Die neue Celica und der Toyota 2000 GT Toyota FT-86 Concept und GT 2000

17.12.2010

Der Sport kam zuletzt bei Toyota etwas zu kurz, doch ein Celica-Nachfolger steht bereit. Die Coupé Studie FT-86 trifft auf den Toyota 2000 GT

Corolla, Carina, Starlet, Prius, Yaris – mit solchen Modellen hat es Toyota zum größten Automobilhersteller der Welt gebracht. Namen, die entweder für absolute Zuverlässigkeit oder vorbildliche Ökotechnik stehen. Von Emotionen weit und breit keine Spur? Irrtum. Immer, oder besser fast immer hatten die Japaner auch was fürs Herz des Autofahrers im Angebot. Paradebeispiel ist der legendäre Toyota 2000 GT, der zwischen 1967 und 1970 dem Porsche 911 Konkurrenz machte.

Danach kamen die etwas volkstümlicheren Celica-Modelle, die sich beim Ampelsprint eher mit Manta, Capri oder Scirocco anlegten. Oder der Mittelmotorsportler MR2. Doch seit 2005 ist es geradezu wie abgeschnitten. Einzig die Ratio regiert, Racing findet nicht mehr statt. Das soll nun anders werden. „Wir werden wieder emotionalere Autos bauen“, hat Toyota-Präsident Akio Toyoda angekündigt.

Erstes Resultat seines Versprechens ist die Studie FT-86, die auf den Messen in Tokio und Genf zuletzt für Aufsehen sorgte. Gut, bei der Namensgebung müssen die Japaner sicher noch üben – aber was wie ein Pflanzenschutzmittel klingt, ist in Wirklichkeit ein rassiger, kompakter Sportwagen, der für nichts anderes als den kommenden Toyota Celica steht und mit der Kombination aus Frontmotor und Heckantrieb jede Menge Fahrspaß verspricht.

IN VIER JAHREN WURDEN 351 EXEMPLARE GEBAUT
Mit den gleichen Ingredienzen versehen, hatte der Toyota 2000 GT schon bei der zwölften Tokyo Motorshow 1965 eine glänzende Premiere hingelegt. Auch wenn von 1967 bis 1970 nur 351 Exemplare gebaut wurden, konnte er nachhaltig den Ruf der japanischen Autobauer aufpolieren: Wer Ende der 60er-, Anfang der 70er-Jahre in Europa oder den USA vielleicht noch über die damals billigen, oft leicht skurrilen Kisten aus Fernost gelacht hat, hätte bereits das Potenzial erkennen und den phänomenalen Aufstieg zumindest erahnen können.

Selbst heute wirkt der 2000 GT noch jünger, als er es in Wirklichkeit ist, seine 45 Jahre sieht man ihm nicht an. Die Karosserie greift zwar vieles von namhaften Vorbildern wie Jaguar E-Type, Ferrari GTO oder Chevrolet Corvette auf, Designer Saturo Nozaki rührte daraus jedoch eine eigenständige Mischung zusammen. Der Absolvent des Art Center College of Design in Los Angeles hatte sich gründlich mit dem westlichen Design vertraut gemacht und sollte einen Sportwagen in erster Linie für den US-Markt entwerfen.

Der zwei Liter große Sechszylinder-Motor unter der scheinbar endlos langen Haube stammt ursprünglich aus der Limousine Toyota Crown und wird von drei Flachstromvergasern mit Kraftstoff versorgt. Die zwei obenliegenden Nockenwellen waren damals technisch der letzte Schrei. Die heute unspektakulär anmutenden Werte von 150 PS und 177 Newtonmetern sorgten damals für imponierende Fahrleistungen: 24 Sekunden von null auf 160 km/h, 210 km/h Spitze. Mit 4,18 Meter Länge und einer Breite von 1,60 Metern wirkt der Toyota geradezu zierlich.

Die geringe Höhe von nur 1,16 Metern sorgt trotzdem für ein dynamisches Auftreten – und für anspruchsvolle Verrenkungen beim Hinabsteigen in den rosenholzvertäfelten und kunstlederbezogenen Innenraum. Mit 4,16 Meter Länge entspricht der FT-86 fast genau dem Maß seines Urahns. Die deutlich größere Breite (plus 16 cm), die Höhe (plus zehn cm) und die keilförmige Front lassen ihn jedoch viel muskulöser und kräftiger wirken.

