134140133
Federung beladen200125138128
Kapitelbewertung1000749774743

 

Motor und Getriebe

Jeder der drei Offroader schöpft seine Leistung aus einem Turbodiesel mit drei Liter Hubraum. Von denen präsentiert sich vor allem der BMW-typische Reihensechszylinder des X3 als wahrer Charakterdarsteller. Mit großer Drehfreude treibt er den X3 munter voran. Trotz PS-Defizit gegenüber Audi und Mercedes ordnet er sich bei den Fahrleistungen zwischen den beiden Rivalen ein. Dass er zudem der sparsamste des Trios ist, verschafft ihm weitere Vorteile.

Betont komfortabel arbeitet der Antrieb des GLK 320 CDI. Seine ausgeprägte Laufkultur, die samtweich schaltende Automatik und der enorme Durchzug bei niedrigen Drehzahlen erzeugen in jeder Situation ein Gefühl der Gelassenheit. Obwohl der GLK über Schaltwippen am Lenkrad verfügt, kommt der Wunsch manueller Gangwahl nicht auf.

Das neue Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe (S-Tronic) im Q5 weckt diesen Wunsch schon eher. Obwohl die Automatikfunktion – bis auf den leichten Anfahrruck – bestens funktioniert und stets den passenden der sieben Gänge parat hält, machen manuelle Gangwechsel große Freude. Nicht zuletzt, weil der 240 PS starke Turbodiesel jederzeit angriffslustig agiert. Dass sich der Q5 gegen den Mercedes unterm Strich durchsetzt, liegt an der höheren Endgeschwindigkeit und dem günstigeren Verbrauch.

Motor und GetriebeMax. PunkteAudi Q5 3.0 TDI quattroMercedes GLK 320 CDI 4MaticBMW X3 xDrive30d
Beschleunigung150122118120
Elastizität1000
Höchstgeschwindigkeit150726864
Getriebeabstufung100889082
Kraftentfaltung50353835
Laufkultur100737671
Verbrauch325205199209
Reichweite25151213
Kapitelbewertung1000610601594

 

Fahrdynamik

Natürlich wiegt bei SUV ein sicheres Fahrverhalten schwerer als ein sportliches, auch wenn Audi und BMW eine betont dynamische Auslegung bevorzugen. Erfreulich ist, dass alle drei Hersteller diesen Anspruch ernst nehmen. In jedem Fall lobenswert ist, dass die Bremsen der drei aufpreispflichtig breit bereiften SUV eine sehr gute Vorstellung abliefern.

Am bissigsten packt der Audi bereits mit kalten Bremsen zu und kommt trotz höchstem Leergewicht (1996 Kilogramm) nach nur 35,2 Metern zum Stillstand. Warm presst der Mercedes seine Beläge am effektivsten gegen die Scheiben und verzögert noch heftiger als der Audi.

Auch der X3 bremst hervorragend. Aber nicht nur das. Sein Allradsystem xDrive reagiert auf rutschigen Untergründen schneller als die Vierradantriebe quattro des Audi und 4MATIC des Mercedes. Zudem ist seine präzise Lenkung die beste dieses Trios. Mehr Rückmeldung übermittelt weder die Lenkung des Mercedes noch die Dynamik-Lenkung (1000 Euro) des Audi – obwohl beide mit variabler Übersetzung agieren.

Einlenk- und Kurvenverhalten sind beim BMW klar definiert. Dennoch haben Mercedes und Audi hier aufgeholt. Leicht, agil und angenehm präzise umrundet der GLK den Testparcours. Sicher auch ein Verdienst der optionalen Mischbereifung (393 Euro). Der Q5 profitiert von seinem „audi drive select“-Fahr-werk mit adaptiver Dämpfer- regelung (2400 Euro inklusive Dynamiklenkung). Damit setzt sich der Audi in der Dynamikwertung an die Spitze des Trios, wobei dieser Vorsprung teuer bezahlt werden muss.

FahrdynamikMax. PunkteAudi Q5 3.0 TDI quattroMercedes GLK 320 CDI 4MaticBMW X3 xDrive30d
Handling150767265
Slalom100535247
Lenkung100858587
Geradeauslauf50424242
Bremsdosierung30181818
Bremsweg kalt150988593
Bremsweg warm1509910095
Traktion100858590
Fahrsicherheit150138138138
Wendekreis2010129
Kapitelbewertung1000704689684

 

Umwelt und Kosten

Dass Mercedes mit dem GLK 320 CDI das preiswerteste Auto ins Rennen schickt, überrascht. Die Kunden wird es freuen. Genauso wie der stabile Werterhalt. Der BMW X3 xDrive30d punktet mit den günstigsten Versicherungsklassen, den geringsten Werkstattkosten sowie den niedrigsten Aufwendungen für Kraftstoff. Aber am Ende sammelt der Audi Q5 3.0 TDI die meisten Zähler. Seine Unterhaltskosten fallen durchweg günstig aus, und sein V6-Diesel genügt bereits der strengen Euro-5-Abgasnorm.

Kosten/UmweltMax. PunkteAudi Q5 3.0 TDI quattroMercedes GLK 320 CDI 4MaticBMW X3 xDrive30d
Bewerteter Preis675122126121
Wertverlust50141514
Ausstattung25171617
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung50282720
Werkstattkosten20141215
Steuer10555
Versicherung40312832
Kraftstoff55353435
Emissionswerte25827881
Kapitelbewertung1000348341340

 

Fazit

Der neue Audi Q5 3.0 TDI gewinnt diesen Vergleichstest dank reichlichem Platz, kraftvollem Antrieb, agilem Handling und sehr guter Verarbeitung. Der Mercedes GLK 320 CDI bleibt ihm aber dicht auf den Fersen. Er verkörpert die Tugenden der Schwaben wie schon lange kein Mercedes mehr vor ihm. Er bietet den besten Komfort der Klasse, ohne Zugeständnisse beim Handling zu machen. Auch den BMW X3 xDrive30d darf man nicht abschreiben. Zwar verliert er an Boden, wahrt aber noch den Anschluss an die bedeutend jüngere Konkurrenz.

Gesamtbewertung

Max. PunkteAudi Q5 3.0 TDI quattroMercedes GLK 320 CDI 4MaticBMW X3 xDrive30d
Summe5000313231093043
Platzierung123

Tags:
Severin Elektrische Kühlbox
 
Preis:
Nulaxy FM Transmitter
 
Preis: EUR 21,99 Prime-Versand
Alkoholtester
 
Preis:
Copyright 2017 autozeitung.de. All rights reserved.