Die Abstauber - BMW X3 3.0sd gegen Lexus RX 400h Die Abstauber

01.12.2006
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Sie zielen mit ganz unterschiedlichen Konzepten auf die SUV-Käufer in der 50000-Euro-Liga – der Lexus RX 400h mit aufwändiger Hybrid-Technik, der BMW X3 3.0sd mit dem Doppel-Turbo-Powerdiesel. Beide versprechen üppiges Drehmoment und günstige Verbräuche.

Sports Utility Vehicles, kurz SUV, werden bei uns immer populärer. Die Frage nach dem Sinn allradgetriebener Zweitonner, die selten bis nie im Gelände bewegt werden, dafür aber Nachteile bei Fahrdynamik und Kraftstoffverbrauch mit sich bringen, stellen sich immer weniger Käufer. Denen gefallen die hohe Sitzposition mit schöner Übersichtlichkeit und die Allroundfähigkeiten dieser Autos. Zumal die Hersteller große Fortschritte machen, wenn es darum geht, den großen Soft-Offroadern Pkw-ähnliche Fahreigenschaften und akzeptable Trinksitten beizubringen. Jüngstes Beispiel ist der überarbeitete BMW X3, der neben optischen Retuschen nun mit einem hochmodernen Dreiliter-Twin-Turbodiesel und strammen 286 PS zu haben ist. Einen ganz anderen Weg beschreitet der Lexus RX 400h mit Hybridantrieb, dessen Kombination aus V6-Benziner und zwei Elektromotoren bis zu 751 Newtonmeter Drehmoment offeriert.

 

Karosserie

Seine größeren Außenmaße kann der Lexus nur bedingt in ein besseres Platzangebot für die Passagiere umsetzen. Der breite Innenraum gewährt zwar deutlich mehr Ellenbogenfreiheit und ein besseres Raumgefühl als der des BMW, dieser bietet aber auf allen Plätzen eine Hand breit mehr Luft über dem Scheitel. Beim Kofferraumvolumen offeriert der X3 trotz kompakterer Karosserie mehr: Reguläre 480 Liter stehen 439 Litern beim Lexus gegenüber, bei umgelegten Rücksitzlehnen bietet er noch 20 Liter Stauvolumen mehr. Dank verschiebbarer Rücksitzbank ist der Lexus jedoch variabler. Das Kapitel Bedienbarkeit entscheidet der BMW klar für sich: Intuitiv findet man sich im Cockpit zurecht. Dass der X3 ohne iDrive-Bediensystem auskommen muss, ist dabei kein Schaden. Der Lexus hingegen lässt sich erst nach dem Studium der umfangreichen Betriebsanleitung wirklich zielsicher bedienen. Und warum sich die elektrische Außenspiegeleinstellung hinter einer Klappe links neben dem Lenkrad versteckt, bleibt rätselhaft. Positiv: Unterhalb des Lexus-Volants entfaltet sich im Bedarfsfall ein Knieairbag, der Teil der umfangreichen serienmäßigen Sicherheitsausstattung ist. Dazu zählen auch Kopfairbags für beide Sitzreihen, vordere Seitenairbags, aktive Kopfstützen und Bi-Xenonlicht. Seitenairbags hinten gibt es weder für Geld noch gute Worte, beim BMW kosten sie 320 Euro Aufpreis. Insgesamt rangiert der Bayer in der Sicherheitsausstattung auf vergleichbar hohem Niveau. Die Verarbeitungsqualität ist hier wie dort vorbildlich, wenngleich die Materialen im BMW höherwertig wirken.

