Honda CR-V, Mitsubishi Outlander und Opel Antara im Vergleichstest Stark im Kommen

07.09.2011
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Kompakte SUV liegen im Trend. Mit neuen Modellen versuchen Honda, Mitsubishi und Opel, den etablierten Bestsellern BMW X3 und Toyota RAV4 Marktanteile abzujagen. Die Dieselversionen Honda CR-V 2.2 i-CTDi, Mitsubishi Outlander 2.0 DI-D und Opel Antara 2.0 CDTI im Vergleichstest

Gern wird ja von unverbesserlichen Nostalgikern beklagt, dass moderne Autos immer uniformer würden. Zum Glück gilt das nur sehr eingeschränkt. Auf die drei neuen Kompakt-SUV in diesem Vergleich trifft das jedenfalls nicht zu. Die sind zumindest optisch so unterschiedlich, wie es Automobile eines Marktsegments nur sein können. Der Mitsubishi Outlander spielt den Part des echten Geländewagens. Das Design des neuen Outlander orientiert sich an den größeren Modellen der Marke und mildert die Kastenform nicht mehr mit gefälligen Rundungen ab. Ganz anders der Honda CR-V. Er interpretiert das SUV-Thema viel ziviler, seine Grundform erinnert eher an einen Familienvan als an einen Offroader. Konsequenterweise entfiel auch das außen montierte Reserverad, das die früheren CR-V-Generationen auszeichnete. Der Opel Antara dagegen entspricht am ehesten dem gängigen Soft-Offroader und verbindet martialische Details mit weichen Linien.

 

Karosserie

Nicht nur im Design schlagen die drei Rivalen eigenständige Wege ein, auch die Karosserie-Konzepte unterscheiden sich merklich. Als einziger offeriert der Mitsubishi Outlander eine dritte Sitzreihe, die ab der Intense-Ausstattung (3500 Euro) an Bord ist. Die Zusatzbank eignet sich zwar nur als Notsitzgelegenheit, verschwindet aber bei Nichtgebrauch vollständig im Ladeboden. Der Kofferraum des aktuellen Outlander besticht zudem mit einer sehr niedrigen Ladekante. Der hintere Stoßfänger lässt sich abklappen und mit bis zu 200 Kilo belasten – praktisch. Die weit in die Fahrgastzelle hineingezogene Frontscheibe und der massige Armaturenträger limitieren die Bewegungsfreiheit besonders auf dem Beifahrerplatz. Den möglichen Kapitelsieg verspielt der Mitsubishi allerdings wegen seiner sparsamen Sicherheitsausstattung. Der Honda CR-V hingegen offeriert, wenn auch gegen Aufpreis, selbst ein Unfallfrüherkennungssystem (Presafe), einen Abstandsradar und Kurvenlicht. Als Transporter ist er aber weniger souverän: Er verkraftet etwa 150 Kilo weniger Zuladung als seine Mitstreiter und ist trotz dreiteiliger Lehne im Fond weniger variabel gestaltet. Seine Materialauswahl sowie das Finish im Innenraum hinterlassen den gediegensten Eindruck. Trotz seines luftigen Innenraums vorn liegt der Opel mit über zehn Punkten Abstand hinten. Schuld sind der kleine Kofferraum und der Verzicht auf einige Sicherheitsfeatures. Nebelscheinwerfer und Bergabfahrhilfe gibt es serienmäßig.

