Diesel-SUV: Audi Q7, Mercedes ML und VW Touareg im Vergleichstest Reise-Gesellschaft

27.07.2011
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Der SUV-Trend hält ungebrochen an, obwohl die Geländeriesen mit ihrer großen Stirnfläche und ihrem üppigen Gewicht in der derzeitigen CO2-Debatte auf Grund ihrer hohen Verbräuche keine gute Figur abgeben.

Da hilft nur ein Diesel: Audi präsentiert jetzt für Leistungshungrige den Q7 mit einem 4,2-Liter-Achtzylinder-Turbodiesel. Mit maximal 760 Nm Drehmoment und 326 PS bewegt er sich jenseits aller Notwendigkeit, erlangt jedoch eine absolute Souveränität. Das trifft auch im gleichen Maße auf den Mercedes ML 420 CDI und den VW Touareg V10 TDI zu.

 

Karosserie

Der Audi Q7 (5,09 Meter) überragt den Mercedes ML (4,88 Meter) und den vergleichsweise kompakten VW Touareg (4,75 Meter) deutlich. Das schafft Raum. Zwar gibt es weder im ML noch im Touareg Platzprobleme, aber im Vergleich zum Q7 fehlt es sowohl dem Stuttgarter als auch dem Wolfsburger an Innenraumlänge. Das gilt auch für den Fond-Bereich. Genießen die Hinterbänkler im weißen Riesen aus Ingolstadt reichlich Ellenbogenfreiheit, müssen die Gäste im ML und im Touareg etwas näher an die Türen rücken – insbesondere mit drei Personen. Obendrein bietet nur Audi gegen Aufpreis eine dritte Sitzreihe (1005 Euro) an. Schwere und lange Gegenstände transportiert der Q7 dank der hohen Zuladung (575 kg) und mehr als zwei Meter Laderaumtiefe zudem problemlos von A nach B.

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Alle drei Testkandidaten haben eine Luftfederung an Bord, die sich bei Audi und VW zum besseren Beladen absenken lässt. Allerdings schränkt das maximale Ladevolumen von gerade einmal 1570 Litern die Transportaufgaben des Touareg stark ein. Das größte Volumen hat der ML. Mit maximal 2050 Liter überbietet er sogar den Q7 (2035 Liter). Auch bei der Sicherheitsausstattung hat der Mercedes die Nase vorn. Der Vorsprung, den sich der ML durch aufpreispflichtige Optionen wie Presafe und Notlaufreifen sichert, ist jedoch sehr gering. Dass der VW dem Audi hier überlegen ist, liegt an seiner umfangreichen Serienausstattung, die sogar Bi-Xenonscheinwerfer mit Kurvenlichtfunktion beinhaltet. Dennoch entscheidet der Audi dieses Kapitel für sich – nicht zuletzt auf Grund seiner sorgfältigen Verarbeitung und seiner hoch-wertigen Materialien.

KarosserieMax. PunkteAudi Q7 4.2 TDIMercedes ML 420 CDIVW Touareg V10 TDI
Raumangebot vorn100929084
Raumangebot hinten100918984
Übersichtlichkeit70535452
Bedienung/ Funktion100898883
Kofferraumvolumen100896358
Variabilität100604043
Zuladung/ Anhängelast80615956
Sicherheit150101110107
Qualität/ Verarbeitung200174171170
Kapitelbewertung1000810764737

 