KarosserieMax. PunkteBMW X3 3.0sdLexus RX 400h
Raumangebot vorn1007374
Raumangebot hinten1006770
Übersichtlichkeit707570
Bedienung/ Funktion1009077
Kofferraumvolumen1006863
Variabilität1003338
Zuladung/ Anhängelast803535
Sicherheit150106106
Qualität/ Verarbeitung200175161
Kapitelbewertung1000722694

 

Fahrkomfort

Die ersten Meter Fahrt verraten bereits den Charakter des BMW: Sehr straff gefedert, wenn auch gut gedämpft, lässt er den Fahrer nie im Ungewissen über den Zustand der Fahrbahn. Er bietet einen insgesamt dürftigen Langsamfahrkomfort, auf Landstraßen wird es besser - erst bei hohem Autobahntempo fühlt sich das Fahrwerk richtig wohl. Die straffe Feder-Dämpfer-Abstimmung ist harmonisch und noch fein genug ansprechend, der Schwerpunkt liegt aber klar auf bestmöglicher Fahrdynamik. Deutlich weicher gefedert, aber etwas unterdämpft ist der Lexus. Seine Federung spricht nicht so feinfühlig an und gerät bei Querfugen ins Stuckern. Zudem bieten die Vordersitze deutlich weniger Seitenhalt als die des BMW.

FahrkomfortMax. PunkteBMW X3 3.0sdLexus RX 400h
Sitzkomfort vorn15010098
Sitzkomfort hinten1007460
Ergonomie150133111
Innengeräusche503535
Geräuscheindruck1007062
Klimatisierung503233
Federung leer200133129
Federung beladen200130124
Kapitelbewertung1000707652

 

Motor und Getriebe

Bis zu drei Motoren treiben den Hybrid-Lexus an. Zum Anfahren nutzt der RX 400h den Elektromotor an der Vorderachse, er setzt sich so nahezu geräuschlos in Bewegung. Oberhalb von 50 km/h übernimmt der laufruhige 3,3-Liter-V6-Benziner den Antrieb. Wird stärker beschleunigt, stellt der vordere E-Motor seine Kraft zusätzlich bereit, bei durchgetretenem Gaspedal schaltet sich der zweite Elektromotor an der Hinterachse hinzu. Die Gesamtleistung im kombinierten Modus beträgt 272 PS. Je nach Fahrweise fährt der Lexus entweder mit seinem V6-Benziner oder den beiden E-Motoren – oder mit allen zusammen. Um die wartungsfreien Nickel-Metallhydrid-Akkus im Heck aufzuladen, nutzt der RX 400h die Energie im Schiebebetrieb und beim Bremsen. Von den ständig wechselnden Antriebsvorgängen bekommt der Fahrer kaum etwas mit, es sei denn, er verfolgt die aktuellen Kraftflüsse auf dem Info-Display auf der Mittelkonsole. Für den Sprint von null auf Tempo 100 benötigt der RX 7,8 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei abgeregelten 200 km/h. Auch der BMW ist elektronisch begrenzt - doch erst bei 240 km/h. Der 3,0-Liter-Common-Rail-Diesel mit variablem Twin-Turbo leistet 286 PS. Es ist beeindruckend, wie lustvoll der Vierventiler zu Werke geht. Knapp über der Leerlaufdrehzahl legt das neue Topmodell der X3-Baureihe vehement los, setzt Gasbefehle in druckvollen Vortrieb um und beschleunigt den X3 in nur 6,3 Sekunden auf 100 km/h. Die serienmäßige Sechsgangautomatik agiert sehr sanft und mit kurzen Schaltzeiten. Obendrein verbraucht der BMW mit nur 9,3 Liter Diesel im Schnitt fast drei Liter weniger als der Lexus, der im Test zwölf Liter Super benötigte. Generell gilt: Der hybridbetriebene Lexus verbraucht nur dann weniger, wenn er sehr defensiv bewegt wird.