KarosserieMax. PunkteMitsubishi Outlander 2.0 DI-DHonda CR-V 2.2 i-CTDiOpel Antara 2.0 CDTI
Raumangebot vorn100707274
Raumangebot hinten100706767
Übersichtlichkeit70535350
Bedienung/ Funktion100908485
Kofferraumvolumen100575734
Variabilität100534550
Zuladung/ Anhängelast80473852
Sicherheit150668277
Qualität/ Verarbeitung200160165162
Kapitelbewertung1000666663651

 

Fahrkomfort

Auch wenn es den Polstern im Mitsubishi an Seitenhalt mangelt, sind sie durchaus langstreckentauglich. Besonders die gute Abstützung im Schulterbereich gefällt und tröstet über die etwas zu hohe Sitzposition hinweg. Außerdem absolviert der Outlander schlechte Wegstrecken erheblich ruhiger als seine Konkurrenten. Der DI-D ist zwar tonangebend und lauter als die Rivalen, wird den Insassen jedoch nie lästig. Ab Tempo 120 treten Windgeräusche im Bereich der A-Säulen auf. Der CR-V setzt ganz auf die weiche Welle: Seine Dämpfer arbeiten nicht so restriktiv wie bei den Rivalen und lassen den Honda etwas schaukelig fahren. Kleine Stöße schluckt er gut, doch Bodenwellen sorgen für Unruhe. Auch die Sitze sind spürbar weicher gepolstert, bieten jedoch viel Seitenhalt. Gänzlich anders verhält sich der Opel. Sowohl Fahrwerk als auch Sitze sind unnötig straff: Steifbeinig und bockig rollt der Allrad-Opel über Teerflicken und Kanaldeckel. Mit zunehmender Beladung nimmt der Komfort weiter ab.

FahrkomfortMax. PunkteMitsubishi Outlander 2.0 DI-DHonda CR-V 2.2 i-CTDiOpel Antara 2.0 CDTI
Sitzkomfort vorn1509610287
Sitzkomfort hinten100706565
Ergonomie150133119127
Innengeräusche50202524
Geräuscheindruck100686467
Klimatisierung50313037
Federung leer200138122126
Federung beladen200137128120
Kapitelbewertung1000693655653

 

Motor und Getriebe

Dieselmotoren sind aus gutem Grund die beliebtesten Antriebsquellen in dieser Klasse: Die sparsamen Selbstzünder halten die Treibstoffkosten in Grenzen, und das bullige Drehmoment passt gut zum burschikosen Auftritt der Kompakt-SUV. Allerdings vertraut nur Honda in diesem Vergleich auf ein hauseigenes Triebwerk. Der 2.2 i-CTDi leistet 140 PS und gefällt durch spontanes Ansprechverhalten und dieseluntypische Drehfreude. Mit einem Testverbrauch von 9,1 Litern ist er zudem angemessen sparsam. Einen halben Liter weniger (8,6 Liter Diesel) trinkt der 140 PS starke Zweiliter-Diesel im Mitsubishi. Der arbeitet nach dem Pumpe-Düse-Prinzip und kommt von VW. Zu seinen weniger schönen Seiten zählt die ausgeprägte Anfahrschwäche, dagegen gefallen die ordentliche Laufkultur und die satte Drehmomentabgabe im mittleren Drehzahlbereich. Auch der Antara bedient sich eines zugekauften Triebwerks, was angesichts der unbestrittenen Diesel-Kompetenz der Rüsselsheimer schwer verständlich erscheint. Zumal der vom italienischen Motorenmulti VM stammende, 150 PS starke Zweiliter-Common-Rail nur wenig Glanzpunkte setzt. Er läuft zwar vergleichsweise kultiviert, zeigt aber ebenfalls eine deutliche Anfahrschwäche und kann seine Mehrleistung von zehn PS nicht in bessere Fahrleistungen umsetzen. Mit dem höchsten Verbrauch im Vergleich (9,6 Liter Diesel) fällt der Opel weiter zurück, zusätzlich gehandicapt durch eine zu kurz übersetzte Fünfgangbox. Die Sechsganggetriebe von Honda und Mitsubishi sind nicht nur passender abgestuft, sondern lassen sich auch exakter schalten.