Fahrkomfort

Dass die 20-Zoll-Radsätze der drei Testwagen gegenüber den serienmäßigen 18-Zöllern den Fahrkomfort mindern, ist keine Überraschung. Dennoch halten sich die negativen Begleiterscheinungen der großen Räder in Grenzen. Selbst die 295er-Reifen des ML mindern den ansonsten hervorragenden Komfort des Mercedes nur, wenn Querfugen oder hervorstehende Kanaldeckel den Weg kreuzen. Erfreulicher Nebeneffekt: Die von anderen ML-Modellen bekannten Wankbewegungen bei schneller Fahrt im Komfortmodus der Airmatic reduzieren sich beim Mercedes ML 420 CDI spürbar. Auch dem Q7 und dem Touareg schaden die großen Räder nur wenig. Im Gegensatz zum ML büßt der Audi jedoch Punkte ein, weil er mehr Bewegung um die Längsachse zulässt und beladen beim Überfahren von Bodenwellen tiefer in die Federn sackt. Der VW gibt sich dabei noch ein wenig unausge-wogener und zeigt Nachlässigkeiten beim Abrollkomfort. Was die Federung nicht absorbiert, filtern die Sitze heraus. Kritikpunkte verdient hier nur der VW, dessen Sitze zwar bequem sind, aber nur wenig Seitenhalt bieten. Ebenso verliert der VW Touareg V10 TDI Punkte in der Geräuschwertung. Dabei ist es allerdings nicht das im Stand wie ein Schiffsdiesel vor sich hin stampfende oder bei hoher Drehzahl wild schnaufende, riesige Fünfliter-Zehnzylinder-Diesel-Kraftwerk, sondern es sind die gegenüber der sehr gut gedämmten Konkurrenz ausgeprägteren Karosserie- und Fahrwerksgeräusche, die den Komfort schmälern.

FahrkomfortMax. PunkteAudi Q7 4.2 TDIMercedes ML 420 CDIVW Touareg V10 TDI
Sitzkomfort vorn150123122117
Sitzkomfort hinten100807776
Ergonomie150124120116
Innengeräusche50373937
Geräuscheindruck100767669
Klimatisierung50434343
Federung leer200143148137
Federung beladen200141150139
Kapitelbewertung1000767775734

 

Motor und Getriebe

Alle drei Testkandidaten haben Leistung im Überfluss. Vor allem ihre enorme Durchzugskraft lässt Sportwagenfahrer verzweifeln, wenn sie auf der Autobahn mithalten wollen. Insbesondere der Audi setzt hier neue Maßstäbe. Das hohe Leergewicht von 2,5 Tonnen wird zur Nebensache. Dank Allradantrieb setzt der Audi Q7 seine 760 Nm und 326 PS ohne Traktionsverluste in Vortrieb um und erreicht in 6,7 Sekunden Tempo 100. Auch ML- und Touareg-Fahrer klagen nicht über Leistungsmangel, passieren die 100-km/h-Marke jedoch deutlich später. Der ML 420 CDI erreicht nach 7,4 Sekunden Tempo 100 und zeigt dabei eine ausgesprochene Drehfreude. Lediglich die Siebenstufenautomatik reagiert etwas verzögert auf Vollgaswünsche. 7,8 Sekunden verstreichen beim Touareg V10 TDI, dessen Stärke eher im unteren Drehzahlbereich liegt. In Anbetracht der Leistung halten sich die Testverbräuche mit 12,1 Litern für den Q7, 12,7 Litern für den ML und 12,8 Litern für den Touareg in Grenzen. Bei zurückhaltender Fahrweise lässt sich der Verbrauch sogar auf unter zehn Liter pro 100 Kilometer drücken.

Motor und GetriebeMax. PunkteAudi Q7 4.2 TDIMercedes ML 420 CDIVW Touareg V10 TDI
Beschleunigung150168161157
Elastizität100
Höchstgeschwindigkeit150106105101
Getriebeabstufung100908782
Kraftentfaltung50454543
Laufkultur100848479
Verbrauch325136129128
Reichweite25161415
Kapitelbewertung1000645625605

 

