Diesel gegen Hybrid - BMW X3 3.0d und Lexus RX 400h Die Zwei mit Grip

Auch bei den traktionsstarken Premium-SUV bietet Toyota eine Hybrid-Alternative an: Der Lexus RX 400h trifft auf den BMW X3 mit klassischem Sechszylinder-Diesel

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Noch fährt der Lexus RX 400h allein auf weiter Flur. Derzeit ist er der Einzige, der auch im gehobenen SUV-Segment die Hybrid-Fahne hochhält. Doch er wird hier nicht allein bleiben. Besonders im Hinblick auf den lukrativen US-Markt, wo die allradgetriebenen Hochbeiner besonders beliebt sind, forcieren auch die deutschen Hersteller (Mercedes, BMW, Audi und Porsche) ihre Entwicklungsarbeit am Hybridantrieb.

Bis zum Serieneinsatz – auch auf dem europäischen Markt – wird es aber noch ein bis zwei Jahre dauern, und so konzentrieren wir uns auf das derzeit verfügbare Angebot und schicken den RX 400h gegen eines der beliebtesten SUV in Deutschland ins Rennen: den BMW X3 3.0d mit Automatikgetriebe. Komplexe Hybridtechnik trifft hier auf einen klassischen Reihensechszylinder-Turbodiesel. Dessen Leistung liegt bei 218 PS, die sich aus drei Liter Hubraum rekrutieren.

Leistung ist nicht alles
Allein der 3,3-Liter-V6-Benziner im Lexus bringt es bereits auf 211 PS. Unterstützt von zwei Elektromotoren steht insgesamt eine Systemleistung von 272 PS zur Verfügung. Klingt nach klarem Vorteil für den Hybrid. Bis man dann ein paar Zeilen weiter unten im Datenblatt auf das Leergewicht des Lexus stößt: Zwei Tonnen schleppt der RX mit sich herum, während es der X3 bei 1810 Kilogramm bewenden lässt. Weniger Masse verlangt auch nach weniger Kraft. Und so verwundert es nicht, dass der RX dem X3 nicht davonziehen kann. Den Prestigesprint von null auf 100 km/h er-ledigen beide in annähernd gleicher Zeit (Lexus in 7,6 und BMW in 7,7 Sekunden). Auf freier Strecke regelt der Japaner dann bei 200 km/h elektronisch ab und lässt den BMW ungehindert mit maximal 220 km/h an sich vorbeiziehen.
Doch viel wichtiger für den Hybrid-Interessenten sind Verbrauch und Emissionen. Bereits der Normverbrauch des Lexus liegt mit 8,1 Liter Super pro 100 km um 0,4 Liter höher als der Dieselkonsum des BMW. Unter realen Bedingungen fällt der Unterschied noch klarer aus: Auf der AUTO ZEITUNG-Normrunde schluckt der Hybrid mit 11,0 Litern satte 2,7 Liter mehr als der BMW-Diesel. Erst im gesondert ermittelten Stadtverbrauch wendet sich das Blatt zugunsten des Hybrids: Lexus: 8,2 l/100 km, BMW: 9,8 l/100 km.

Rußfreier Diesel
Beim Abgas liegt der RX ebenfalls leicht vorn: Dank seines Partikelfilters kann man dem Diesel-BMW zwar kein rußiges Schmuddel-Image anheften, den praktisch nicht vorhandenen Stickoxidausstoß des Lexus kann er jedoch systembedingt nicht kontern. Auch sonst zeigt der kombinierte Benzin-/Elektro-Antrieb in der Praxis einige Vorteile. Steht man an der Ampel, schaltet sich der V6 in der Regel ab, und es herrscht wohltuende Ruhe. Andererseits sprintet der RX bei der kleinsten Gaspedalbewegung spontan nach vorn, während der Diesel im BMW erst einmal Drehzahl aufbauen muss, um Turbolader und Drehmomentwandler in Schwung zu bringen. Dabei klingt der an sich kultivierte Diesel jedoch stets ein wenig nach Lkw, während der RX insgesamt leiser arbeitet. Dennoch ist das RX-Geräusch gewöhnungsbedürftig, da das Antriebsmanagement das reibungslose Zusammenspiel von V6, E-Motoren und Planetengetriebe so koordiniert, dass der Verbrennungsmotor – selbst beim Beschleunigen – möglichst eine konstante und verbrauchsgünstige Drehzahl hält.

Mitreisende stört dies nicht, die schätzen eher das luftigere Raumangebot im Vergleich zum eng geschnittenen BMW. Der bietet dafür hinten etwas mehr Kopffreiheit und den größeren Kofferraum. Sportlich ambitionierte Fahrer hingegen werden dem straff abgestimmten BMW den Vorzug geben. Auf kurvigem Terrain ist er mit präziserer Lenkung und traktionsstarkem, variablem Allradantrieb weit überlegen. Mit weicher, etwas poltriger Federung, leichtgängiger und gefühlloser Lenkung, starken Karosseriebewegungen und dem etwas ruppig zuschaltenden Allradantrieb verlegt sich der Lexus dagegen eher aufs geruhsame Cruisen.

Gleichstand herrscht beim Preis. Rüstet man den X3 3.0d Automatik (ab 47.060 Euro) auf das Serienniveau des Lexus auf (unter anderem Xenonlicht, Klimaautomatik, elektrische Sitzeinstellung), landet man bei etwa 51.000 Euro. So viel kostet auch das Lexus-Hybrid-SUV.

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Fazit

Zugegeben, für ein sprintstarkes 272-PS-SUV mit V6-Benziner ist der Lexus RX 400h recht sparsam. An den BMW X3 mit seinem Sechszylinder-Diesel kommt er jedoch nicht heran. Zu groß sind die Verbrauchsvorteile des Diesels besonders bei höheren Geschwindigkeiten. Ansonsten halten sich Vor- und Nachteile der beiden SUV die Waage. Der BMW ist klar das dynamischere, fahraktivere Auto, der Lexus gönnt dafür seinen Passagieren mehr Ruhe und Bewegungsfreiheit. Nur fürs Gepäck hat der BMW mehr Raum übrig.

Technische Daten
Motor 
ZylinderV6, 4-Ventiler, zwei E-Motoren
Hubraum3311
Leistung
kW/PS
1/Min

272/370
k.A.
Max. Drehmom. (Nm)
bei 1/Min
750
k.A.
Kraftübertragung 
GetriebeStufenlose Automatik
AntriebAllradantrieb, autom. zuschaltend
Fahrwerk 
Bremsenv: innenbel. Scheiben
h: Scheiben
Bereifungv: 235/55 R 18
h: 235/55 R 18
Messwerte
Gewichte (kg) 
Leergewicht (Werk)2000
Beschleunigung/Zwischenspurt 
0-100 km/h (s)7.6
Höchstgeschwindigkeit (km/h)200
Verbrauch 
Testverbrauch11l/100km (Super)
EU-Verbrauch8.1l/100km (Super)
Reichweitek.A.
Abgas-Emissionen 
Kohlendioxid CO2 (g/km)k.A.

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