Rückrufaktion: Nach Toyota ruft auch PSA Peugeot Citroën Modelle zurück Zur Werkstatt, bitte

02.02.2010

Toyota droht ein großer Imageschaden. Nach dem Rückruf von 2,3 Millionen Autos und dem Produktionsstop in den USA, muss nun auch der deutsche Importeur Autos in die Werkstätten bitten. Und auch PSA Citroën Peugeot ruft 97.000 Kleinwagen zurück

Tokio/Davos/Köln. Toyota-Präsident Akio Toyoda hat sich bei den Kunden seines Unternehmens für den Rückruf von Millionen fehlerhafter Autos weltweit entschuldigt. Wie der japanische Fernsehsender NHK am Samstag berichtete, sagte Toyoda am Freitag am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos, es tue ihm sehr Leid, dass die Kunden beunruhigt wurden.

Toyota wolle jetzt alle Fakten ermitteln und sie den Kunden erklären, um ihnen so schnell wie möglich die Angst zu nehmen. Man werde alles unternehmen, um sicherzustellen, dass so etwas nicht wieder passiere, sagte der Präsident des weltgrößten Automobilherstellers.

Am Freitag hatte die Rückrufwelle wegen Problemen mit klemmenden Gaspedalen Europa erreicht: Der japanische Autobauer muss auch dort bis zu 1,8 Millionen Fahrzeuge in die Werkstätten holen. Betroffen sind unterschiedliche Baujahre der Modelle AYGO, iQ, Yaris, Auris, Corolla, Verso, Avensis und RAV4.

Das Unternehmen teilte in Köln mit, in Europa sei bislang nur eine begrenzte Anzahl von Fällen bekannt, in denen das Problem aufgetreten ist. Einen Unfall, der dadurch verursacht worden wäre, habe es nach derzeitigem Kenntnisstand bislang nicht gegeben.

Unterdessen seien bei Toyota Deutschland bisher noch keine vermehrten Anfragen besorgter Kunden eingegangen, sagte Sprecher Ekkardt Sensendorf am Samstag in Köln. Bei einer Kunden-Hotline, die werktags besetzt ist, sei bis Freitagabend kein signifikanter Anstieg der Anruferzahl verzeichnet worden.

«Es ist insgesamt relativ ruhig bisher.» Angaben dazu, wie viele Autos in Deutschland von der Rückrufaktion betroffen sind, könne das Unternehmen frühestens am Montag machen, sagte Sensendorf.

Die Halter betroffener Fahrzeuge in Deutschland bekommen in den nächsten Tagen einen Brief des Kraftfahrtbundesamtes, in dem sie über den Rückruf informiert und gebeten würden, eine Toyota-Werkstatt aufzusuchen. Dort werde das Gaspedal repariert oder ausgetauscht, hieß es.

Citroën ruft in Deutschland 5568 Fahrzeuge des Typs Citroën C1 wegen Problemen mit klemmenden Gaspedalen zurück. Betroffen seien ausschließlich Benziner, die mit einem Elektronischen Stabilitätsprogramm (ESP) ausgerüstet sind, sagte ein Sprecher am Montag in Köln. Das seien weniger als zehn Prozent der in Deutschland zugelassenen Fahrzeuge dieses Typs.

Insgesamt ruft PSA 97 000 Kleinwagen der Typen Peugeot 107 und Citroën C1 in die Werkstätten zurück. Die Autos haben dieselben Probleme mit dem Gaspedal wie der baugleiche Toyota Aygo und stammen aus demselben Werk in Tschechien.

«Dieser vorsorgliche Rückruf betrifft weniger als zehn Prozent der in Europa fahrenden Peugeot 107 und Citroën C1», erklärte PSA am Montag in Paris. «Die betroffenen Kunden werden demnächst per Brief informiert.»