Fahrdynamik

Auf dem Handlingparcours setzt sich der Mercedes ML mit den optionalen 20-Zöllern (AMG-Styling-Paket 6664 Euro) beeindruckend in Szene. Wie auf Schienen zieht er seine Bahn. Der Grenzbereich liegt deutlich höher als mit der Serienbereifung, die Lenkung harmoniert nahezu perfekt mit dem großen Radsatz, und die ML-übliche Untersteuertendenz wird minimiert. Auch der Audi wetzt flink um den Kurs. Auf Grund seiner starken Untersteuertendenz verliert er aber vor allem in Wechselkurven den Anschluss. Der VW Touareg muss hier beide ziehen lassen. Er ist zu schwerfällig, um schnell genug die Lenkbefehle seines Fahrers umzusetzen. Allerdings hat der aktuelle VW gegenüber den früheren Modellen das lästige Einknicken des kurven-äußeren Vorderrads abgelegt. Im Alltag fallen die Unterschiede weniger stark ins Gewicht. Hier überzeugen Audi, Mercedes und VW mit einem Höchstmaß an Souveränität und Sicherheit. Das liegt nicht zuletzt an den Bremsen. Bereits nach 36 Metern kommt der 2,7 Tonnen schwere Touareg zum Stehen. Audi (37,4 Meter) und Mercedes (37,0 Meter) brauchen nur wenig länger.

FahrdynamikMax. PunkteAudi Q7 4.2 TDIMercedes ML 420 CDIVW Touareg V10 TDI
Handling150636559
Slalom100454542
Lenkung100838174
Geradeauslauf50484742
Bremsdosierung30191717
Bremsweg kalt150768090
Bremsweg warm150828386
Traktion100838090
Fahrsicherheit150135135128
Wendekreis205811
Kapitelbewertung1000639641639

 

Umwelt und Kosten

Dass ein VW gegenüber einem vergleichbaren Audi und einem Mercedes die schlechtere Umwelt-Kostenbilanz aufweist, verblüfft. Vor allem die hohen Emissionswerte des V10 TDI und der üppige Grundpreis des Touareg werfen den Wolfsburger zurück. Dafür ist die AUTO-ZEITUNG-Normausstattung beim VW lückenlos. Die gut 7000 Euro günstigeren Konkurrenten von Audi und VW, die wie auch der VW über einen serienmäßigen Partikelfilter verfügen, liefern sich in der Endabrechnung ein enges Rennen. Dass schließlich der Audi Q7 dieses Kapitel für sich entscheidet, liegt an den – wenn auch nur sehr kleinen – Vorteilen bei den Wartungs- und Kraftstoffkosten. Obendrein liefert er die besten Abgaswerte.

Kosten/UmweltMax. PunkteAudi Q7 4.2 TDIMercedes ML 420 CDIVW Touareg V10 TDI
Bewerteter Preis675767867
Wertverlust50997
Ausstattung25161525
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung50282728
Werkstattkosten20121012
Steuer10442
Versicherung40192319
Kraftstoff55323030
Emissionswerte25757366
Kapitelbewertung1000271269256

 

Fazit

Die drei Testkandidaten Audi Q7, Mercedes ML und VW Touareg liefern eine imposante Vorstellung ab. Dabei überzeugt nicht allein die souveräne Kraft der großen Turbodiesel, sondern vielmehr, dass diese enorme Leistung mit einem Verbrauch von rund zwölf Litern Diesel oder weniger erreicht wird – leider noch mit relativ hohen C02-Emissionen von gut 300 Gramm pro Kilometer. Respekt verdienen die beeindruckenden Verzögerungswerte und narrensicheren Handlingeigenschaften, die Q7, ML und Touareg trotz ihrer hohen Gewichte ermöglichen. Dass es am Ende der neue Audi Q7 4.2 CDI ist, der diesen Vergleichstest gewinnt, verdankt er seinem riesigen Innenraum und seinem makellosen Triebwerk. Doch auch ML und Touareg gehen nicht als Verlierer aus diesem Vergleich. Der Mercedes ML 420 CDI begeistert mit erstaunlicher Fahrdynamik und gutem Komfort und der VW Touareg mit seinem charakterstarken V10 TDI sowie den besten Offroad-Eigenschaften. Sportliche SUV im Vergleich: Hier klicken

Gesamtbewertung

Max. PunkteAudi Q7 4.2 TDIMercedes ML 420 CDIVW Touareg V10 TDI
Summe5000313230742971
Platzierung123

Tags:
Zmarta Autokredit
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