Dodge Viper SRT-10 Coupé im Fahrbericht Schlangen-Gift

20.06.2011

612 PS und 760 Nm aus über acht Liter Hubraum lässt die Dodge Viper SRT10 auf die gepeinigten 345er Hinterräder los

Eckdaten
PS-kW612 PS (450 kW)
AntriebHinterrad, 6 Gang manuell
0-100 km/h3.6 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit325 km/h
Preis89.000,00€

Die Amerikaner sind ein praktisch veranlagtes Volk – auch bei Sportwagen. Viel Leistung, viel Hubraum mit möglichst bodenständigen Mitteln. So könnte das Rezept lauten, nach dem die besten und erfolgreichsten US-Sportwagen gestrickt wurden. Das passt auch beim Dodge Viper SRT10 Coupé: V10-Triebwerk, 8,4 Liter Hubraum, 760 Nm Drehmoment – alle Anforderungen erfüllt. Was aber keinesfalls heißen soll, dass die Viper nur ein Sportler ist, der gnadenlos geradeaus geht und sonst nicht viel zu bieten hat.

Vor allem dann nicht, wenn es die aktuelle amerikanische Ausführung ist, die von der Firma Geiger Cars in München vertrieben wird. Statt der für den deutschen Markt domestizierten 506 PS im Cabrio malträtieren hier die vollen 612 PS die Hinterräder des Coupés. Vielleicht ist es wirklich nur Geschmackssache, aber gerade im klaustrophobisch engen Coupé wirkt der V10 noch brachialer und direkter. In jedem Fall muss der Schlangenbändiger auf die heute üblichen Hilfsmittelchen wie ESP, Traktionskontrolle oder Launch Control verzichten. ABS und mechanisches Sperrdifferenzial, das muss reichen. Kupplung und Gasfuß sind auf sich allein gestellt, um den idealen Kraftfluss zu gewährleisten. Macht man alles richtig, folgt ein fulminanter Schlag ins Kreuz. Alle Sinne gehen auf Anschlag, Unachtsamkeiten werden gnadenlos bestraft.

 

Dodge Viper SRT10: 345er mit viel Grip

Unglaublich, wie viel Grip die 345er Walzen dank Sperrdifferenzial aufbauen können. Landstraßentempo stellt sich im ersten Gang ein – in 3,6 Sekunden. Rechts und links knallt der V10 dabei aus den Sidepipes in den Seitenschwellern, als hätte jemand ein paar Bomben darin gezündet. Die Druckwelle des 8,4-Liter-Monsters lässt Alarmanlagen aufheulen und Passanten in Deckung gehen. Die Viper ist eben Amerikanerin und liebt den großen Auftritt, aber sie kann mehr. Einzelradaufhängung mit doppelten Alu-Dreieckslenkern rundum, eine ausgewogene Gewichtsverteilung – das sind die Eckdaten eines rassigen Sportlers.

Langt man kräftig hin, baut das Coupé enorme Kurvengeschwindigkeiten auf. Es folgt der vorgegebenen Linie bedingungslos, wenn auch nicht immer mit der spielerischen Eleganz mancher europäischer Supersportwagen-Konkurrenten. Die Kupplung verlangt viel Kraft, das Gaspedal noch mehr Gefühl. Leistung ist nie ein Thema. Ob bei 1500/min oder kurz vor dem Drehzahllimit bei 6200/min, dem V10 sind Gewicht oder Luftwiderstand scheinbar völlig gleich-gültig. Er katapultiert das Coupé nach vorn. Limit: 325 km/h.

So schnell schüttelt keiner der etablierten Supersportler die Viper ab. Allerdings sollte der Pilot ein ganzer Kerl sein. Schnell über Landstraßen getrieben, schwänzelt die Schlange gern mal mit dem breiten Heck. Mit leichter Hand am Lenkrad das Gaspedal versenken? Keine gute Idee. Ein kerniger Griff sollte es schon sein, sonst sucht sie sich ihren eigenen Weg.

Und was kostet nun der Spaß? Ab rund 89.000,- Euro gibt es die Viper SRT10 bei Geiger Cars. Aber Geld allein reicht hier nicht ganz – man sollte auch eine Portion Schlangengift vertragen.
Michael Godde

Technische Daten
Motor 
ZylinderV10 / 2
Hubraum8383
Leistung
kW/PS
1/Min

450/612
450 U/min
Max. Drehmom. (Nm)
bei 1/Min
760
5000 U/min
Kraftübertragung 
Getriebe6 Gang manuell
AntriebHinterrad
Fahrwerk 
Bremsenv: innenbelüftete Scheiben
h: innenbel. Scheiben
Bereifungv: 345/30 R 19
h: 275/35 ZR 18
Messwerte
Gewichte (kg) 
Leergewicht (Werk)1562
Beschleunigung/Zwischenspurt 
0-100 km/h (s)3.6
Höchstgeschwindigkeit (km/h)325
Verbrauch 
Testverbrauchk.A.
EU-Verbrauch21l/100km (Normal)
Reichweitek.A.
Abgas-Emissionen 
Kohlendioxid CO2 (g/km)k.A.

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