In der vergangenen Woche hatte Toyota bereits einräumen müssen, dass in 2,3 Millionen amerikanischen Autos Gaspedale in der durchgetretenen Stellung festhängen bleiben können. Daraufhin wurde der Verkauf der betroffenen Modelle in den USA gestoppt. dpa

Der Rückruf bei Toyota gilt nach Angaben des Unternehmens für folgende Modelle mit den genannten Baujahren:

- AYGO (Februar 2005 - August 2009)
- iQ (November 2008 - November 2009)
- Yaris (November 2005 - September 2009)
- Auris (Oktober 2006 - 5. Januar 2010)
- Corolla (Oktober 2006 - Dezember 2009)
- Verso (Februar 2009 - 5. Januar 2010)
- Avensis (November 2008 - Dezember 2009)
- RAV4 (November 2005 - November 2009)

In unserer Galerie haben wir eine Übersicht zu den Rückrufaktionen 2009 zusammengestellt.
 

 

Millionen-Rückrufe der vergangenen Jahre


Autohersteller mussten schon oft Fahrzeuge wegen möglicher Sicherheitsgefahren in die Werkstätten zurückrufen. Mehrfach waren mehr als eine Million Wagen betroffen.

Oktober 2009: Ein kleiner Schalter beschert dem US-Autobauer Ford die größte Rückrufaktion seiner Geschichte. Weil ein defekter Geschwindigkeitsregler Feuer auslösen kann, muss der Hersteller in den USA 4,5 Millionen ältere Modelle zurückrufen. Von dem seit langem bekannten Defekt des Tempomat-Schalters sind damit seit 1999 insgesamt rund 16 Millionen Fahrzeuge betroffen. Die Modelle stammen aus den Jahren 1992 bis 2003.

Januar 2009: Der japanische Autobauer Toyota ruft mehr als 1,35 Millionen Fahrzeuge in die Werkstätten, weil es Probleme bei den Sicherheitsgurten und der Abgasanlage gibt. In Japan betrifft der Rückruf rund 526.000 Kleinwagen. Weitere 830.000 Fahrzeuge wurden im Ausland verkauft, vornehmlich in Europa und Nordamerika.

Dezember 2007: Ford ordert 1,17 Millionen Fahrzeuge wegen eines defekten Motorsensors zurück. Es handelt sich um Lastwagen, Geländewagen und Vans der Baujahre 1997 bis 2003.

April 2005:
Wegen möglicher Sicherheitsmängel sollen mehr als zwei Millionen Fahrzeuge des US-Autobauers General Motors in die Werkstatt. Darunter sind 1,5 Millionen Kleinlaster und Geländewagen, bei denen es Problemen bei den Sitzgurten gibt. Von dem Rückruf sind hauptsächlich Fahrzeuge in den USA betroffen, darunter der Cadillac Escalade, der Yukon und der Hummer H2.

März 2005: DaimlerChrysler ruft weltweit 1,3 Millionen Mercedes- Personenwagen zur Überprüfung von Elektronik und Bremsen in die Werkstätten zurück. Bei bestimmten Modellen vom Baujahr 2001 an werden Spannungsregler der Lichtmaschine, die Software der Stromversorgung sowie Bremsanlagen geprüft.

November 2004: In Nordamerika sollen fast 1,5 Millionen von General Motors gebaute Fahrzeuge überprüft werden. Rund 947.000 Geländewagen müssen wegen einer schadhaften Heckleuchte repariert werden. Bei anderen Autos gibt es Probleme mit dem Gaspedal.

Januar 2004: Die Chrysler Group ruft 2,7 Millionen Autos der Modelljahre 1993 bis 1999 wegen möglicher Probleme mit dem Automatikgetriebe zurück.

Oktober 2003:
Wegen eines Motordefekts ordert der japanische Autobauer Nissan weltweit 2,56 Millionen Fahrzeuge zurück. Betroffen sind 25 Modellreihen, die zwischen April 1998 bis September 2003 hergestellt wurden. In Deutschland und Europa sind die Modelle Almera, Almera Tino, Primera und der Geländewagen X-Trail betroffen. In den USA werden etwa 700.000 Fahrzeuge und in Japan 1,02 Millionen Wagen zurückgerufen.
dpa/aof

AUTO ZEITUNG

Zmarta Autokredit
Autokredit

Jetzt den günstigsten Autokredit finden

Tags:
Copyright 2017 autozeitung.de. All rights reserved.