Diesel-Vergleichstest: BMW 3er, Audi A4, Mercedes C-Klasse Alte Gegner

26.01.2009
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Optisch aufgefrischt und mit neuem Motor nimmt der BMW 330d Audi A4 3.0 TDI quattro und Mercedes C 320 CDI ins Visier

Hochwertigkeit ist keine Frage der Größe. Das zeigt das deutsche Mittelklasse-Premium-Trio, bestehend aus Audi A4, 3er-BMW und Mercedes C-Klasse, seit Jahren. In puncto Karosserie eher kompakt geschnitten, trumpfen sie mit einem hohen Maß an Qualität, Komfort und Fahrdynamik auf, das oftmals deutlich über dem Niveau zahlreicher Mittelklasse-Rivalen liegt. Mit dem überarbeiteten Dreier des Modelljahres 2009 möchte BMW nun aus der Premium-Phalanx noch einmal herausstechen.

 

Karosserie

Nur Mercedes liefert das Presafe-System auf Wunsch gegen Aufpreis

Oftmals werden im Rahmen eines Facelifts Gesichtszüge geglättet. Beim Münchner ist es umgekehrt: Die neuen Falten auf der Haube und in der Front verleihen der bayerischen Sportlimousine noch mehr Ausdrucksstärke. Im Innenraum allerdings blieb das Platz­angebot beim alten, das heißt, es geht etwas eng zu. Ganz im Gegensatz dazu der Audi A4: Er offeriert deutlich mehr Platz, was vor allem die Fond-Passagiere zu schätzen wissen. Das Raumangebot in der C-Klasse ist dagegen etwas weniger üppig.

Fortschritte verzeichnet der BMW beim oftmals kritisierten iDrive. Lästiges Suchen in diversen Untermenüs ist ab sofort passé. Ähnlich wie bei Audis „Multi-Media-Interface“ (MMI) sind die Tasten für den direkten Zugriff – beispielsweise  auf Radio oder Navigationssystem – um den Controller herumgruppiert, was die Bedienung vereinfacht.

Besser als im A4: Die Tasten liegen enger am zentralen Drehknopf und lassen sich mit etwas Übung intuitiv finden. Optional gibt es im 3er neuerdings einen unbegrenzten Internet-Zugang. Das Surfen im „world wide web“, das nur bei Stillstand des Fahrzeugs funktioniert, verläuft allerdings noch etwas langsam.

Wer Sperrgut transportieren möchte, findet nur im Audi eine serienmäßig geteilt klappbare Rücksitzlehne vor. Die Konkurrenten verlangen hierfür kräftige Aufpreise (BMW: 490 Euro, Mercedes: 309 Euro). In der Sicherheitsausstattung holt die C-Klasse die meisten Punkte – dank der auf Wunsch lieferbaren integrier­ten Kindersitze, des Fahrerknieairbags und des optionalen Pre­safe-Systems (399 Euro), das bei einem drohenden Crash unter anderem die Seitenfenster schließt und die Gurte strafft.

Audi kontert demgegenüber mit Spurassistent und Toter-Winkel-Warnung, kann allerdings damit den Mercedes in der Punkte­wertung nicht überholen. Dafür hinterlässt der Ingolstädter von diesem Vergleichstest-Trio den qualitativ hochwertigsten Eindruck.


KarosserieMax. PunkteAudi A4 3.0 TDI quattroBMW 330dMercedes C 320 CDI
Raumangebot vorn100797274
Raumangebot hinten100705965
Übersichtlichkeit70414242
Bedienung/ Funktion100858483
Kofferraumvolumen100393638
Variabilität100181010
Zuladung/ Anhängelast80373338
Sicherheit15010097106
Qualität/ Verarbeitung200183181178
Kapitelbewertung1000652614634

 

Fahrkomfort

Der Audi A4 punktet mit dem besten Federungskomfort n diesem Trio

In den Sportsitzen des A4 (595 Euro) fühlen sich die Passagiere am wohlsten. Der gute Seitenhalt sowie eine ausziehbare Schenkelauflage tragen ihren Teil dazu bei. Die Sportfauteuils im BMW (Aufpreis 630 Euro), ausgerüstet mit elektrischer Seitenwangeneinstellung an der Lehne, fallen dagegen für beleibtere Zeitgenossen etwas schmal aus, passen ansonsten aber wie angegossen. Die Multikontursitze im Mercedes (452 Euro) lassen sich ebenfalls gut an die Anatomie anpassen, dürften aber mehr Seitenhalt bieten.

