Dieselgate: VW manipuliert Diesel-Fahrzeuge in den USA Update im #dieselgate

Der Skandal #dieselgate nimmt Fahrt auf. VW gesteht, dass nicht eine halbe, sondern elf Millionen Autos von der Affäre betroffen sind. Der Konzern hält 6,5 Milliarden Euro zurück. Die Aktie fällt um weitere 20 Prozent.

VW bereitet sich auf harte Zeiten vor. Die VW-Aktie verlor allein am ersten Handelstag nach Bekanntwerden des Abgasskandal fast 21 Prozent. In handfesten Zahlen ausgedrückt, wurden dadurch bisher über 16 Milliarden Euro Handelskapital vernichtet. Einen Tag später folgt die nächste Hiobsbotschaft. "Zur Abdeckung notwendiger Service-Maßnahmen und weiterer Anstrengungen, um das Vertrauen unserer Kunden zurück zu gewinnen, beabsichtigt Volkswagen, im 3. Quartal des laufenden Geschäftsjahres rund 6,5 Milliarden Euro ergebniswirksam zurückzustellen." Die Anleger reagierten auf die Gewinnwarnung. Zum Mittag brach die Aktie um über 20 Prozent ein und notierte zwischenzeitlich knapp über 100 Euro pro Anleihe. Weiterhin spricht VW in der offiziellen Mitteilung von Fahrzeugen "... mit Motoren vom Typ EA 189 mit einem Gesamtvolumen von weltweit rund elf Millionen Fahrzeugen." Bisher war die Rede von nur einer halben Million betroffener Fahrzeuge.

 

VW und Audi-Modelle von Abgasmanipulation betroffen

Der Image-Schaden ist da und wird über die sozialen Medien forciert. Unter dem Hashtag "Dieselgate" empören sich aktuell Twitter-User aus aller Welt über die Manipulation der Diesel-Abgaswerte in den USA. Spott, Häme aber auch Empörung bis hin zu Hasstiraden laufen unter #dieselgate zusammen. VW-Fahrer fragen sich, ob ihr eigenes Modell von den Manipulationen betroffen sein. Erste Klagegedanken werden bereits verbalisiert und könnten VW noch ebenfalls teuer zu stehen kommen.

Verkauf von gebrauchten VW und Audi gestoppt

Den Anstoß gab die US-Umweltbehörde EPA, die am 18. September 2015 dem Autobauer vorwarf, die Emissionswerte der Dieselfahrzeuge mithilfe einer Software manipuliert zu haben, um die Abgasvorschriften in den USA zu erfüllen. Am Sonntag bestätigte VW das Vergehen und CEO Martin Winterkorn kündigte sogleich eine umfassende Aufklärung des Skandals an. «Ich persönlich bedauere zutiefst, dass wir das Vertrauen unserer Kunden und der Öffentlichkeit enttäuscht haben», teilte Winterkorn am Sonntag in Wolfsburg mit. «Die Geschehnisse haben für uns im Vorstand und für mich ganz persönlich höchste Priorität.» Laut Winterkorn werde VW Regelverstöße nicht dulden und gemeinsam mit den zuständigen Behörden offen und umfassend daran arbeiten den Sachverhalt schnellstmöglich und ganzheitlich aufzuklären.

Erste Konsequenzen zog VW am Montag. Der Verkauf sämtlicher Diesel-Autos mit Vierzylindermotoren in den USA wurde vorerst gestoppt. Neben VW sind vom dem Verkaufsstopp auch Audi-Modelle betroffen. Weiterhin wurde bekannt, dass VW bis auf weiteres auch keine gebrauchten Diesel-Fahrzeuge verkaufen werde.

Weitere Informationen: Bildergalerie #dieselgate

Update: In einem offiziellen Statement entschuldigt sich VW-Chef Martin Winterkorn für den Skandal und wirbt um Vertrauen. Einen Rücktritt lehnt er ab:

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