Dino 246 GT/GTS Der stille Star

30.11.2006

Dieses Modell zählt zu den wichtigsten Straßenautos in der Geschichte von Ferrari, dabei galt es ursprünglich als zweitklassig

Eckdaten
PS-kW194 PS (143 kW)
AntriebHeckantrieb, 5 Gang manuell
0-100 km/h8 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit237 km/h
Preisk.A.

Enzo Ferrari war ein Mann mit großen Emotionen, aber auch einer, der sehr kompromisslos sein konnte. Seinen legitimen, früh verstorbenen Sohn Alfredo, genannt "Dino", vergötterte er auf ewig und benannte sogar diverse Rennmotoren nach ihm. Den anderen, unehelich gezeugten Sohn Piero Lardi hingegen verleugnete er lange Zeit. Harte Regeln galten auch für seine Autos: Solange Ferrari in Maranello noch allein regierte, durften nur Straßenmodelle mit Zwölfzylindermotor seinen Namen tragen. Als es darum ging, zwecks Homologation eines neuen Rennwagens für die Zwei-Liter-Klasse ein Serienfahrzeug mit gleichem Motor herzustellen, erfand Ferrari lieber eine neue Marke, als sein Prinzip zu verletzen. Bestückt mit jenem kurzhubigen V6, der bei Ferrari konstruiert worden war, aber bei Fiat vorgefertigt werden sollte, war der leichte Zweisitzer nicht würdig, Ferrari zu heißen. Obendrein pflanzte Fiat den Sechszylinder zeitgleich in seine eigenen Sportwagen Spider und Coupé. Enzo entschied, das neue Einstiegsmodell solle wie schon der Motor den Namen seines geliebten Sohnes tragen: Dino. Das Resultat war vorhersehbar. Die Fans schlossen das Auto ins Herz, aber sie ignorierten Enzos Prinzipien. Für sie gab es nun einen "Ferrari Dino". Er sah fabelhaft aus, und zu Preisen ab 38 000 Mark kostete er zwar mehr als ein Jaguar E V12, aber nur halb so viel wie Ferraris Überschallgerät Daytona. Vom Dino baute Ferrari bis 1969 nur 152 Vorserien-Coupés als 206 GT. Doch dann erschien der 246 GT mit 2,4-Liter-Motor, und als 1972 der Spider hinzukam, war der Name Dino als Modellbezeichnung längst populär. Natürlich stellte der schmächtige V6 ein Wagnis dar. Mit anfangs 180, später 195 PS wagte sich Ferrari in ein Territorium, das bereits vom 9000 Mark billigeren Porsche 911S besetzt wurde. Damals war nicht klar, welchen Stellenwert Ferraris "halbe Portion" einmal für die Geschichte der Firma erlangen würde. Manche Ferraristi ignorieren diese Bedeutung bis heute; dabei ist sie offenkundig. Der Dino GT war der erste Straßen-Ferrari mit Mittelmotor und als solcher optisch wie auch konstruktiv ein großer Schritt in die Moderne. Sergio Pininfarina prägte mit ihm eine neue Designlinie, die er bei allen Mittelmotor-Ferrari im Grundsatz bis heute beibehalten und bei jeder Neuauflage weitergeführt hat. Ohne den Dino GT gäbe es keinen Ferrari 328, keinen 360 Modena, und auch der neue F430 sähe anders aus. Doch so gertenschlank wie der Dino kommt keiner seiner Nachfahren daher. Er ist die "Twiggy" von Ferrari, und unter "ihren" schmal geschnittenen Minirock passt – natürlich – nur ein niedlicher Sechszylinder. 195 Pferdestärken reißen uns heute nicht mehr vom Stuhl, doch sie können der Gipfel der Genüsse sein, wenn sie so herrlich wiehern wie ein Dino-Motor, der bei 5000 Touren in den gestreckten Galopp übergeht. Er macht seinen Fahrer zum Drehzahl-Junkie, der mit den Augen an der Nadel des Tourenzählers hängt. Und wenn er einmal auf Speed ist, geht ordentlich die Post ab: Die im Test dokumentierten 8,0 Sekunden von null auf hundert und 237 km/h Spitze drücken nur unvollkommen aus, wie es sich anfühlt, einem Dino die Sporen zu geben. Das Lenkrad steht flach, die Sitze sind schmal, und die schwach synchronisierte Schaltung verlangt Fingerspitzengefühl – aber das alles nimmt der Dino-Fahrer gern in Kauf. Der GTS wird heute höher gehandelt als das länger und etwa doppelt so oft gebaute Coupé. Zwar ist er kein echtes Cabrio, aber das offene Dach hilft wirksam gegen die klaustrophobische Enge im Cockpit, und im Spider dringt das furiose Ansauggeräusch ungefiltert ans Ohr. 92 Dezibel bei 200 km/h – so viel musikalische Begabung verhallte nicht ungehört. Als für den Dino 1974 der Nachfolger mit Achtzylinder bereitstand, fand der V6 im Fiat-Konzern ein leckeres Gnadenbrot. Der Motor befeuerte nun die Serienversion eines Rallye-Stars. Dessen Name? Lancia Stratos

Technische Daten
Motor 
ZylinderV6
Hubraum2418
Leistung
kW/PS
1/Min

143/194
7600 U/min
Max. Drehmom. (Nm)
bei 1/Min
226
5500 U/min
Kraftübertragung 
Getriebe5 Gang manuell
AntriebHeckantrieb
Fahrwerk 
Bremsenv: Scheiben
h: Scheiben
Bereifungv: 205/70 VR 14
h: 205/70 VR 14
Messwerte
Gewichte (kg) 
Leergewicht (Werk)1080
Beschleunigung/Zwischenspurt 
0-100 km/h (s)8
Höchstgeschwindigkeit (km/h)237
Verbrauch 
Testverbrauchk.A.
EU-Verbrauchk.A.
Reichweitek.A.
Abgas-Emissionen 
Kohlendioxid CO2 (g/km)k.A.

Tags:
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