Aus ergonomischer Sicht fällt auf, dass sich der Ölstand bei A4 und 3er bequem über wenige Klicks auf dem Bildschirm ablesen lässt, beim Mercedes aber ein nahe an der Stirnwand platzierter, störrischer Ölpeilstab bemüht werden muss.

Auf großer Fahrt gefallen alle Testkandidaten mit einem niedrigen Innengeräuschpegel, dabei schmeichelt der Audi den Ohren mit einem besonders weich klingenden Verbrennungsgeräusch. Das BMW-Triebwerk wirkt beim Ausdrehen kehlig und deutlich präsenter, während der Mercedes-Motor ein wenig brummiger klingt. In Sachen Federungskomfort hinterlässt der mit einem adaptiven Fahrwerk („drive select“, 300 Euro, und Dämpferregelung, ab 835 Euro) ausgerüstete Audi den besten Eindruck, weil er Unebenheiten aller Art am geschmeidigsten verarbeitet.

Direkt dahinter sortiert sich der Mercedes ein, der jedoch auf Landstraßen zweiter Ordnung etwas mehr Karosseriezittern zeigt. Dieses Verhalten verschwindet aber unter voller Zuladung nahezu völlig. Der BMW wirkt zwar insgesamt recht ausgewogen, schlägt aber unter voller Beladung bis auf die Anschläge durch.

FahrkomfortMax. PunkteAudi A4 3.0 TDI quattroBMW 330dMercedes C 320 CDI
Sitzkomfort vorn150110103100
Sitzkomfort hinten100656262
Ergonomie150126126123
Innengeräusche50404241
Geräuscheindruck100848182
Klimatisierung50423541
Federung leer200149145145
Federung beladen200146140145
Kapitelbewertung1000762734739

 

Motor und Getriebe

Der BMW-Motor erfüllt die Euro-6-Norm gegen 990 Euro Aufpreis

Mit dem Facelift haben die Münchner motorseitig kräftig nachgelegt und dem 3er einen neuen Reihensechszylinder-Diesel spendiert, der im 330d statt wie bisher 231 nun 245 PS leistet. Das maximale Drehmoment von 520 Newtonmetern liegt zwischen 1750 und 3000 Umdrehungen an und verleiht dem Auto in der Praxis Bärenkräfte.

Hinzu kommen der für Diesel­verhältnisse spontane Antritt und die vergleichsweise hohe Drehfreude, die man aber dank der guten Elastizitätswerte im Alltag eher selten nutzt. Das Ganze wird unterstützt von einem wunderbar knackigen Getriebe. So gerüstet benötigt der BMW nur 8,0 Liter Diesel pro 100 Kilometer. Zudem kann der Kunde das „BMW Blue Performance“-Paket (990 Euro) bestellen. Damit ist ein Speicherkat an Bord, der die Stickoxide minimiert, wodurch der 330d sogar die ab 2014 gültige Euro-6-Abgasnorm erfüllt.

Der Audi, nominell fünf PS schwächer, aber 150 Kilogramm schwerer, gerät bei den Fahrleistungen ein wenig ins Hintertreffen. Die einzige Ausnahme ist der Standardsprint von null auf 100 km/h, bei dem er aufgrund der Traktionsvorteile seines Allradantriebs mit 6,3 Sekunden zwei Zehntel schneller ist als der BMW. Ein Pluspunkt des Ingolstädter V6-Aggregats ist der etwas weichere Motorlauf.

Dass der A4 der Schwerste in diesem Test-Trio ist, wird auch beim Verbrauch spürbar: 8,9 Liter auf 100 Kilometern bedeuten einen ganzen Liter mehr als beim sparsamsten des Testfeldes, dem Mercedes C 320 CDI, der nur 7,9 Liter benötigt. Sein Selbstzünder-V6 ist mit 224 PS nominell der schwächste Motor, was unmittelbare Auswirkungen auf die Fahrleistungen hat.

So braucht er bis Tempo 100 km/h rund eine Sekunde länger als der Audi und der BMW. Bis 180 km/h verliert er auf den 3er fast vier Sekunden. Dennoch kann er in der Elastizitätsprüfung den Audi deutlich deklassieren. Die Motorelastizität des Schwaben nutzt man freilich gern, denn die Gangwechsel im hakeligen Sechsganggetriebe gehen eher etwas knochig von der Hand.