Motor und GetriebeMax. PunkteMitsubishi Outlander 2.0 DI-DHonda CR-V 2.2 i-CTDiOpel Antara 2.0 CDTI
Beschleunigung150130130126
Elastizität100
Höchstgeschwindigkeit150575750
Getriebeabstufung100737360
Kraftentfaltung50292725
Laufkultur100646567
Verbrauch325180174168
Reichweite25121112
Kapitelbewertung1000545537508

 

Fahrdynamik

SUV haben meist, so die gängige Meinung, mäßige Bremsen. Auch hier irrt der Volksmund. Mit Bremswegen zwischen 37,8 (Outlander und Antara) sowie 39,2 Metern (CR-V) bei warmgebremsten Anlagen zeigen sich alle drei Testkandidaten voll auf der Höhe. Allerdings profitieren sie dabei auch von den durchgängig aufgezogenen 18-Zoll-Reifen, die jeweils in den Aufpreislisten stehen. Auch sonst bieten die drei Kompakten wenig Anlass zur Kritik. Sie umrunden Kurven brav untersteuernd, wobei der Mitsubishi wiederum den agilsten Eindruck hinterlässt – wohl auch, weil er die direkteste und feinfühligste Lenkung hat. Zudem bietet er als einziger die Möglichkeit, über einen Drehschalter das Zentraldifferenzial zu sperren sowie zwischen Vorder- und Allradantrieb zu wählen.

FahrdynamikMax. PunkteMitsubishi Outlander 2.0 DI-DHonda CR-V 2.2 i-CTDiOpel Antara 2.0 CDTI
Handling150332930
Slalom100294134
Lenkung100746771
Geradeauslauf50404035
Bremsdosierung30201717
Bremsweg kalt150686866
Bremsweg warm150725872
Traktion100847475
Fahrsicherheit150126126120
Wendekreis201292
Kapitelbewertung1000558529522

 

Umwelt und Kosten

Mit seinen sauberen Abgasen legt der CR-V den Grundstein für seinen knappen Sieg in der Umwelt- und Kostenwertung. Rußpartikelfilter sind zwar auch bei Outlander und Antara an Bord, doch sind sie nicht ganz so wirksam. Der Opel fällt zusätzlich durch seinen hohen Preis zurück, was der geringere Aufpreis für die Normausstattung allerdings wettmacht. Doch der kräftigere Wertverlust und der größere Kraftstoffdurst kosten ihn weitere Punkte. Die sonstigen Fixkosten liegen auf annähernd gleichem Niveau, sodass der Rüsselsheimer mit den koreanischen Wurzeln hier ganz knapp hinter dem Outlander landet, während der CR-V vorn liegt.

Kosten/UmweltMax. PunkteMitsubishi Outlander 2.0 DI-DHonda CR-V 2.2 i-CTDiOpel Antara 2.0 CDTI
Bewerteter Preis675193190177
Wertverlust50222218
Ausstattung255519
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung50252527
Werkstattkosten20131312
Steuer10777
Versicherung40293030
Kraftstoff55403938
Emissionswerte25728777
Kapitelbewertung1000406418405

 

Fazit

Der Mitsubishi Outlander gewinnt diesen Vergleich, weil er der beste Allrounder ist. Mit seinem ebenso sparsamen wie kräftigen Pumpe-Düse-Diesel und dem agilsten Fahrwerk sowie seinen wirksamen Bremsen setzt er sich gegen den Honda CR-V und den Opel Antara durch. Auch der vielseitig nutzbare Innenraum spricht für den Mitsubishi. Der Honda glänzt mit seiner klassenunüblich umfangreichen Sicherheitsausstattung und mit seinem munteren Dieselmotor. Der Opel schließlich verliert zwar in keinem Wertungskapitel entscheidend an Boden, doch in der Summe seiner Eigenschaften kann er nicht ganz mit den beiden Konkurrenten mithalten. Gäbe es allerdings einen Preis für das stimmigste Design im Vergleich, er ginge an den Antara.

Gesamtbewertung

Max. PunkteMitsubishi Outlander 2.0 DI-DHonda CR-V 2.2 i-CTDiOpel Antara 2.0 CDTI
Summe5000286828022739
Platzierung123

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