Dodge SRT Viper: Produktion eingestellt (Update!) Endgültig letzte Viper lief vom Band

von Michael Strathmann 18.08.2017
Inhalt
  1. Dodge SRT Viper 2017 endgültig eingestellt
  2. Viper-Abschied mit vier Sondermodellen
  3. Mit der Dodge Viper endet ein Stück US-Autogeschichte

Sie wollte nicht sterben, hat sich zäh am Leben gehalten und ist jetzt doch Geschichte. Die letzte SRT Viper ist vom Band gelaufen. Berühmt wurde das amerikanische Zehnzylinder-Tier mit enormen Leistungsstufen unter dem Namen der Muttermarke Dodge. Seit Fiat-Chef Sergio Marchionne (heute FCA) bei Chrysler das Sagen hat, wurde aus dem SRT-Label eine eigene Marke.

Aus, Ende und vorbei: Trotz lebensverlängernder Maßnahmen ist die Produktion der ikonische Dodge SRT Viper im August 2017 ausgelaufen. Ursprünglich sollte der US-amerikanische Sportwagen mit dem 8,4 Liter großen schon Ende vergangenen Jahres eingestellt werden. Medienberichten zufolge wurden dann bei einer Prüfung der Lagerbestände festgestellt, dass noch genug Material für weitere Viper-Modelle vorhanden ist. Man darf also davon ausgehen, dass mit der wirklich letzten Dodge SRT Viper – übrigens knallgelb mit schwarzen Rennstreifen – die Lagerbestände endgültig leer sind. Zuletzt waren die Vper-Verkaufszahlen anhaltend schlecht, der brachiale amerikanische Sportler litt deutlich spürbar unter der Konkurrenz vom Chevrolet Camaro und Ford Mustang. Deshalb entschied man sich im vergangenen Jahr, die Viper einzustellen. FCA-Designchef Ralph Gilles indes – er hat die Produktion der letzten Dodge SRT Viper in der Detroiter Fabrik Conner Avenue Assemble begleitet – sagt, nicht die Verkaufszahlen, sondern die neuen US-amerikanischen Sicherheitsstandards hätten den Kopf der Viper gekostet. Sie hätten erfordert, den Sportwagen mit Seitenairbags auszustatten. Die dafür erforderliche Technik hätte nicht in die Viper gepasst, so Gilles.

Vier Sondermodelle der Dodge Viper im Video:

 
 

Dodge SRT Viper 2017 endgültig eingestellt

Zum Abschied gab es vier limitierte Sondermodelle der Dodge SRT Viper: Die ganz in schwarz gehaltene "Voodoo II" hat Heckspoiler und –diffusor aus Karbon, eine Frontsplitter-Erweiterung, Kotflügel-Lüftungsschlitze und Karbon-Keramik-Bremsen. Nur 31 Exemplare waren geplant. Das zweite Viper-Modell trägt im Namen dem in Laguna Seca aufgestellten Rundenrekord Rechnung: "1:28 Edition ACR". Als Vergleich: Der Porsche 918 Spyder brauchte für die Runde eine Sekunde mehr, der McLaren P1 sogar zwei Sekunden. Die Specs sind die gleichen wie bei der "Voodoo II", allerdings wurden von dieser Dodge Viper sogar nur 28 Exemplare hergestellt. Die Dodge Viper "GTS-R Commemorative Edition ACR" als drittes Modell hat ebenfalls die gleichen Specs wie ihre Schwestermodelle, ist aber optisch ein eine Reminiszenz auf die 1998er Viper "GTS-R GT2": weiß, mit blauen Racingstreifen, der US-Flagge, B-Säule-Etiketten, einem roten Stryker Viper-Abzeichen und roten Anschnallgurten. Von dieser Dodge Viper wurden exakt 100 Stück gebaut. Die vierte Viper im Bunde ist die giftgrüne "Snakeskin Edition GTC" mit  schlangenhautförmigen Racingstreifen. Als einzige der vier Viper-Modelle verzichtet sie zugunsten einer Heckspoilerlippe aus Karbon auf den absurd großen Heckspoiler ihrer Schwestern. Sie ist das exklusivste Modell, es verließen nur 25 Exemplare die Fertigungshalle. Aufgrund der Exklusivität der letzten Viper-Modelle und des feststehenden Produktionsstopps 2017 wurden diese ikonischen Sportwagen extrem schnell abgesetzt. Die 28 Einheiten der "1:28 ACR" waren nach sage und schreibe nur vierzig Minuten bereits wieder vom Markt, nach fünf Tagen die Mini-Auflagen der letzten Viper-Modelle ausverkauft.

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Viper-Abschied mit vier Sondermodellen

Wie aber kam es zum Ende der Viper? Vor einigen Jahren, als die dramatische Entwicklung der Dodge Viper schon absehbar war, versuchte ein Konsortium aus finanziell potenten Viper-Liebhabern die Marke von FCA zu kaufen. Auch die Fabrik sollte den Besitzer wechseln, mit dem erklärten Ziel, die Kultmarke am Leben zu halten. Als Berater für diesen geheimen Deal holten sie sich den bekannten Autosammler und Geschäftsmann James Glickenhaus an ihre Seite. Dieser riet ihnen schließlich vom Deal zur Dodge Viper ab, was die Gruppe dann auch beherzigte. Ausschlaggebend war im Endeffekt wohl, dass sich die Absatzzahlen für die Dodge Viper aus dem Stand hätten verdreifachen müssen, um die Gewinnzone zu erreichen. Mindestens 2000 Modelle müssten dafür pro Jahr verkauft werden. Das ist eine Zahl, die zuletzt im Jahre 2003 erreicht wurde. Für echten Profit hätten entsprechend noch mehr der bis zu 90.000 Dollar teuren Dodge Viper mit ihrem mächtigen V10 verkauft werden müssen. Zum Vergleich: 2013 waren es nur 650 Exemplare der Dodge Viper.

Der V10 der Viper im Video: 

 
 

Mit der Dodge Viper endet ein Stück US-Autogeschichte

Die Einstellung der Dodge Viper folgt einem nüchternen Prozedere. Die Verträge zwischen Mutterfirma Fiat-Chrysler und der amerikanischen Gewerkschaft UAW enden im übernächsten Jahr und dann wird auch der SRT Viper der Zahn gezogen. Gemeinsam mit der Viper könnte Dodge auch das traditionsreiche Werk in der Conner Avenue in die Geschichtsbücher verbannen und damit ein großes Kapitel amerikanischer Automobilbaugeschichte beenden. Die aktuelle Generation feierte erst 2013 mit neuer Bezeichnung SRT Viper ihren Marktstart und war bereits damals ein provokanter Anachronismus, denn Downsizing und andere Modeerscheinungen des modernen Automobilbaus hatte Dodge bei der Entwicklung mutwillig außen vor gelassen. Völlig unbeeindruckt vom europäischen Streben nach niedrigen Verbrauchswerten und weniger Schadstoff-Ausstoß hatte der amerikanische Autobauer auch der Viper-Neuauflage einen V10-Saugmotor mit mächtigen 8,4 Liter Hubraum verpasst.

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