Motor und GetriebeMax. PunkteBMW X3 3.0sdLexus RX 400h
Beschleunigung150172157
Elastizität100
Höchstgeschwindigkeit15011070
Getriebeabstufung1009280
Kraftentfaltung504843
Laufkultur1006276
Verbrauch325147120
Reichweite252617
Kapitelbewertung1000657563

 

Fahrdynamik

Sowohl auf dem Slalomparcours als auch auf der Handlingstrecke legt der straff abgestimmte X3 ausgesprochen sportliche Qualitäten an den Tag. Kurven umrundet der perfekt ausbalancierte X3 3.0sd sehr lange neutral - erst oberhalb des hoch angelegten Grenzbereichs schiebt er sanft über die Vorderräder, bis das nicht komplett abschaltbare DSC (ESP) feinfühlig eingreift. Die Lenkung arbeitet exakt, der variable Allradantrieb mit elektronisch gesteuerter Lamellenkupplung sorgt - selbst beim schnellen Beschleunigen aus engen Kehren - für sehr gute Traktion. Ganz anders der Lexus. Seine elektro-mechanische Lenkung agiert gefühllos und ist nicht frei von Antriebseinflüssen. Die Vorderräder haben stellenweise Mühe, die gemeinsame Kraft von 3,3-Liter-V6 und Elektromotor auf die Straße zu bringen. Schnelle Kurven durcheilt der Japaner mit hoher Seitenneigung und früh untersteuernd. Sicherheit vermitteln die standfesten Lexus-Bremsen, wenn auch der BMW mit noch kürzeren Verzögerungswegen aufwartet.

FahrdynamikMax. PunkteBMW X3 3.0sdLexus RX 400h
Handling15010879
Slalom1006955
Lenkung1008666
Geradeauslauf504033
Bremsdosierung30205
Bremsweg kalt150123105
Bremsweg warm150112100
Traktion1008570
Fahrsicherheit150140145
Wendekreis2086
Kapitelbewertung1000791664

 

Umwelt und Kosten

Gegenüber dem dieselgetriebenen BMW glänzt der Lexus mit günstigeren Emissionswerten. Dank serienmäßigem Partikelfilter gehört aber auch der BMW nicht zu den Umweltsündern. Überdies ist sein Testverbrauch von 9,3 Liter Diesel auf 100 Kilometern in Relation zu Gewicht und Fahrleistungen angemessen. Mit zwölf Liter Super reicht es beim Lexus trotz Hybrid-Technik hingegen nur zum Achtungserfolg. Sparpotenzial hat das Hightech-SUV konzeptbedingt nur bei sehr gemäßigter Fahrweise und im innerstädtischem Stop-and-go-Verkehr. Und bei vergleichbaren Anschaffungspreisen ist ein höherer Wertverlust zu erwarten. Dafür punktet der Lexus bei der Technikgarantie: Hier bietet er drei Jahre, der BMW nur zwei. Die übrigen Unterhaltskosten sind, mit Ausnahme der hohen Diesel-Besteuerung des BMW, auf einem Niveau.

Kosten/UmweltMax. PunkteBMW X3 3.0sdLexus RX 400h
Bewerteter Preis675285286
Wertverlust503628
Ausstattung254848
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung501425
Werkstattkosten204242
Steuer101535
Versicherung403737
Kraftstoff553525
Emissionswerte257784
Kapitelbewertung1000589610

 

Fazit

Hybrid gegen Power-Diesel. Die Entscheidung fällt hier klar zu Gunsten des neuen BMW X3 3.0sd aus. Der BMW mit dem beeindruckend kraftvollen Twin-Turbodiesel vereint sportliche Fahrleistungen mit einem vertretbaren Verbrauch und weist zudem hervorragende Handlingeigenschaften auf. Da sich das bayerische SUV - bis auf leichte Einbußen beim Fahrkomfort - keine weiteren Schwächen leistet, gewinnt es mit deutlichem Vorsprung. Das komplexe Hybridsystem im Lexus arbeitet perfekt und zuverlässig. Doch gegen den Diesel des BMW hat der Antrieb des RX 400h keine Chance - er benötigt fast drei Liter Kraftstoff mehr. Sparpotenzial zeigt der Japaner nur bei sehr besonnener Fahrweise, dafür ist seine Umweltbilanz positiv.

Gesamtbewertung

Max. PunkteBMW X3 3.0sdLexus RX 400h
Summe500034663183
Platzierung12

Tags:

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