Frontal 21: NOx-Werte bei BMW und Mercedes BMW & Mercedes NOx-Werte zu hoch

Das ZDF-Magazin Frontal 21 erhebt gegenüber BMW und Mercedes neue Vorwürfe in Sachen Stickoxidwerte. Ein Gutachten bestätigt, dass niedrige Temperaturen kein Grund für Grenzwert-Überschreitungen sind.

Der Streit zwischen dem ZDF-Magazin Frontal 21 und den deutschen Premium-Autobauern BMW und Mercedes geht in die nächste Runde. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob es bei den teilweise eklatanten Unterschieden zwischen Labor- und Praxis-Emissionen eine legale Grauzone gibt oder nicht. Laut einem Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags ist das nicht der Fall, vielmehr ist es demnach grundsätzlich als illegal zu bewerten, wenn Grenzwerte unter realen Bedingungen um ein Vielfaches überschritten werden. Konkret geht es um die Stickoxid-Emissionen (NOx) von Diesel-Motoren, um die sich auch der Abgas-Skandal bei Volkswagen dreht. BMW und Mercedes argumentieren, dass die Maßnahmen zur Abgasreinigung beispielsweise bei niedrigen Temperaturen abgeschaltet oder reduziert werden, um den Motor zu schützen. Dies geschieht nach Ansicht von Frontal 21 allerdings bereits bei Temperaturen deutlich über dem Gefrierpunkt, was nicht der Intension des Gesetzgebers entspreche. Laut dem zitierten Bundestags-Gutachten sei das Argument des Motorschutzes nur in Ausnahmesituationen zulässig, nicht aber völlig gewöhnlichen Temperaturen.

 

Frontal 21 wirft BMW und Mercedes zu hohe NOx-Werte vor

In Auftrag gegeben wurde das Gutachten von der Fraktion Bündnis90/Die Grünen, die sich nun bestätigt sieht und eine deutliche Reaktion der Bundesregierung fordert. Diese müsse endlich dafür sorgen, dass sich Autobauer nicht unter Vorwänden und somit illegal um die Erfüllung von Grenzwerten drücken können. Beim Verband der Automobilindustrie (VDA) bewertet man das Gutachten deutlich entspannter, denn dieses stelle "keinen neuen Sachstand" dar. Schon vor Monaten hatte Frontal 21 berichtet, dass diverse Diesel-Modelle bei Praxistests auf der Straße deutlich zu hohe Stickoxid-Emissionen verursachen. Hersteller rechtfertigten diese Messungen unter anderem mit Verweisen auf den Motorschutz und eine Messung außerhalb der vorgeschriebenen Rahmenbedingungen. Bei Tests der Fahrzeuge unter Laborbedingungen wurden die Grenzwerte eingehalten. Auf Abschaltvorrichtungen im Sinne einer Prüfstandserkennung lassen die Unterschiede jedoch nicht schließen, aber ob die niedrigere Temperatur eine rechtfertigende Ausnahme darstellt oder nicht schätzen die beteiligten Autobauer und der Wissenschaftliche Dienst des Bundestags offenbar unterschiedlich ein.

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