Dodge SRT Viper wird 2017 eingestellt (Update!) Viper wird 2017 nochmal gebaut

von Michael Strathmann 22.05.2017

Die SRT Viper von Dodge wird 2017 vom Markt genommen – zu teuer, zu wenig verkaufte Einheiten – der Mutterkonzern FCA zieht die Notbremse. Jetzt sollen die Verkaufsbücher für 2017 ein letztes Mal geöffnet werden, denn es wurden noch Restbestände für die Viper-Montage gefunden.

Es ist beschlossene Sache: Die ikonische Dodge SRT Viper wird 2017 eingestellt. Die Verkaufszahlen waren anhaltend zu schlecht, der brachiale amerikanische Sportler litt deutlich spürbar unter der Konkurrenz vom Chevrolet Camaro und Ford Mustang. Zum Abschied sind zwar vier limitierte Sondermodelle geplant, eine weitere Überraschung hielt Dodge aber zum Jahresende dann doch noch bereit. Medienberichten zufolge wurde bei einer Prüfung der Lagerbestände nämlich festgestellt, dass noch genug Material für weitere Viper-Modelle vorhanden sei. Diese sollen nun wirklich die letzten sein und können noch vor Jahresende geordert werden. Um welche Modelle es sich dabei aber handelt, gab FCA noch nicht bekannt. Genügend Infos gibt es indessen zu den als Abschiedsgeschenk gedachten, limitierten Viper-Modellen. Die ganz in schwarz gehaltene "Voodoo II" hat Heckspoiler und –diffusor aus Karbon, eine Frontsplitter-Erweiterung, Kotflügel-Lüftungsschlitze und Karbon-Keramik-Bremsen. Nur 31 Exemplare dieser Dodge Viper sind geplant. Das zweite Viper-Modell trägt im Namen dem in Laguna Seca aufgestellten Rundenrekord Rechnung: "1:28 Edition ACR". Als Vergleich: Der Porsche 918 Spyder brauchte für die Runde eine Sekunde mehr, der McLaren P1 sogar zwei Sekunden. Die Specs sind die gleichen wie bei der "Voodoo II", allerdings werden von dieser Dodge Viper sogar nur 28 Exemplare hergestellt.


Vier Sondermodelle der Dodge Viper im Video:

 

 

Die letzten Dodge Viper-Modelle werden 2017 gebaut

Die Dodge Viper "GTS-R Commemorative Edition ACR" als drittes Modell hat ebenfalls die gleichen Specs wie ihre Schwestermodelle, ist aber optisch ein eine Reminiszenz auf die 1998er Viper "GTS-R GT2": weiß, mit blauen Racingstreifen, der US-Flagge, B-Säule-Etiketten, einem roten Stryker Viper-Abzeichen und roten Anschnallgurten. Von dieser Dodge Viper werden exakt 100 Stück gebaut. Die vierte Viper im Bunde ist die giftgrüne "Snakeskin Edition GTC", mit  schlangenhautförmigen Racingstreifen. Als einzige der vier Viper-Modelle verzichtet sie zugunsten einer Heckspoilerlippe aus Karbon auf den absurd großen Heckspoiler ihrer Schwestern. Sie ist das exklusivste Modell, denn es werden nur 25 Exemplare die Fertigungshalle verlassen. Alle Viper-Modelle können bei jedem regulären Dodge-Händler bestellt werden, das nötige Taschengeld vorausgesetzt. Aufgrund der Exklusivität der letzten Viper-Modelle und des feststehenden Produktionsstopps 2017 wurden diese ikonischen Sportwagen extrem schnell abgesetzt. Die 28 Einheiten der "1:28 ACR" waren nach sage und schreibe nur vierzig Minuten bereits wieder vom Markt, nach fünf Tagen die Mini-Auflagen der letzten Viper-Modelle ausverkauft. 

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Das Ende der Viper kommt auf Raten

Wie aber kam es zum Ende der Viper? Vor einigen Jahren, als die dramatische Entwicklung der Dodge Viper schon absehbar war, versuchte ein Konsortium aus finanziell potenten Viper-Liebhabern die Marke von FCA zu kaufen. Auch die Fabrik sollte den Besitzer wechseln, mit dem erklärten Ziel, die Kultmarke am Leben zu halten. Als Berater für diesen geheimen Deal holten sie sich den bekannten Autosammler und Geschäftsmann James Glickenhaus an ihre Seite. Dieser riet ihnen schließlich vom Deal zur Dodge Viper ab, was die Gruppe dann auch beherzigte. Ausschlaggebend war im Endeffekt wohl, dass sich die Absatzzahlen für die Dodge Viper aus dem Stand hätten verdreifachen müssen, um die Gewinnzone zu erreichen. Mindestens 2000 Modelle müssten dafür pro Jahr verkauft werden. Das ist eine Zahl, die zuletzt im Jahre 2003 erreicht wurde. Für echten Profit hätten entsprechend noch mehr der bis zu 90.000 Dollar teuren Dodge Viper mit ihrem mächtigen V10 verkauft werden müssen. Zum Vergleich: 2013 waren es nur 650 Exemplare der Dodge Viper.

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Mit der Dodge Viper endet ein Stück US-Autogeschichte

Die Einstellung der Dodge Viper folgt einem nüchternen Prozedere. Die Verträge zwischen Mutterfirma Fiat-Chrysler und der amerikanischen Gewerkschaft UAW enden im übernächsten Jahr und dann wird auch der SRT Viper der Zahn gezogen. Gemeinsam mit der Viper könnte Dodge auch das traditionsreiche Werk in der Conner Avenue in die Geschichtsbücher verbannen und damit ein großes Kapitel amerikanischer Automobilbaugeschichte beenden. Die aktuelle Generation feierte erst 2013 mit neuer Bezeichnung SRT Viper ihren Marktstart und war bereits damals ein provokanter Anachronismus, denn Downsizing und andere Modeerscheinungen des modernen Automobilbaus hatte Dodge bei der Entwicklung mutwillig außen vor gelassen. Völlig unbeeindruckt vom europäischen Streben nach niedrigen Verbrauchswerten und weniger Schadstoff-Ausstoß hatte der amerikanische Autobauer auch der Viper-Neuauflage einen V10-Saugmotor mit mächtigen 8,4 Liter Hubraum verpasst.

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Der V10 der Viper im Video:

 

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