Doch während der 2000 GT seinerzeit als Supersportwagen durchging, der es sogar zu einem Auftritt im James Bond-Film „Man lebt nur zweimal“ brachte, hat Toyota mit dem neuen Concept-Car eine andere Zielgruppe im Visier: Als Kompaktsportler soll der FT- 86 an die 40-jährige Tradition erschwinglicher Coupés aus dem Hause Toyota anknüpfen. Die startete 1970 mit dem Celica TA 22, der – anders als der 2000 GT – ab 1971 auch nach Deutschland exportiert wurde.

Seitdem haben insgesamt sieben Generationen (siehe oben) viele treue Fans gefunden. Bis dann 2005 das Aus für die letzte Baureihe kam. Der Neustart des Celica, der nicht nur optisch starke Ähnlichkeit mit dem FT-86 haben wird, ist für 2012 geplant. Dann wird Toyota zeitgleich mit der Tochtermarke Deutschlandpremiere für den Impreza XVeinen Sportwagen mit Frontmotor und Heckantrieb auf den Markt bringen.

Das Triebwerk – ein Zwei-Liter-Boxer mit vier Zylindern – steuert der Allradspezialist bei. Vorteil des Boxers: Er hat einen tiefen Schwerpunkt, ist sehr kompakt und lässt sich deshalb im Motorraum weit nach hinten verlagern, um dem Celica ein gutes Handling zu verschaffen.

DER BOXERMOTOR WURDE KOMPLETT ÜBERARBEITET
Das Aggregat basiert auf dem aus Subaru Forester und Legacy bekannten Boxer-Motor. Es wurde aber bereits komplett überarbeitet, soll zehn Prozent weniger verbrauchen und auch kommende strenge Abgasnormen einhalten. In einer ersten, kürzlich vorgestellten Variante erreicht der Boxer 150 PS und ein maximales Drehmoment von 196 Nm. Über die Leistungsdaten des FT-86, der ebenfalls schon über den Subaru-Boxer verfügt, schweigt Toyota – wahrscheinlich sind es aber beim späteren Serienfahrzeug rund 200 PS.

Die Formen des FT-86 entstanden in Toyotas europäischem Designzentrum bei Nizza unter dem Namen „Functional Beauty“ – funktionale Schönheit. Während die aufregende Keilform des FT-86 (hoffentlich) die Serienversion erreicht, wird sich im Innenraum manches noch ändern. Die Sitze – lederbespannte Kunststoffschalen – und das futuristisch wirkende Cockpit werden weichen.

Die Mittelkonsole des 2+2-Sitzers mit Handbremshebel und manueller Sechsgangschaltung sieht aber schon ziemlich seriennah aus. Toyota hat bereits versprochen, das eine andere Celica-Tradition fortgesetzt wird: die Bezahlbarkeit. Den letzten Celica gab es 2005 schon ab 22.000 Euro. Deshalb dürfte der Einstieg beim neuen Modell unter 30.000 Euro beginnen. Kein Vergleich zum 2000 GT: Der Preis für gut erhaltene Autos hat heutzutage eine Null mehr.
Klaus Uckrow

Technische Daten
Motor 
Zylinder4-Zylinder, 4-Ventiler; Boxer
Hubraum1995
Leistung
kW/PS
1/Min

147/200
k.A.
Max. Drehmom. (Nm)
bei 1/Min
null
k.A.
Kraftübertragung 
Getriebe6 Gang manuell
AntriebHinterrad
Fahrwerk 
Bereifungv: 225/40 R 19
h: 225/40 ZR 19
Messwerte
Gewichte (kg) 
Leergewicht (Werk)k.A.
Beschleunigung/Zwischenspurt 
0-100 km/h (s)k.A.
Höchstgeschwindigkeit (km/h)k.A.
Verbrauch 
Testverbrauchk.A.
EU-Verbrauchk.A.
Reichweitek.A.
Abgas-Emissionen 
Kohlendioxid CO2 (g/km)k.A.

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