Motor und GetriebeMax. PunkteAudi A4 3.0 TDI quattroBMW 330dMercedes C 320 CDI
Beschleunigung150129128121
Elastizität100818685
Höchstgeschwindigkeit150909090
Getriebeabstufung100889185
Kraftentfaltung50414239
Laufkultur100807876
Verbrauch325213230232
Reichweite25131416
Kapitelbewertung1000735759744

 

Fahrdynamik

Dank Allradantrieb kennt der Audi keine Traktionsprobleme

Auch für das Modelljahr 2009 bleibt der 3er-BMW seinem Ruf treu, eine der, wenn nicht sogar die sportlichste Mittelklasse-Limousine zu sein. Gekonnt abgestimmt, wahrt er auf kurvigem Terrain perfekt die Balance zwischen Agilität und notwendiger Stabilität. So lenkt er spontan ein, liegt auch bei hohen Kurventempi dank einer nunmehr 16 Millimeter breiteren Spur ausgesprochen ruhig und neutral und kündigt seinen für einen Hecktriebler hochliegenden Grenzbereich durch sanfte Regelintervalle des DSC (ESP) an.

Wer will, kann sich auf abgesperrter Strecke mit deaktiviertem Schleuderschutz am gut kontrollierbar ausschwenkenden Heck erfreuen. Abruptes Gaslupfen beantwortet der 3er mit moderaten Lastwechselreaktionen und einem sanft eindrehenden Heck. Die feinfühlige Lenkung sorgt dafür, dass er sich rasiermesserscharf durch kurviges Geläuft dirigieren lässt. Die perfekt dosierbare Bremse rundet das Bild ab.

Im Vergleich dazu wirkt der etwas besser geradeaus laufende Audi in Kurven deutlich unruhiger und neigt im Grenzbereich eher zum Schieben über die Vorderräder. Seine Lastwechselreaktionen sind deutlich stärker ausgeprägt, werden aber vom ESP sicher abgefangen. Ohne die Fahrdynamikhilfe führt ein dosiertes Gasgeben den Allradler wieder auf den rechten Weg.

Der serienmäßige quattro-Antrieb ist es auch, der dem Audi A4 3.0 TDI vor allem bei Nässe deutliche Traktionsvorteile vor der Konkurrenz beschert. Seine „Dynamik“-Lenkung (1000 Euro extra) arbeitet im „dynamic“-Modus mit der besten Rückmeldung.

Hinter diesen fahrdynamischen Qualitäten bleibt der Mercedes C 320 CDI klar zurück. Er wirkt etwas behäbiger, verlangt nach größeren Lenkeinschlägen und wird an der Haftgrenze untersteuernd vom ESP relativ früh eingebremst. Insgesamt fühlt sich der Fahrer hier vom gesamten Geschehen etwas entkoppelt.

FahrdynamikMax. PunkteAudi A4 3.0 TDI quattroBMW 330dMercedes C 320 CDI
Handling150798769
Slalom100636852
Lenkung100838876
Geradeauslauf50443942
Bremsdosierung30172015
Bremsweg kalt150718173
Bremsweg warm150989584
Traktion100704540
Fahrsicherheit150130135125
Wendekreis2091415
Kapitelbewertung1000664672591

 

Umwelt und Kosten

Der Wertverlust repräsentiert den Gegenwert eines Kompaktwagens

Bis auf den Metalliclack sind die Kandidaten komplett ausgestattet. Mit der AZ-Normausstattung liegen die Preise zwischen 41240 (BMW) und 42679 Euro (Mercedes). In puncto Wertverlust sind laut DAT zwischen 22000 und 23000 Euro in vier Jahren oder nach 80000 Kilometern abzuschreiben. Für Kraftstoff müssen Audi-Besitzer am tiefsten in die Tasche greifen, dürfen sich dafür aber über die umfangreichsten Garantien freuen. Bei Werkstatt- und Versicherungskosten ist der BMW der Günstigste und holt dank der geringeren Abgas-Emissionen den Kapitelsieg.

Kosten/UmweltMax. PunkteAudi A4 3.0 TDI quattroBMW 330dMercedes C 320 CDI
Bewerteter Preis675141143138
Wertverlust50151515
Ausstattung25171716
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung50282027
Werkstattkosten20141513
Steuer10555
Versicherung40293025
Kraftstoff55363839
Emissionswerte25818481
Kapitelbewertung1000366367359

 

Fazit

Dank der hohen Karosseriequalität, der guten Komforteigenschaften und des Allradantriebs gelingt es dem Audi, seine Konkurrenten in Schach zu halten und aus diesem Vergleich als Sieger hervorzugehen. Wer mehr Wert auf Fahrdynamik legt, kommt am zweitplatzierten BMW nicht vorbei, der auf Wunsch schon die Euro-6-Norm erfüllt. Der sparsame Mercedes ist zwar ausgewogen, sticht aber in keiner Disziplin hervor.

Gesamtbewertung

Max. PunkteAudi A4 3.0 TDI quattroBMW 330dMercedes C 320 CDI
Summe5000317931463067
Platzierung123

Tags:
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